Radelhase Wenzel auf Tour in der Altstadt von Naumburg. KI-generiert mit Google-Gemini.
Jedes Jahr eine kleinere oder mittlere Radreise – das ist seit 2015 mein großes Ziel. Fast immer habe ich es geschafft. Nun hieß es: Wohin soll es im Sommer 2026 gehen? Streng genommen blieben für mich in Deutschland nur noch die Nordsee und die Alpenregion übrig. Doch auf beides hatte ich keine Lust, obwohl ich mich dieses Mal gut vorbereitet hatte. Ende Juni waren bereits 5000 Kilometer zurückgelegt, allerdings mit dem Pedelec.
Ich entschloss mich deshalb für eine Mischung aus alten und neuen Teiltouren. Ich wollte noch einmal dorthin zurückkehren, wo es mir besonders gut gefallen hat – unter anderem ins südliche Werratal und an die Saale. Darüber hinaus gab es noch etliche Stationen in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen, die ich noch nicht gesehen hatte. Außerdem wollte ich endlich einmal das Technik Museum Speyer erkunden. Ich fuhr also im angeblichen „Höllenmonat“ Juli 2026 bei meist erträglichen Temperaturen einen großen Halbkreis mit einer Gesamtstrecke von etwa 1000 Kilometern. Rechnet man die abendlichen Abstecher dazu, standen am Ende 1100 Kilometer auf dem Tacho.
Mindest-Endziel war Köthen in Anhalt. Eine Verlängerung, am Rande des Harzes entlang zumindest bis nach Hannover, war eigentlich fest eingeplant. Doch es kam anders. Eine Überlastungsentzündung im linken Knie beendete alle weiteren Ambitionen.
Überlastung? Ja, das kann passieren, denn die Tour ist nicht unbedingt leicht – auch wenn man mit dem Pedelec unterwegs ist. Das gilt erst recht, wenn man, übrigens ganz bewusst, mit einer überschaubaren Motorisierung von 70 Newtonmetern auf Tour ist. Mit dem Trend in Richtung 100 bis 120 Newtonmeter kann ich nichts anfangen: Zum einen wird das Material stärker beansprucht, zum anderen geht aus meiner Sicht bei solch übertriebenen Aufrüstungen das Gefühl für „echtes“ Fahrradfahren endgültig verloren.
Pannen? Hatte ich nicht, vor allem deshalb, weil ich auf bewährte Technik gesetzt habe: ein älteres Modell des Giant Explore E+ 1 mit solider Yamaha-Technik. Das Besondere: eine Kettenschaltung mit 20 Gängen – dank des zweiten Zahnkranzes vorn. Das war vor allem an Rhein und Neckar sehr hilfreich, um zügig voranzukommen. Dank des nicht so starken Motors und des 625er-Akkus sind locker Reichweiten von 120 bis 140 Kilometern drin – und das, obwohl ich ein Schwergewicht bin.

Ich habe das Pedelec, das dem technischen Stand von 2022/23 entspricht, noch im Februar bei Fahrrad XXL in Koblenz für nur 1745 Euro kaufen können. Angesichts des ursprünglichen Preises von rund 3400 Euro ein echter Schnapper. Einzige Umstellung: der Wechsel auf Schwalbe Marathon Plus-Reifen. Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Schon die Giant-Serienbereifung ist gut, wie die „Einfahrphase“ von 2000 Kilometern gezeigt hatte.
In Sachen Ausrüstung war ich genauso unterwegs wie in den Vorjahren. Alltagstaugliche Kleidung ist bei mir weiterhin angesagt. Ich will keine „zweite Haut“. Ich bin doch kein Rennradfahrer!
Die einzelnen Etappen sind als Unterseiten angelegt und über die Navigation rechts erreichbar.
