Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Wasserversorgung in vielen Städten und Gemeinden verbessert. Die klassischen Ziehbrunnen verschwanden zunehmend, sie wurden durch hygienischere Schwengelpumpen ersetzt. Dennoch war es bis zur gut funktionierenden zentralen Wasserversorgung noch ein weiter Weg, was auch die Situation in den rechtsrheinischen Orten zeigte. Mit Google Gemini erzeugtes KI-Symbolbild.
7. Die rechtsrheinischen Orte
In Koblenz und Umgebung wird heute die Versorgung mit Trinkwasser über ein leistungsfähiges Verbundsystem hergestellt. Zur Untersuchung der Geschichte der Wasserversorgung in der Provinzhauptstadt und ihrer späteren Stadtteile ist es erforderlich, auch einen Blick auf die Nachbargemeinden zu werfen. Dabei geht es nicht nur um die heutigen Stadtteile, sondern auch um die auch heute noch selbstständigen Gemeinden, die über dieses Verbundsystem versorgt werden.
7.1 Vallendar und Weitersburg
Vallendar gehörte zu den Gemeinden am Mittelrhein, deren Trinkwasserbedarf überwiegend aus Quellleitungen gedeckt wurde. Bevor es Wasserwerk und Hausanschlüsse gab, hatte man auch in dieser mittelrheinischen Stadt die Brunnen auf Pumpenbetrieb umgestellt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es am Ort 13 Pumpen. Am besten waren Löhr- und Hellenstraße ausgestattet. Hier standen jeweils drei Pumpen. Für die Instandhaltung dieser Anlagen hatte die Kommune einen Privatunternehmer engagiert.²⁶⁷ Wie in vielen anderen Orten Deutschlands bestanden auch in Vallendar unterschiedliche Ansichten darüber, wie die Wasserversorgung der Zukunft auszusehen habe. Die beiden Alternativen hießen Quellwasserleitung oder Grundwasserwerk. Die Stadtväter favorisierten die letztere Lösung – eine Entscheidung, die sich später nicht gerade als glücklich herausstellen sollte. Bereits 1873 hatten sich die Stadtverordneten mit den Kostenvoranschlägen für eine Pumpstation zu befassen, die Trinkwasser aus dem den Rhein begleitenden Grundwasserstrom fördern sollte.²⁶⁸
Das erste Projekt scheiterte jedoch; Spuren, die über den weiteren Lauf der Dinge Aufschluss geben könnten, verlieren sich in den Akten. Erst in der zweiten Hälfte der 1890er-Jahre werden die Informationen wieder konkreter. Wir erfahren, dass damals die Arbeiten zur Errichtung der lange geplanten Pumpstation im vollen Gange waren. Wer jetzt denkt, alle Vallendarer hätten sich über den Aufbau einer modernen zentralen Wasserleitung gefreut, täuscht sich. Im Juli 1897 ging bei der Bürgermeisterei Vallendar ein Brief ein, in dem sich etliche Bürger gegen die Fortsetzung der Arbeiten aussprachen. Der Grund: Sie hielten die Quellen an der Schnatzenmühle (unterhalb des Wüstenhofes) für viel geeigneter und forderten deshalb die Gemeinde auf, die zuvor ergebnislos abgebrochenen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, den Eheleuten Heinrich Krämer und deren Schwiegersohn Heinrich Hoffmann, wieder aufzunehmen.²⁶⁹
Das Protestschreiben der Bürger war kein „Ausreißer“, hatte sich doch schon Monate zuvor die Diskussion um den Aufbau der Vallendarer Wasserleitung als Politikum ersten Ranges erwiesen. Bei einer Bürgerversammlung fasste das Ratsmitglied Walter Bender die Vorgänge der damals jüngsten Vergangenheit zusammen. Demnach erblickte das „Schmerzenskind Pumpstation“ am 12. März 1897 auf dem Bürgermeisteramt das Licht der Welt. In einer geheimen Stadtratssitzung wurde dann die Ausführung des Projektes beschlossen – ein für die Bürgerschaft unerhörter Vorgang, denn das geplante Wasserwerk betraf schließlich alle Vallendarer. Bei dieser Sitzung der Stadtverordneten legte der Bürgermeister einen Kostenvoranschlag mit einer Höchstgrenze von 12.000 Mark vor, der sich – wie binnen kürzester Zeit deutlich wurde – als Fehlkalkulation entpuppte. Bender stellte bei der Bürgerversammlung klar, dass es sinnvoller gewesen wäre, die Quellen an der Schnatzenmühle anzukaufen.
Der Eigentümer der Mühle hatte das Gelände (einschließlich Mühle) der Stadt zum Preis von 29.000 Mark angeboten, war aber auch zu anderen Lösungen bereit. Unter anderem stand zur Debatte, das aus den Quellen zu liefernde Wasser zum Preis von einem Pfennig pro Kubikmeter an die Gemeinde abzutreten. Bender als Beschwerdeführer witterte einen Skandal, weil das Projekt Quellwasserleitung bereits Anfang März ohne nähere Angaben seitens der Gemeinde fallengelassen worden war. Die Stadtverordneten verhielten sich entsprechend und entschieden sich bei vier Gegenstimmen für die Ausführung eines Grundwasserwerkes. Bender nannte vor allem persönliche Abneigungen einiger Gemeindevertreter als Gründe für das Scheitern der Verhandlungen mit dem „Schnatzenmüller“. Die „Strafe“ für dieses Vorgehen folgte sofort. Schon frühzeitig war der für die Pumpstation gesteckte finanzielle Rahmen völlig zusammengebrochen. Das Werk befand sich im Sommer 1897 noch im Bau, und trotzdem war die nach oben korrigierte Kostenschwelle in Höhe von 20.000 Mark schon erreicht. Hinzu sollten Betriebskosten in Höhe von 2000 bis 4000 Mark jährlich kommen, was einer weiteren schweren Belastung für den Stadtsäckel gleichkam.²⁷⁰
Der Widerstand der Bürger nutzte nichts. Im Herbst 1897 nahm das neue Pumpwerk den Betrieb auf. Die Station lag an der nach Bendorf führenden Chaussee (heute Bundesstraße 42). Planung und Bauleitung hatte Emil Steinkamm, eigentlich Ingenieur am Apollinarisbrunnen, übernommen. Der Bau bestand aus zwei Räumen und einem Souterrain. Der Antrieb der Pumpen erfolgte über zwei 10 PS starke Benzinmotoren. Der 14 Meter tiefe Brunnen bedingte, die Pumpe acht Meter tiefer zu legen als den auf dem Flur der Station stehenden Motor. Zu diesem Zweck war ein mit einer steinernen Treppe versehener separater Pumpenschacht angelegt worden, einerseits, damit der Maschinenwärter bequem und gefahrlos an die Pumpe gelangen konnte, und andererseits, damit der im Pumpenschacht niedergeteufte Brunnen stets geschlossen blieb, um das Eindringen von Schmutz und Öl in das Wasser auszuschließen.²⁷¹
Mit Gesamtkosten in Höhe von 20.344 Mark übertraf der Bau der Pumpstation schließlich den ursprünglichen Ansatz bei Weitem. Auf den ersten Blick schienen somit diejenigen Bürger im Recht zu sein, die sich an den Protesten beteiligt hatten. Betrachtet man die Angelegenheit jedoch genauer, wird man feststellen, dass der Entscheidung der Stadtväter genaue Überlegungen vorausgegangen waren. Außerdem konnten Verwaltung und Stadtverordnete auf schlechte Erfahrungen mit der Kapazität einer Quellwasserleitung aus dem Meerbachtal verweisen. Diese war nämlich 1891 von der Firma Scheven in Bochum angelegt worden und in ihrer Ergiebigkeit in relativ kurzer Zeit von 300 auf 100 Kubikmeter täglich zurückgegangen. Da immerhin 3800 Menschen von dieser Wasserleitung abhängig waren und der Wasserbedarf auf einfache Weise nicht gedeckt werden konnte, entschlossen sich die Verantwortlichen in der Gemeinde zur Flucht nach vorne, indem sie das Grundwasserwerk anlegen ließen.²⁷²
Schnell sollte sich jedoch die unzureichende Dimensionierung des Wasserwerks herausstellen. War es 1898 nur ein Erweiterungsbau für eine Personalwohnung – sie wurde übrigens nach Plänen des Koblenzer Architekten Otto Nebel hergestellt –, nahm man Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten kleineren technischen Änderungen vor. Als dann noch der Anschluss der kleineren Nachbargemeinden zur Debatte stand, war die Kapazität des Werkes schnell erschöpft. Dieses befand sich nämlich unmittelbar neben dem Schlachthof, eine Erweiterung musste also ausgeschlossen werden. Aber immerhin: Gesundheitliche Bedenken bestanden nicht. Zum einen wurde das Grundwasser in einer Entfernung von 100 Metern vom Rhein entnommen, zum anderen war der Brunnen in den Felsen abgeteuft. Außerdem ergaben die chemischen Untersuchungen durch den örtlichen Apotheker und die Behörden keine Beanstandungen. Aber trotzdem: Die 350 Kubikmeter Wasser, die täglich aus Grund- und Quellwasserleitung gefördert wurden, sollten auf Dauer nicht ausreichen.²⁷³
Im April 1907 legte der Ingenieur Heinrich Scheven seinen Erweiterungsplan vor.²⁷⁴ Für die Gewinnung zusätzlichen Trinkwassers eigneten sich seines Erachtens nur die Quellen im Wüstenbachtal, und zwar die Quelle am „Kreuzbauer Bur“ (185 Meter über Normalnull), die sogenannten „Sieben Quellen“ (143,5 Meter über NN) und die bereits gefasste Quelle an der Schnatzenmühle (131,5 Meter über NN). Die schon bestehenden Hochbehälter in Vallendar (80 Meter über NN), Mallendar (80 Meter über NN) und in Weitersburg (185 Meter über NN) reichten nach Einschätzung des Ingenieurs völlig aus. Demnach war es nur erforderlich, das Wasser der neu gefassten Quelle in „geschlossenen Gussrohrleitungen“ bis zur Quelle an der Schnatzenmühle abzuleiten und hier an die bestehende, nach dem Hochbehälter Vallendar führende Rohrleitung anzuschließen.
Da die Wassermenge (465 Kubikmeter in 24 Stunden) den Höchstbedarf von etwa 5800 Menschen deckte und die Verwaltung die damalige Vallendarer Bevölkerungszahl auf lediglich „4900 Seelen“ schätzte, schienen die Kapazitäten für die nächsten Jahre auszureichen, sodass die Pumpstation nicht mehr betrieben werden musste. Auch in Mallendar und Weitersburg erlaubten die neu zu erschließenden Quellen die Deckung des täglichen Trinkwasserbedarfs. Allerdings musste im letztgenannten Ort der Hochbehälter auf eine Höhe von 203 Metern über Normalnull verlegt werden, um das für die Versorgung des Dorfes nötige Gefälle künstlich zu erzeugen.²⁷⁵
Scheven lieferte zusammen mit seinem Erläuterungsbericht auch einen Bericht über den Zustand der neuen Quellen. Demnach traten diese aus Klüften des devonischen Schiefers aus. Das Wasser aus dem „Kreuzbauer-Bur“ war schon vor Erstellung des Gutachtens chemisch untersucht worden. Ergebnis: eine hervorragende Wasserqualität. Etwas anders sah es im Falle der „Sieben Quellen“ aus. Hier fehlte eine bakteriologische Untersuchung, weil die erforderlichen Aufräumarbeiten noch vorgenommen werden mussten. Der mündlichen Überlieferung zufolge war der „Kreuzbauer Bur“ ursprünglich als geschlossene Quelle zutage getreten, floss aber nun in zwei Armen. Vor dem ergiebigeren Quellenarm sollte eine Quellenstube gebaut werden. Für den schwächeren Arm sah Scheven die Anlage einer Sickerleitung aus Tonrohren vor. Das in die Schlitze dieser Rohre sickernde Quellwasser sollte ebenfalls in das örtliche Leitungsnetz eingespeist werden.²⁷⁶
Obwohl Scheven seine Planungen weit vorangetrieben hatte, sahen die Verantwortlichen in Verwaltung und Rat zunächst von einer Realisierung des Projektes ab. Dennoch war die Sache nicht vom Tisch. Im Herbst 1912 mussten die Stadtverordneten über verschiedene Quellnutzungskonzepte beraten, weil sich die Güte des Wassers aus den damals genutzten Meerbachquellen als alles andere als unbedenklich erwies und die Schließung durch die Gesundheitspolizei drohte. Zudem waren die Maschinen der bestehenden Pumpstation wenig leistungsfähig und drohten jederzeit auszufallen. Zur Diskussion stand erneut die Erschließung der Quellen im Wüstenbachtal – sie konnten durch die Quellen des schmalen Grabens und des „Kreuzbauer Bur“ verstärkt werden –, die Quellen „aufm Pedel“, die Fehrbachquelle sowie das Wasser aus Borndell und Katzenloch in der Nähe der Schnatzenmühle.
Als Gutachter wurde Friedrich Wilhelm Langenbach gehört, ein Unternehmer für Wasserversorgungsanlagen aus Ehrenbreitstein. Dieser empfahl eine Nutzung der an der Schnatzenmühle gelegenen Quellen. Diese waren nach seiner Ansicht ausreichend ergiebig. Zudem hatten der Mühleneigentümer und seine Frau die Quellen erneut zum Kauf angeboten.²⁷⁷ Langenbach nahm schließlich im Gebiet „Borndell-Katzenloch“ Projektierungsarbeiten vor. Zur Nutzung der Quellen für die Vallendarer Wasserversorgung kam es jedoch nicht, weil sich die Stadtverordneten nicht über ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten. Der Spezialist für Trinkwassererschließung hatte somit das Nachsehen. Er lief bis zu seinem Tode im Jahre 1920 den von ihm in Rechnung gestellten Beträgen hinterher, ohne von der Gemeinde einen Pfennig erhalten zu haben.²⁷⁸
Aus den Akten der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre erfahren wir, warum sich die Stadt bei der Umsetzung von Erweiterungen schwertat. Die Gemeinde war verschuldet, sodass niemand Kosten für weitere Quellfassungen und neue Pumpanlagen verantworten wollte. Zudem war 1905 mit Mallendar ein nicht gerade finanzstarker Ort eingemeindet worden. Die Initiative zur Eingemeindung ging von der kleinen Gemeinde aus, weil sie die großen versorgungstechnischen Aufgaben der Zukunft nicht alleine bewältigen konnte. Noch in den Akten des Oberpräsidiums von 1929 wird das Dorf als sehr arm bezeichnet. Aber immerhin hatte man zu dieser Zeit die Hälfte des Ortes an das Vallendarer Versorgungsnetz angeschlossen. Die übrigen Bewohner mussten sich jedoch noch mit qualitativ schlechtem Brunnenwasser begnügen. Deshalb sollte auch noch der Rest des Ortes an die Vallendarer Wasserleitung angeschlossen werden.²⁷⁹ Dieser Plan wurde 1930 in die Tat umgesetzt. Die Maßnahme kostete insgesamt 12.667 Reichsmark. Der Staat gewährte eine Beihilfe in Höhe von nur 2000 Reichsmark.²⁸⁰
Lange Zeit schien die Lage in Weitersburg noch schlechter. In dem verschuldeten Dorf lebten überwiegend Kleinbauern und Arbeiter, von denen viele erwerbslos waren. Die Wasserversorgung erfolgte dort über Hausbrunnen und durch einen Weiher. Wasser für die Brandbekämpfung fehlte meist völlig.²⁸¹ Das Wasser der Brunnen erwies sich zudem als gesundheitsschädlich: Es hatte einen zu hohen Chlorgehalt. Da sich in unmittelbarer Nähe des Dorfes keine geeigneten Quellen befanden, empfahlen die übergeordneten Behörden bereits im Jahre 1906, den Ort einfach an die Vallendarer Wasserleitung anzuschließen. Es sollte allerdings noch fast 25 Jahre dauern, bis wirklich etwas geschah. Erst 1930 und 1931 stellten Staat und Provinz Zuschüsse in Höhe von insgesamt 8000 Mark bereit, sodass die Realisierung des Vorhabens beginnen konnte.²⁸²
Erst 1934 wurde die Maßnahme abgeschlossen. Die Kosten für die Gemeinde lagen bei 94.000 Reichsmark, abzüglich 15.000 Reichsmark Westhilfe und 10.200 Reichsmark für die Hausanschlüsse.²⁸³ Fazit: Die Vallendarer Wasserversorgung war in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts relativ leistungsfähig. Da man jedoch immer ins Auge gefasst hatte, die Nachbargemeinden ebenfalls zu berücksichtigen, empfahlen die Behörden, die zentrale Wasserversorgung noch weiter auszubauen, auch wenn das zunächst noch funktionsfähige Pumpwerk die Sicherstellung des Trinkwasserbedarfs garantierte. Immerhin gab es 1912 schon 6659 Meter Leitungsrohre, dazu 26 Schieber und 53 Hydranten. 396 Anschlüsse waren damals bereits vorhanden.²⁸⁴
Trotzdem waren auch in Vallendar die Verhältnisse alles andere als ideal. Bereits im November 1912 nannte die örtliche Presse Zahlen, die belegen, dass die lokale Wasserversorgung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gestoßen war. Die Pumpstation lieferte täglich nur zwischen 80 und 100 Kubikmeter, die alte „Meerbachquelle“ nur 100 bis 120 Kubikmeter Wasser. Außerdem waren die jährlichen Betriebskosten mit bis zu 6000 Mark äußerst hoch.²⁸⁵ Dennoch ließ die Stadt die bereits oben erwähnte Erschließung der Quellen an der Schnatzenmühle nicht ausführen, obwohl sich die Mitarbeiter der geologischen Landesanstalt nach einer Ortsbegehung dafür ausgesprochen hatten, die bestehende Anlage zu schließen und stattdessen alle anderen Möglichkeiten zur Sicherstellung der Quellwasserversorgung zu prüfen.²⁸⁶ Ein Gutachten von 1920 zeigt jedoch, dass die Quellen an der Schnatzenmühle erschlossen worden sind. Darüber hinaus war die Pumpstation am Schlachthof noch in Betrieb.²⁸⁷
Auch mit der Abführung des Schmutzwassers sah es nicht gut aus. Lange sah sich die Stadt Vallendar schon allein aus finanziellen Gründen außerstande, eine Kanalisation zu bauen. Das änderte sich erst im April 1936, als die Gemeinde endlich die erforderlichen Schritte unternehmen wollte. Zuvor hatte man sich lediglich mit der Einfassung der durch das Stadtgebiet fließenden Bachläufe befasst.²⁸⁸
7.2 Die Verhältnisse in Urbar
Die Wasserversorgung von Urbar erfolgte ursprünglich durch mehrere Haus- und Gemeindebrunnen, die ihr Wasser zu einem Teil aus zwei mit einer Handpumpe versehenen Sammelbehältern, zum anderen Teil über eine Leitung aus einer im Tongrubengebiet entspringenden Quelle beim Holdenberger Hof erhielten. Da die meisten Brunnen wegen der nahe gelegenen Dunggruben verunreinigt waren, in der trockenen Jahreszeit oft ausfielen und die Brunnenwasserleitung die erforderlichen Mengen nicht liefern konnte, musste der Gemeinderat zur Tat schreiten.²⁸⁹ Seine Mitglieder beschlossen im Mai 1908, die im Eigentum der Witwe von Josef Doetsch befindlichen beiden Quellen zum Preis von 12.000 Mark anzukaufen.²⁹⁰ Zuvor hatte der Gemeindebaumeister Scheer sein Konzept für die Realisierung vorgestellt, das auch verwirklicht werden sollte. Da das Dorf kaum in der Lage war, die Verwirklichung des Projektes zu finanzieren, hoffte man auf einen Zuschuss der Rheinprovinz in Höhe von einem Drittel der Gesamtkosten. Der Großteil des Betrages sollte über zinsvergünstigte Kredite der Versicherungsanstalt Rheinprovinz oder der Landesbank bezahlt werden.²⁹¹
Die Entscheidung zum Bau der Quellwasserleitung kam aufgrund eines Gutachtens von Johannes Sponagel zustande. Demnach lagen die Quellen in unmittelbarer Nähe der „Doet’schen Mühle“ auf der nördlichen Seite des Mallendarer Bachtales. Diese traten an einem Abhang aus den Fugen freiliegender Schieferschichten und bildeten einen natürlichen Abfluss. Zudem empfahl der Gutachter, im eineinhalb Kilometer oberhalb der Mühle gelegenen Niederschlagsgebiet zwischen Hümmerich und dem Eisenköppel Bug (in Richtung Simmern-Neuhäusel) einen Brunnen anzulegen und diesen an die geplante Wasserleitung anzuschließen. Auch erinnerte Sponagel an die Möglichkeit, ebenso Mallendar zu versorgen.²⁹² Letztgenannte Empfehlung wurde aber nicht umgesetzt, obwohl der Gemeinderat am 21. Juli 1908 hinsichtlich der Mitversorgung von Mallendar positiv entschieden hatte, was angesichts eines Reiseberichtes des Regierungspräsidenten vom Mai 1908 etwas überrascht. Darin hieß es nämlich:
„[…] Die Gemeinde wird an die Ausführung ohne Rücksicht auf die Gemeinde Vallendar heranzugehen haben, wozu sie auch gewillt ist. Es sind zunächst die hochgelegenen Quellen bei der Dötschmühle in Aussicht zu nehmen, da diese für den Bedarf der Gemeinde anscheinend genügend Wasser liefern und wie dasselbe von dort mit natürlichem Gefälle dem Orte zugeführt werden kann. […]“²⁹³
Die Quelle wurde schon seit August 1904 beobachtet. Das ganze Jahr hindurch lieferte sie eine gleichbleibende Wassermenge in einer Größenordnung von 80 Kubikmetern in 24 Stunden. Das war für die Deckung des Bedarfs in Urbar bestens geeignet. Die Gemeinde benötigte damals nur 70 Kubikmeter täglich, wobei in den Sommermonaten natürlich Schwankungen möglich waren. Ein Gutachten Sponagels bestätigte die Eignung der Quelle, sodass die Verwaltung deshalb empfahl, umgehend mit den Bauarbeiten zu beginnen.²⁹⁴ Doch daraus wurde zunächst nichts. Im Protokoll des Gemeinderates vom 27. Juli 1908 heißt es demzufolge:
„[…] Da über den Antrag auf Bewilligung einer Beihülfe zum Bau einer Wasserleitung bis jetzt eine Entscheidung nicht ergangen ist, andererseits der Wassermangel im Ort so groß ist, daß die Wasserleitung in diesem Jahr wenn irgendwie möglich ausgeführt werden muß, bittet der Gemeinderat, dahin zu wirken, daß mit dem Bau der Leitung auch schon vor der Entscheidung über den Beihülfsantrag begonnen werden kann, ohne das hierdurch der Antrag aussichtslos wird. Zugleich beschließt der Gemeinderat die Aufgrabung der Hauptquelle bei der Doet’schen Mühle behufs endgültiger Fassung derselben fortzusetzen und zu beendigen. […]“²⁹⁵
Der Gemeinderat konnte sich bemühen, wie er wollte, der Verwaltungsweg musste strikt eingehalten werden. Die vorgesetzten Behörden durften erst über die Gewährung von Beihilfen entscheiden, wenn das Projekt und vorgesehene Materialien von der Königlichen Versuchs- und Materialprüfanstalt untersucht worden waren. Außerdem musste die Westfondskonferenz eine Entscheidung fällen. Diese langwierige Prozedur verzögerte auch die Bewilligung eines zinsgünstigen Darlehens.²⁹⁶
Die Gemeindeväter sahen sich zum schnellen Handeln genötigt und nahmen im Frühjahr 1909 bei der Sparkasse Ehrenbreitstein einen Kredit in Höhe von 4000 Mark auf, der binnen Jahresfrist zurückbezahlt werden musste.²⁹⁷ Endlich konnte es vorangehen, zumal die Westfondskonferenz am 3. April 1909 eine Beihilfe von 7000 Mark genehmigt hatte.²⁹⁸ Auch die anderen Geldquellen flossen. Durch die Entscheidung des Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 5. Mai 1909 und den Beschluss des Provinzialausschusses der Rheinprovinz war der Gemeinde aus dem Fonds zur Förderung der Land- und Forstwirtschaft ein Zuschuss in Höhe von 13.000 Mark bewilligt worden. Die Zahlung sollte allerdings erst nach Ausführung des Projektes erfolgen.²⁹⁹
Am 29. Juli 1909 gab der Urbarer Gemeinderat grünes Licht für die Durchführung der Schürfungs- und Quellfassungsarbeiten unter der Aufsicht des Gemeindebaumeisters Scheer. Wermutstropfen für die Hauseigentümer: Der Rat erklärte sich ebenfalls mit einer Polizeiverordnung über den Zwangsanschluss von Gebäuden einverstanden. Außerdem sollte die alte Quelle am Burgfelsenweg – sie wurde über ein notdürftig hergestelltes Rohrnetz bereits für die Wasserversorgung des Ortes genutzt – in den neuen Hochbehälter geleitet und Wasserzähler sollten installiert werden.³⁰⁰ Im Herbst 1909 war das Werk schließlich vollendet. Kosten: 58.000 Mark. Immendorf, das ebenfalls an die neu erschlossenen Quellen angeschlossen wurde, musste – einschließlich der Zuschüsse – 36.000 Mark aufbringen.³⁰¹ Die Baumeister hatten gut gewirtschaftet. Denn die Mittel reichten auch für die Ausführung der Hausanschlüsse aus, was ursprünglich auf Kosten der Anlieger geschehen sollte.³⁰² Schnell sollte sich jedoch zeigen, dass die Kapazitäten der Quellen überschätzt worden waren. Bereits nach zwei Jahren herrschte in Urbar akuter Wassermangel. Die Not war auf die extrem trockenen Sommer der Jahre 1911 und 1912 zurückzuführen. Der Gemeinderat hatte sich deshalb dafür entschieden, auch noch die Quellen auf der „Doet’schen Wiese“ zu erwerben.³⁰³
Eine Erschließung der Neuerwerbung schien jedoch zunächst nicht notwendig, da die Kapazität der anderen Quellen wieder zugenommen hatte und außerdem die Nachbargemeinde Simmern (Westerwald) den Überlauf ihrer Wasserleitung gegen eine einmalige Entschädigung von 15.000 Mark abgeben wollte.³⁰⁴ Angesichts der Tatsache, dass ein Auffinden weiterer ergiebiger Quellen nicht zu erwarten war, empfahl die Berliner Königliche Geologische Landesanstalt,
„[…] eine Grundwasserfassung im oberen Lauf des Mallendarer Tales ins Auge [zu] fassen. Geeignet erschienen hierzu das Gebiet der Mündung des Mosbaches in der Gemarkung Simmern (WW) in den Mallendarer Bach oder das Gebiet in der Nähe der Immendorfer Mühle. […]“³⁰⁵
Die Urbarer nahmen jedoch am Ende keine der beiden sich bietenden Alternativen an. Sie entschlossen sich zur Erschließung einer der im Sommer erworbenen Quellen – diese lagen ebenfalls in der Nähe des Mallendarer Baches –, obwohl das Königliche Medizinaluntersuchungsamt zunächst Beeinträchtigungen der Wasserqualität festgestellt hatte.³⁰⁶ Diese Verunreinigungen scheinen jedoch nur von vorübergehender Natur gewesen zu sein, sodass man sich zum Bau eines kleinen Behälters und zur Anschaffung einer Benzinmotorpumpe entschloss.³⁰⁷
7.3 Wasserversorgung in Arenberg
Zwar wird in den alten Akten ihre Lage nicht näher bezeichnet, doch ist davon auszugehen, dass die im Bereich des erst 1970 nach Koblenz eingemeindeten Dorfes Arenberg gelegenen Quellen bereits in kurfürstlicher Zeit für die Wasserversorgung der Residenzstadt Ehrenbreitstein eine gewisse Rolle spielten. Es wird sich dabei wohl um die „Riddelsbornquelle“ gehandelt haben, die bereits im 17. Jahrhundert erstmals im Schrifttum genannt wurde.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entschlossen sich die Arenberger zum Bau einer eigenen Wasserleitung. Die für die Versorgung des kleinen Dorfes vorgesehenen Quellen entsprangen – wie es in einer schriftlichen Übereinkunft heißt – im „Distrikt 4 Deutschordenshecke“. Sie befanden sich aber nicht im Gemeindeeigentum, sondern gehörten dem Forstfiskus. Für die Verpachtungsverhandlungen war damals noch die Bezirksregierung in Wiesbaden zuständig, was an die hessische Vergangenheit der rechten Rheinseite erinnert. Der Vertrag wurde am 24. August geschlossen und galt – rückwirkend zum 1. April 1895 – für einen Zeitraum von 50 Jahren.³⁰⁸
Auch für die Wasserversorgung der Festung Ehrenbreitstein besaß das Arenberger Wasser eine große Bedeutung. 1909 hatte nämlich das Militärbauamt Koblenz I mit der Gemeinde einen Vertrag über die Zuführung des erforderlichen Trinkwassers ausgehandelt.³⁰⁹ Darin verpflichtete sich das Dorf, das aus den Quellen „in der Meerkatz“ entnommene Wasser dem oberhalb von Arenberg gelegenen Hochbehälter zuzuführen, von wo es in die Festung weitergeleitet wurde. Die täglich zu liefernde Wassermenge betrug 50 Kubikmeter. Der Preis wurde auf zehn Pfennig pro Kubikmeter festgesetzt. Diese Abmachungen überdauerten sogar den Zweiten Weltkrieg. Dann schlossen das Land Rheinland-Pfalz und die Gemeinde einen neuen Vertrag, der die alten Vereinbarungen ablöste.³¹⁰
Ebenfalls eng verbunden mit den Arenberger Quellen ist die Wasserversorgungsgeschichte der unmittelbar benachbarten Gemeinde Immendorf. Zur Nutzung der damals noch ausreichenden Trinkwasservorkommen des Nachbardorfes hatten sich die Verantwortlichen im Frühjahr 1905 zum Bau einer neuen Wasserleitung durchgerungen. Im Oktober 1907 kam es zwischen beiden Gemeinden zur vertraglichen Einigung.³¹¹ Wegen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten schlossen sie jedoch die gleichzeitige Errichtung einer Kanalisation von vornherein aus.³¹²
Um 1900 schienen die Arenberger Quellen noch so ergiebig zu sein, dass man ohne größere Bedenken weitere Anschlüsse genehmigte. Die Gemeinde erwartete dadurch zusätzliche Einnahmen. So wurde das Dominikanerinnenkloster an den Rohrstrang angeschlossen.³¹³ Schon 1900 hatte die Blei- und Zinkgrube Mühlenbach³¹⁴ im Mühlental die Genehmigung erhalten, ein von der Gemeinde nicht genutztes Quellbassin, gelegen auf dem sogenannten „Kissel“, für ihre Zwecke zu nutzen.³¹⁵
Probleme bereitete dagegen die Wasserversorgung der an der Straße nach Arenberg gelegenen Gemeinde Niederberg. Aus diesem Grunde machte der Meliorats-Baubeamte der preußischen Rheinprovinz den Vorschlag, die geplante Wasserleitung für den Ort mit der für Arenberg und Immendorf zu verbinden. Der Beamte hatte in einem Gutachten erklärt, dass eine in Arenberg bereits gefasste Quelle auch den Bedarf in Niederberg decken könnte.³¹⁶
Diese Idee wurde jedoch nicht verwirklicht. Stattdessen kam es später zum Bau der Gemeindewasserleitung von Arzheim nach Niederberg (siehe unten). Trotz dieser letztendlich einigermaßen zufriedenstellenden Lösung bestand in der im Bereich der Straße nach Ehrenbreitstein gelegenen neuen Siedlung Wassernot. Einige Siedler hatten sogar einen Brunnen gegraben. Dieser war jedoch wegen der unhaltbaren hygienischen Zustände ein Dorn im Auge der Behörden. Um die Sache zu bereinigen, schlug das Wasserwirtschaftsamt der Bezirksregierung vor, die neue Siedlung entweder an die Gemeindewasserleitung Arzheim-Niederberg oder aber an die Trinkwasserversorgung der Stadt Ehrenbreitstein anzuschließen. Letztere Möglichkeit schien umso empfehlenswerter, weil die Siedlung für das Versorgungssystem in der früheren Residenzstadt keine Belastung darstellte und ein Druckverlust ausgeschlossen werden konnte.³¹⁷
7.4 Wasserprobleme in Arzheim
Arzheim wurde ursprünglich von den „Wintersborner Quellen“ im Wald oberhalb der Gemeinde mit Trinkwasser versorgt. Die erste Wasserleitung des Dorfes wurde bereits 1909 nach dem Plan des Ehrenbreitsteiner Gemeindebaumeisters erweitert.³¹⁸ Die Arzheimer Quellen lieferten eine Wassermenge von 500 Kubikmetern pro Tag, also wesentlich mehr, als der Ort zur Deckung des eigenen Bedarfs benötigte. Zur Speicherung des Trinkwassers diente ein Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 180 Kubikmetern. Er war am Hang des Steinerkopfes unterhalb des Forsthauses gelegen.
Im Herbst 1942 gingen die Quellen zunächst stark zurück, um dann ein Jahr später völlig zu versiegen. Die Schuld an dieser für die Gemeinde katastrophalen Lage trug die im Mühlental zwischen Arzheim und Arenberg gelegene Grube Mühlenbach. Die Betreiber hatten zum besseren Abtransport der in der Grube gewonnenen Erze in 110 Meter Tiefe einen Stollen gegraben, der in Nievern an der Lahn enden sollte. Oberhalb dieses Ortes befanden sich die Aufbereitungswerke der Grubengesellschaft. In diesem Stollen zeigte sich nach einiger Zeit ein immer stärkerer Wassereinbruch, der nachher so immens wurde, dass die Stollenarbeiten am Arzheimer Ende eingestellt und der Durchbruch von der Lahn her vorgenommen werden musste. Menge des Wassers: 2000 Kubikmeter täglich. Den Arzheimern war also im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben worden.³¹⁹
Das Ausbleiben des Wassers hatte für den kleinen Ort verheerende Folgen. Immerhin lieferten die Quellen für die Bewohner jährlich eine Wassermenge von 16.000 Kubikmetern, was schon allein dem Dorf Einnahmen in Höhe von 4800 Reichsmark bescherte. Zusätzlich „exportierte“ die Gemeinde das kostbare Nass nach Koblenz. Geschäftsgrundlage war ein am 16. Juli 1938 zwischen beiden Kommunen auf 30 Jahre geschlossener Vertrag. Darin bestätigte die Stadt eine Mindestabnahme von jährlich 60.000 Kubikmetern zum Preis von 13 Pfennig pro Kubikmeter. Das von Arzheim bezogene Wasser wurde zur teilweisen Versorgung der ehemals selbstständigen Orte Ehrenbreitstein, Pfaffendorf, Niederberg und Neudorf verwendet, die 1937 eingemeindet worden waren. Die Übereinkunft hatte für die Gemeinde viele Vorteile, denn sie musste sich nicht verpflichten, den Bau neuer Leitungen mitzufinanzieren. Außerdem waren im Falle von Quellschürfungen weitere Zahlungen seitens der Stadt Koblenz zu erwarten. Auch musste die Stadt die Kosten für Reparaturen der nach Koblenz führenden Leitungen tragen.³²⁰
Mit dem Zurückgehen der Quellen ab Mai 1943 änderte sich die Situation grundlegend. Arzheim sah sich gezwungen, die Wasserabgabe nach Koblenz einzuschränken. Kommune und die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) als Betriebsführerin der Wasserversorgung bestanden auf Einhaltung bestehender Vereinbarungen, weil die Wasserversorgung von Niederberg und des unterhalb der Festung Ehrenbreitstein gelegenen Neudorf auf dem Spiel stand – beide neuen Stadtteile hatten damals noch keine Verbindung zum Koblenzer Wasserversorgungsnetz. Das Problem sollte vorübergehend wie folgt gelöst werden: Die Gemeinde Arzheim sollte an die Stadt so viel Wasser liefern, dass die Wasserversorgung von Niederberg und Neudorf gewährleistet war. Umgekehrt konnte aus anderen Koblenzer Stadtteilen problemlos Zuschusswasser nach Arzheim geführt werden. Zudem bestand die Möglichkeit, Ehrenbreitstein über die Arenberger Leitung zu versorgen.³²¹ Diese Regelung sollte nicht lange Bestand haben. Schon Ende September 1943 war die Wasserversorgung einiger rechtsrheinischer Gemeinden völlig zusammengebrochen,³²² sodass der gesamte Bedarf – auch der von Arzheim – über das Koblenzer Versorgungssystem sichergestellt werden musste. Bis Ende Oktober wurden die Behelfsmaßnahmen fertiggestellt.³²³
Der Ausfall der mit dem Trinkwasser verbundenen Einnahmen bedeutete für Arzheim eine finanzielle Katastrophe: War die kleine Gemeinde doch nicht mehr in der Lage, ihren laufenden Haushaltsplan zum Ausgleich zu bringen. Vor diesem Hintergrund mussten die Gemeindesteuern erheblich erhöht werden, zumal eine Entschädigung seitens der Grubenbetreiber nicht in Aussicht stand. Folglich musste die Stadt Koblenz einspringen. Zu diesem Zweck hatte die Kommune im Blindtal unterhalb des Friedhofes eine behelfsmäßige Pumpstation – sie wurde Anfang der 1950er-Jahre neu gebaut – errichtet, die das Wasser aus dem Koblenzer Leitungsnetz (vom Hochbehälter Kratzkopf kommend) in das Dorf hinaufpumpte.
Die Pumpe im Blindtal förderte zehn Kubikmeter stündlich, wobei zu berücksichtigen war, dass Teile von Ehrenbreitstein und Pfaffendorf mitversorgt werden mussten. Fazit: Eine wirksame Brandbekämpfung war nicht möglich, zumal die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls der elektrischen Pumpe im Falle eines Bombenangriffs ständig stieg. Deshalb wurde das aus der Grube Mühlenbach anfallende Wasser ebenfalls den Problembereichen zugeführt.³²⁴ Dennoch war die Versorgungssituation nach Ausfall der Arzheimer Quellen kritisch. Nach dem Luftangriff vom 19. Juli 1944 brach die Zuführung vorübergehend zusammen, sodass das Dorf über Arenberg notdürftig mitversorgt werden musste.³²⁵
7.5 Horchheim und Pfaffendorf
Eine Aufstellung vom Frühjahr 1907 nennt für beide Orte Quellwasserleitungen.³²⁶ In Pfaffendorf wurde das Rohrnetz aus der „Bienhornquelle“ und der „Tunnelquelle“ an der Ravensteynstraße gespeist, in Horchheim von den Quellen „Weitenborn“ und „Bauerswiese“. Wegen der schlechten Ergiebigkeit musste die Stadt Koblenz fast immer über eine Leitung auf der Horchheimer Eisenbahnbrücke zusätzliches Wasser liefern. Auch Ehrenbreitstein erhielt auf diese Weise einen Teil seines Wassers. Für die tief liegenden Teile von Horchheim und Pfaffendorf wurde das Wasser unmittelbar den Ortsleitungen zugeführt, während das für die höher gelegenen Bereiche von Pfaffendorf und Ehrenbreitstein bestimmte Wasser über das Zwischenpumpwerk „Bächelstraße“ in Horchheim über die Kasernen in den Hochbehälter „Kratzkopf“ gedrückt wurde, von wo aus das Wasser in die beiden Orte gelangte.³²⁷
8. Die linksrheinischen Nachbarn
Vom urbanisierten Dorf bis hin zur traditionsreichen ländlichen Gemeinde: Diese Orte haben gemeinsam, dass sie sich erstaunlich lange gegen eine Eingemeindung nach Koblenz widersetzten. Der Preis war hoch: Die Gemeinden konnten zwar auf staatliche Zuschüsse hoffen, mussten aber den größten Teil der Ausgaben für die neuen Wasserversorgungssysteme selbst finanzieren. In den folgenden Abschnitten soll die unterschiedliche Entwicklung in den an den Koblenzer Stadtbezirk grenzenden linksrheinischen Gemeinden geschildert werden.
8.1 Von Kesselheim bis Kaltenengers
1929 zählte man in Kesselheim, St. Sebastian und Kaltenengers zusammen 4129 Einwohner, darüber hinaus 640 Stück Großvieh. Die Bevölkerung in den Dörfern setzte sich zum Großteil aus Landwirten, Gemüsegärtnern und Arbeitern zusammen. Landwirtschaft und Gemüsebau waren hoch entwickelt. Der Wasserleitungsbau wurde somit zur Lebensfrage für die von der allgemeinen Arbeitslosigkeit jener Zeit stark betroffenen Gemeinden. Durch die Extremhochwasser der 1920er-Jahre waren nämlich viele Brunnen verseucht worden.³²⁸ Um die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung für alle Beteiligten finanziell tragbar zu machen, erhielt man im Herbst 1929 eine Beihilfe aus dem Westfonds in Höhe von 30.000 Reichsmark,³²⁹ also zu einem Zeitpunkt, als der Aufbau einer zentralen Wasserversorgung in den betroffenen Gemeinden weitgehend abgeschlossen war.³³⁰ Bereits früher hatten die Gemeinden Hilfen beantragt, denn immerhin lief das rund 285.000 Mark teure gemeinsame Versorgungsprojekt (eine andere Quelle nennt eine niedrigere Summe in Höhe von 225.700 Mark)³³¹ in der Sparte „Notbaumaßnahme“. Darlehen stellte neben der staatlichen Erwerbslosenfürsorge vor allem die Kreissparkasse Koblenz-Land zur Verfügung.
Die Verwirklichung der Pläne wurde 1926 in Angriff genommen, im Januar 1927 begann der Bau der Pumpstation Kaltenengers. Bis dahin war auch der Stadtteil Kesselheim, damals noch eigenständige Gemeinde, durch private Einzelbrunnen mit Handpumpen versorgt worden. 1926 begann auch in diesem Dorf die Verlegung des Rohrnetzes.³³² Dabei wurde der Ort mit einer Wasserleitung an die Gemeinde St. Sebastian angeschlossen. Beide Dörfer wurden aus dem Brunnen des Wasserwerkes Kaltenengers versorgt. Die Wasserversorgung von Kesselheim wurde im Krieg bei Beschädigungen des Versorgungsnetzes durch die privaten Brunnen aufrechterhalten. Die Transportleitung zwischen den Gemeinden St. Sebastian und Kesselheim diente bis 1976 als einzige Versorgungszuleitung zum Verteilungsnetz Kesselheim.³³³
8.2 Kapellen-Stolzenfels
Kapellen-Stolzenfels war eine arme, auf den Fremdenverkehr angewiesene Gemeinde mit gänzlich unzureichender Wasserversorgung. Die Verwaltung empfahl daher aus gesundheitlichen, vor allem aber aus wirtschaftlichen Gründen den Ausbau der Trinkwasserversorgung.³³⁴ Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts dachte man daher über den Bau einer Wasserleitung nach. Da die Gemeinde jedoch keine eigene Quelle hatte, kam für sie nur die Erschließung des ganz in der Nähe gelegenen Gründgesbaches im Koblenzer Stadtwald infrage. Bereits im Februar 1901 erteilte die Stadtverwaltung Koblenz die Genehmigung, in dem ins Auge gefassten Distrikt die notwendigen Vorarbeiten durchführen zu lassen. Doch dabei blieb es. Lange wurde diskutiert und geplant. Greifbare Ergebnisse gab es nicht.³³⁵
Gut zehn Jahre später kam wieder Bewegung in die Sache. Allerdings war von einem Anschluss der Gemeinde an den Gründgesbach dieses Mal nicht die Rede. Im April 1912 stellte der Bürgermeister von Koblenz-Land nüchtern fest:
„[…] die Gemeinde Capellen […] hatte seither eine völlig unzureichende Wasserversorgung, da die drei vorhandenen Gemeindebrunnen nicht dauernd die hinreichenden Wassermengen für den täglichen Bedarf, noch viel weniger im Brandfalle genügendes Löschwasser lieferten. Teilweise war das Wasser auch so verunreinigt, daß es von den Einwohnern nicht verwendet werden konnte. […]“³³⁶
Eine Lösung des Problems lag scheinbar auf der Hand, denn die Nachbargemeinde Rhens hatte zwei Jahre zuvor eine zentrale Wasserversorgung eingerichtet, deren Überschüsse ohne Weiteres an den Ort Kapellen abgegeben werden konnten. Die Gesamtkosten der Weiterführung der Wasserleitung nach Kapellen hätten 8000 Mark betragen, die acht Unterflurhydranten für Feuerlöschzwecke eingeschlossen.³³⁷ Später entschloss man sich, die sich bietende Möglichkeit in die Praxis umzusetzen. Mitte März 1913 machte der Gemeinderat Nägel mit Köpfen und beschloss, die erforderlichen Zuleitungen herzustellen, und verabschiedete eine Gebührenordnung. Hauseigentümern, die sich dieser Entscheidung nicht fügen wollten, drohte, dass sie die Kosten für den Anschluss an die Hauptrohrleitungen selbst tragen mussten.³³⁸
Trotz der Wasserknappheit wehrten sich die Bürger gegen den Plan der Gemeinde, die Häuser des Ortes an die Rhenser Wasserleitung anschließen zu lassen. Die Dorfbewohner wollten sich diese Zwangsmaßnahme natürlich nicht gefallen lassen und beschwerten sich beim Landrat über das Vorgehen des Gemeinderates und des Bürgermeisters Koblenz-Land. Sie bemängelten, dass der Anschluss an die Rhenser Wasserleitung erfolge, obwohl bereits Vorarbeiten zur Nutzung einer ortsnahen Quelle durchgeführt worden waren. Dieses Wasser wäre nach ihrer Ansicht besser und vor allem billiger als das aus dem Nachbarort gewesen.³³⁹ Die Beschwerde nutzte jedoch nichts. Am 9. Juni 1913 erteilte das Landesbauamt die Genehmigung für die Verlängerung der Rhenser Wasserleitung nach Kapellen – selbstverständlich auf Kosten der Gemeinde.³⁴⁰
Die unzufriedenen Hauseigentümer gaben jedoch nicht auf. Sie erreichten, dass eine Bürgerversammlung angesetzt wurde. Diese Zusammenkunft ist aus der „Coblenzer Volkszeitung“ überliefert. Der Artikel lautet:
„Der Leiter der Versammlung, Bürgermeister Effelsberg, entwarf zunächst ein äußerst trauriges Bild der Wasserversorgung in hiesigem Orte durch die vier Ortsbrunnen. Eine Erlösung aus dieser Wassernot könne nur eine Wasserleitung bringen. Zu einer solchen besitze die Gemeinde Kapellen jedoch keine Quellen in ihrer Gemarkung, weshalb der hiesige Gemeinderat beschlossen habe, dem hiesigen Orte das Wasser aus der Rhenser Wasserleitung zuzuführen. Leider seien die Kapeller so undankbar und ständen dieser Wasserversorgung ablehnend gegenüber, indem sie an die bereits gelegte Rohrleitung keinen Anschluß nähmen. Er sei deswegen gezwungen, jetzt Zwangsmaßnahmen anzuwenden und zwar damit, daß sich später anschließende Hausbesitzer die Kosten des Anschlusses selbst bezahlen.“
Außerdem drohte der Bürgermeister mit Geldstrafen und der Schließung der öffentlichen Brunnen.³⁴¹
In der gleichen Versammlung nannten die Hausbesitzer Gründe, warum sie gegen den Anschluss an die Rhenser Wasserleitung waren. Für sie war das Wasser für Kapellen unbrauchbar, da sich in Kapellen – dem Schlusspunkt der Rhenser Wasserleitung – in den Rohren zu viel Schlamm absetzte. Dadurch werde das Wasser trüb und zum Trinken und Kochen ungeeignet. Auch Hauseigentümer, die schon in den Genuss der neuen Anlage gekommen waren, weigerten sich aus diesen Gründen, die geforderten Abgaben zu entrichten. Andere wiederum hatten zwar einen Anschluss zu ihren Häusern herstellen, aber keine Hausleitungen legen lassen.³⁴² Die widerspenstigen Bürger erinnerten daran,
„daß auf Grund früherer Vorarbeiten zur Erschließung einer Quelle [Gründgesbach!] in unmittelbarer Nähe des Ortes Kapellen festgestellt worden sei, dass genügend gutes Wasser dort zu einer eigenen, sich billig stellenden Wasserleitung vorhanden sei und daß man erwarte, daß diese Leitung ausgeführt würde. Bei dieser eigenen Leitung würden vorgesehenen Wasserabgaben ausreichen zur Verzinsung und Amortisierung des Anlagekapitals, so daß der Ort später ein billiges Wasser hätte, was bei der Leitung aus Rhens nie eintreten würde.“³⁴³
Bürgermeister Effelsberg versprach jedoch, das Wasser aus der bei Kapellen gelegenen Quelle zu einem späteren Zeitpunkt dem örtlichen Rohrnetz zuzuführen. Aber auch diese Aussicht stieß bei den Versammlungsteilnehmern auf wenig Gegenliebe. Sie nannten technische Gründe, die angeblich gegen die Realisierung dieses Vorhabens sprachen. Die Wasserzuleitung von Rhens erfolgte nämlich von Süden her, wogegen das Quellwasser aus nördlicher Richtung herbeigeschafft werden musste. Es reichte nach ihrer Meinung nicht aus, die Leitung am in Richtung Rhens gelegenen Ende einfach „dichtzumachen“, weil auf diese Weise das Problem der Verschlammung der Leitung nicht gelöst werden konnte.³⁴⁴
Doch alle Bürgerproteste halfen nichts. Wie geplant wurde Kapellen an die Rhenser Wasserleitung angeschlossen. Bereits im September 1913 war das Werk vollendet. Die schlechten Vorahnungen der Hauseigentümer erfüllten sich, denn es stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass die Verantwortlichen in der Gemeinde Kapellen einen schweren Fehler begangen hatten. In der kleinen Nachbarstadt versagte nämlich Anfang der 30er-Jahre das bestehende, eigentlich noch relativ neue Wasserversorgungssystem. Durch neue Quellen, Pumpanlagen und Verlegung neuer Rohre musste eine Erweiterung der bisherigen Wasserleitung vorgenommen werden, was praktisch einer Neuanlage gleichkam. Der Bau war vor allem deshalb dringend erforderlich, weil infolge der engen Bauweise und der Lagerung der Erntevorräte in den Wohnhäusern und Höfen ein erhöhter Feuerschutz erforderlich wurde.³⁴⁵
Angesichts der sich allmählich abzeichnenden problematischen Situation hatten sich die Verantwortlichen in Kapellen wieder auf den Gründgesbach zurückbesonnen. Von 1929 an nutzte die Gemeinde für ihre Trinkwasserversorgung endlich das Wasser dieses Baches, der im Koblenzer Stadtwald entspringt. Gleichzeitig hatte man die Wasserleitung ausgebaut.³⁴⁶ Darüber hinaus wurde Schloss Stolzenfels von einer eigenen Quelle und einem Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 80 Kubikmetern versorgt.³⁴⁷ Die „neuen“ Anlagen erwiesen sich jedoch bald als zu klein. Deswegen entschloss sich die Gemeinde Anfang 1935 zur Anlage eines „Reserve-Wasserbassins“.³⁴⁸ Über die Nutzung des Gründgesbaches schlossen damals Stadt Koblenz und die Gemeinde 1929 einen Vertrag ab. Zur Nutzung dieses Bachwassers wurde eine Kiesfilteranlage hergestellt, die ebenfalls auf städtischem Gelände lag. Diese Filteranlage reinigte das Wasser allerdings nur mechanisch. Diese Art der Wasseraufbereitung erwies sich als sehr unzureichend, insbesondere nach starken Regenfällen. Die zuständige Gesundheitsbehörde beanstandete deshalb noch vor dem Krieg die Wasserversorgung immer wieder.³⁴⁹
8.3 Metternich
Das 1937 nach Koblenz eingemeindete Metternich hatte noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges den Charakter eines Vororts, obwohl sich dort namhafte Industriegebiete angesiedelt hatten. Die Gemeinde betrieb sogar seit 1906 ein eigenes Gaswerk. Und so lebten in dem früheren Dorf zunehmend Arbeiter, was aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht bedeutete, dass die Landwirtschaft ihre Rolle einbüßte.³⁵⁰
Der wirtschaftliche Wandel, vor allem aber das Aufblühen der Ziegelindustrie Ende des 19. Jahrhunderts wirkte sich unmittelbar auf die Wasserversorgung der Bevölkerung aus. Die Situation war so angespannt, dass man sich bei der Genehmigung neuer Anschlüsse zurückhielt. Risiken anderer Art für die Wasserversorgung der Bevölkerung brachte die zunehmende Industrialisierung, besonders die Ziegelindustrie. Und so wurden in den Jahren 1900 und 1914 sowohl der Antrag der Gebrüder Rödig als auch das Vorhaben der Brüder Nikolaus und Peter Poetsch zur Errichtung weiterer Ziegeleien abgelehnt.³⁵¹
In jene Zeit fällt auch der Beginn der wissenschaftlichen Messung der örtlichen Quellkapazitäten. Am 29. November 1913 präsentierte der Geheime Oberbergrat von Dassel schließlich ein Gutachten, das sich genau mit der Versorgungssituation in Metternich auseinandersetzte. Demnach bestanden auf dem Gebiet der Gemeinde sechs Quellen: Dazu gehörten auch Geisenborn- und Herrenweiherquelle, deren Trinkwasser damals komplett in das Koblenzer Netz eingespeist wurde. Dazu kamen die Pfingstquelle (Behälterquelle) und die sogenannte Neue Quelle. Diese Quellen sollten die Versorgung Metternichs sicherstellen. Allerdings wurde die Herrenweiherquelle später Zug um Zug aufgegeben. Eine weitere Quelle befand sich in Privatbesitz von Max Weidtmann. Der pensionierte Regierungsbaumeister nutzte seit 1912 mit Genehmigung der Gemeinde eine in der Nähe seines Hauses entspringende Quelle. Weidtmann hatte sogar eine kleine Pumpstation errichten lassen, die von einer Windturbine angetrieben wurde.³⁵²
Ungeachtet der knappen Ressourcen wurde in den Jahren von 1908 bis 1911 im Auftrag der Gemeinde eine neue Wasserleitung verlegt. Im Zuge dieser Arbeiten wurden alle Metternicher Haushalte an das Netz angeschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg sollten sich neue Engpässe zeigen, weil die Zahl der zu versorgenden Einwohner weiter zunahm. Dazu kam, dass die in der Metternicher Gemarkung stationierten Besatzungstruppen versorgt werden mussten. 1922 nahm die Gemeinde schließlich Verhandlungen mit der Stadt Koblenz auf. Das Ziel: Der Anschluss Metternichs an das Grundwasserwerk Oberwerth durch eine Druckwasserleitung. Eine Vereinbarung zwischen den beiden Kommunen kam aber nicht zustande.³⁵³ Da auch in Koblenz die Besatzungstruppen versorgt werden mussten, waren die Kapazitäten begrenzt.
Der letzte Versuch, in Metternich neue Quellen aufzufinden, fällt in das Jahr 1923. Die Bemühungen scheiterten. Und neue Verhandlungen mit der Stadt Koblenz standen nicht zur Debatte. Die logische Konsequenz war der Aufbau einer eigenen Versorgung mit Grundwasser, zumal die Ergiebigkeit der Metternicher Quellen immer weiter nachließ. Nach intensiven chemischen Untersuchungen³⁵⁴ entstand am Moselufer ein gemeindeeigenes Grundwasserwerk.
Die Gemeinde musste Investitionen in Höhe von 23.200 Reichsmark allein bewältigen. Mit Ausnahme einer Beihilfe der Provinzial-Feuerversicherungsanstalt in Höhe von 1000 Reichsmark waren keine Zuschüsse zu erwarten.³⁵⁵ Die Anlage wurde schließlich in unmittelbarer Nähe des Gaswerkes am Moselufer gebaut und bereits im September 1929 in Betrieb genommen. Um weiteren Versorgungsschwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, entschloss sich die Gemeindevertretung zur Aufstellung einer zweiten Pumpe. Diese nahm im Oktober 1930 die Arbeit auf. Die Investition lohnte sich, weil die Ergiebigkeit der Quellen inzwischen so weit nachgelassen hatte, dass fast der gesamte Wasserbedarf in Metternich durch das Pumpwerk gedeckt werden musste.³⁵⁶
Das vom Pumpwerk geförderte Wasser konnte entweder unmittelbar in die Wasserleitung abgegeben oder in den Hochbehälter „Auf der Hohl“ in der oberen Trierer Straße befördert werden. Das Vorhandensein einer ausreichenden Wassermenge in diesem Hochbehälter kontrollierte eine Meldeanlage im Pumpwerk automatisch. Dessen Pumpen wurden von zwei Deutzer Gasmotoren angetrieben.³⁵⁷ Die Technik war zur damaligen Zeit hochmodern und ein für die Gemeinde Metternich kaum erschwinglicher Luxus.
Wie schwer man sich mit der Unterhaltung der Pumpstation tat, zeigt ein Schreiben des Gemeindevorstandes von Metternich an die Bürgermeisterei Koblenz-Land vom Januar 1932. Darin heißt es:
„[…] Die katastrophale Lage der Gemeinde Metternich ist hinreichend bekannt. Die Wohlfahrtsaufwendungen steigen von Tag zu Tag, die Steuereinnahmen verringern sich gleichzeitig mit der Steuerkraft der wenigen zahlungsfähigen Bürger immer mehr. Die Einnahmen des Wasserwerks sind zur Bestreitung der Betriebsausgaben kaum ausreichend, besonders da die Unterhaltungskosten für das schon alte, reparaturbedürftige Rohrnetz sehr hoch sind. […]“³⁵⁸
Der Zweite Weltkrieg brachte natürlich auch Erschwernisse und Zerstörungen für den Stadtteil Metternich, der wegen seiner Nähe zur Koblenzer Innenstadt immer wieder der Gefahr ausgesetzt war, in größerem Umfange bombardiert zu werden. Auch wenn den Stadtteil nicht dasselbe schlimme Schicksal ereilte wie die Koblenzer Innenstadt, brach die Wasserversorgung streckenweise zusammen. Der Wiederaufbau gelang dennoch erstaunlich schnell. Allerdings sollte das Metternicher Wasserwerk keine Zukunft haben. Es galt als veraltet, zudem waren die Betriebskosten relativ hoch.
Das Hauptproblem war jedoch, dass die Pumpstation mitten in einem Mischgebiet mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Nutzungen stand. In unmittelbarer Nachbarschaft gab es eine Gerberei, zwei Metallgießereien und einen landwirtschaftlichen Betrieb. Dazu kamen ein Gastronomiebetrieb, eine Badeanstalt und das Bootshaus des Arbeiter-Sportvereins. Auch das Gaswerk war nicht weit entfernt. In der Nachbarschaft befand sich bis 1930 die Ringofenziegelei Peters.³⁵⁹
Schließlich machten die am Moselufer notwendigen Verkehrswege die Ausweisung von Wasserschutzgebieten unmöglich. Alles in allem waren das die Hauptargumente, die zur Schließung des Metternicher Wasserwerks und zur Anbindung des neuen Stadtteils an das Koblenzer Wasserversorgungssystem führten. Etwas anders sah die Situation im Falle der Quellen aus. Die Geisenbornquelle und Reste der 1944 zerstörten ehemaligen kurfürstlichen Wasserleitung wurden bereits ab 1948 wiederhergerichtet. Bei der Erschließung des neuen Wohngebietes Eulenhorst speiste sie immer noch 360 Kubikmeter täglich in das Rohrnetz ein. Erst 1986 wurde sie wegen erhöhten Nitratgehalts umgeleitet, jedoch ebenso wie die Behälterquelle („Pfingstborn“) als Reserveleitung vorgehalten.³⁶⁰
8.4 Güls
Wie auch in anderen Dörfern versorgten sich die Einwohner in Güls lange Zeit mit Wasser aus Ziehbrunnen. Diese mittelalterlich anmutenden Zustände wurden mit der Errichtung von vier Gemeindepumpen schrittweise beseitigt. Nach und nach stellte man auch die Gülser Privatbrunnen auf Pumpbetrieb um. Genutzt wurde das Grundwasser, Beanstandungen hinsichtlich der Qualität gab es kaum. Auch die vor dem Hintergrund der Hamburger Choleraepidemie von 1892 durchgeführten Untersuchungen stellten diese Einschätzungen nicht infrage. Trotzdem scheint die Situation nicht so rosig gewesen zu sein, zumal es im Ort keine Kanalisation, sondern nur gepflasterte Rinnen in den Straßen zur Ableitung des Oberflächenwassers gab.³⁶¹ Noch 1904 bemängelten Mitarbeiter des Oberpräsidiums die hohe Kindersterblichkeit. Auch ist von einem Typhusfall die Rede.³⁶²
Genauere Informationen über Sozialstruktur, Wirtschaft und Hygiene im Ort gibt eine Aufstellung des Koblenzer Oberpräsidiums vom November 1902. Darin heißt es:
„[…] Die Einwohnerschaft besteht aus landwirtschaftlichen Tagelöhnern, Kleinbauern, kleinen Gewerbetreibenden und Handwerkern. Industrielle Anlagen sind nicht vorhanden, obgleich ansteckende Krankheiten seit 1898, in welchem Jahre zahlreiche Fälle von Scharlach und Diphtherie zu verzeichnen waren, seuchenartig nicht aufgetreten sind, kann der Zustand der Bevölkerung nicht als günstig bezeichnet werden. Die Zahl der Sterbefälle betrug im Durchschnitt 56 Erwachsene, die der Kinder unter 14 Jahren allein 36. Da die klimatischen Verhältnisse des Ortes im Allgemeinen nichts zu wünschen übrig lassen, kann der schlechte Gesundheitszustand in der Hauptursache nur auf die mangelhafte Versorgung des Ortes mit Trinkwasser zurückgeführt werden. Die Bewohner sind zur Deckung ihres Bedarfs an Trink- und Gebrauchswasser auf vorhandene Tiefbrunnen angewiesen und benutzen das in geringer Tiefe vorhandene Grundwasser. Es sind fünf öffentliche und 89 Privatbrunnen vorhanden, deren Wasser sowohl nach Güte als auch nach Menge den in gesundheitlicher Hinsicht zu stellenden Anforderungen nicht entspricht. Die Brunnen liegen meistens im Bereiche von Jauchegruben. Ihr Wasser ist nicht nur im Laufe der Zeit durchfließenden Tagewassers, sondern auch dem Zuflusse von Jauche ausgesetzt. In trockenen Zeiten herrscht Wassermangel. […]“³⁶³
Trotz der widrigen Umstände waren viele Gülser alles andere als begeistert, als man daranging, den Bau einer Wasserleitung zu planen. Sie befürchteten die hohen Kosten, obwohl dem zuständigen preußischen Ministerium bereits 1902 ein Antrag auf einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 10.000 Mark vorlag.³⁶⁴ Aufbauend auf den Planungen verhandelten am 15. Januar 1903 acht Gülser Bürger und Grundeigentümer die Möglichkeit, die Wasserfassungen in den Sosemer Wiesen und am Schleiderborn anzulegen, einen Hochbehälter am Schleiderkopf zu erstellen und die Verlegung der Versorgungsleitungen in ihren Grundstücken zu dulden.³⁶⁵
In der Folge entstand die erste zentrale Versorgung für Güls mit Quellwasser, Gussrohre wurden verlegt. Im Einzelnen waren dies 2,1 Kilometer für Quellleitungen, 1,2 Kilometer vom Hochbehälter bis in die Ortslage und zur Verteilung im Ort 4,2 Kilometer mit 61 Hydranten. Die Finanzierung brachte für die Gülser nicht die befürchteten Belastungen. Die Gemeinde nahm bei der Landesbank einen Kredit in Höhe von 90.000 Mark auf.³⁶⁶ Größter Wert wurde dabei dem notwendigen Ausbau der „Sickergalerien“ beigemessen, ebenso dem Hochbehälter am Schleiderkopf, der mit einem Fassungsvermögen von 100 Kubikmetern Inhalt ausgelegt wurde. Auch heute noch sind diese Quellfassungen in Betrieb, und Teile der Quellzuleitungen von 1903 dienen nach 85 Jahren Betriebszeit immer noch der Wassergewinnung.
In der Vergangenheit kam es wiederholt zu kritischen Situationen in der Wasserversorgung, so am 16. Mai 1932, als nach einem Wolkenbruch am Pfingstmontag Wasser in die Quellfassungen von Schleiderborn und Sosem eindrang. Die Quellsammelstuben waren verschlammt, ebenso die Rohrleitungen bis hin in den Behälter Schleiderkopf. Wegen der verunreinigten Quellen musste die Bevölkerung ein wochenlanges Abkochgebot befolgen, um hygienische Beeinträchtigungen zu vermeiden.
Auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Wasserversorgung erheblich beeinträchtigt. Die Hauptfallleitung zum Ort wurde mehrmals zerstört, und auch in der Ortslage selbst waren alle Leitungen betroffen, sodass es der Gemeinde Güls nicht mehr gelang, die Wasserversorgung selbstständig aufrechtzuerhalten.
Der nach der Erweiterung von 1955 noch bis 1976 betriebene alte Hochbehälter ist heute nicht mehr erhalten. 1968/69 mussten Teile der Quelle Schleiderborn nach Beeinträchtigungen durch den benachbarten Kiesabbau außer Betrieb genommen werden, da ständige Trübfärbungen, aber auch erhebliche bakteriologische Verunreinigungen auftraten.
8.5 Bisholder
Langsamer verlief die Entwicklung in Bisholder. Der auf der Hochebene am Moseltal oberhalb von Güls gelegene kleine Ort mit nur 148 Einwohnern war sehr arm. Die Zwerggemeinde konnte sich wirtschaftlich nicht mehr halten und sollte auf Betreiben des Landrates nach Güls eingemeindet werden. Diese Gemeinde verlangte jedoch den Aufbau einer zentralen Wasserversorgung für Bisholder. Dazu wären aber Beihilfen und ein Darlehen notwendig gewesen.³⁶⁷
Der Bau der Wasserleitung verzögerte sich deshalb immer wieder, weil die Zuschüsse nicht flossen und man wegen der geringen Leistungsfähigkeit von Bisholder keine Beschleunigung der Angelegenheit erwarten konnte. Erst nach dem Problemsommer 1928 kam Bewegung in die Sache. Die bereits bestehenden Entwürfe wurden wesentlich verändert, die Ausführung für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Im Dezember 1929 war das Werk weitestgehend vollendet. Außerdem hatte der Staat der Gemeinde Zuschüsse von insgesamt mehr als 7000 Reichsmark gewährt.³⁶⁸
8.6 Moselweiß
Die Geschichte der Wasserversorgung in Moselweiß ist schnell erzählt. Das Dorf gehörte von 1902 an zu Koblenz und wurde – wie ein Blick in die Verwaltungsberichte aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zeigt – relativ früh an das städtische Versorgungsnetz angeschlossen. Ein erster Antrag zum Anschluss an die neue Koblenzer Wasserleitung war schon 1895 erfolgt. Noch früher, nämlich im März 1888, hatte Georg Schmitzer die Genehmigung erhalten, eine eigene Wasserleitung zu errichten, die „an den nach dem Kemperhofe führenden Weg liegenden Hydranten angeschlossen werden sollte“.³⁶⁹
8.7 Lay
Über die erste Wasserleitung in Lay gibt es nur sehr knappe Informationen. So enthält zum Beispiel ein Brief des preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten an das Oberpräsidium vom 24. April 1908 einen Hinweis auf die hohen Kosten der Vorarbeiten wegen der erforderlichen Schürfungen und Tiefbohrungen.³⁷⁰ Auch in den Bezuschussungslisten für die Jahre 1907 und 1908 werden Projekte in Lay benannt.³⁷¹
8.8 Bubenheim und Rübenach
Nach einem Vertrag von 1919 hatte Bubenheim 5000 Mark an Rübenach gezahlt und damit für alle Zeiten das Recht des Überlaufs erworben.³⁷² Der Gemeinde standen nämlich keine eigenen Quellen zur Verfügung, sodass sie auf das Entgegenkommen des Nachbardorfs angewiesen war. Der Vertrag war übrigens nachts um drei Uhr in einer Gaststätte zustande gekommen und musste daher noch nachträglich anerkannt werden.³⁷³
Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte es sich jedoch, dass es in Rübenach kaum möglich war, den eigenen Wasserbedarf zu decken. Die Ergiebigkeit der gemeindeeigenen Quellen war zurückgegangen, umgekehrt proportional nahm die Bevölkerung zu. Fortan war es kaum mehr möglich, Bubenheim mit Wasser zu beliefern. Der Bubenheimer Gemeinderat unter Führung von Bürgermeister Casper war daher bestrebt, durch Bohrungen innerhalb des Ortes Wasserquellen zu finden, die eine Selbstversorgung ermöglichten. Im Sommer 1951 hatte man Erfolg: Auf dem Platz des ehemaligen Gemeindebrunnens wurde eine Wasserader entdeckt, die nur 90 Meter vom bestehenden Rohrsystem entfernt lag.³⁷⁴ Die Verantwortlichen entschlossen sich zur Anlage eines 24 Meter tiefen Brunnens, der Anfang 1952 fertiggestellt wurde. Mit der Abteufung dieses Brunnens war auch der Bau eines kleinen Wasserwerkes mit einer elektrischen Kreiselpumpe verbunden.³⁷⁵ Der Probelauf begann im Januar 1952. Bis das neue Werk jedoch die Wasserversorgung im ganzen Ort sicherstellte, sollte es noch einige Monate dauern. Noch im März wurde der Großteil des Dorfes weiterhin über Rübenach beliefert.³⁷⁶
9. Lahnstein
Auch der Wasserbedarf der Bewohner von Ober- und Niederlahnstein wurde in früheren Zeiten durch Brunnen gedeckt. Um 1820 nahm Oberlahnstein seinen Bürgern die Sorge um das Trinkwasser ab. Die Stadt ließ vier neue Brunnen anlegen: in der Junkersgasse, am Viehtor, am Pfarrhaus (jetzt Rathaus) und an der späteren Steinschule. Auch am „Mineralschwefelbrunnen oberhalb der Stadt“ entstand in dieser Zeit ein Brunnen. 1844 wurden am Viehtor Ziehbrunnen und am Rathausbrunnen Doppelpumpen installiert.
Der Rathausbrunnen hat eine große Tradition, die bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts zurückreicht. 1844 vernichtete ein Feuer den Holzaufbau, 1937 stellte man den heutigen Aufbau nach einem alten Stich in den ursprünglichen Maßen wieder her. Gelegentlich dient er immer noch als „Weinbrunnen“.³⁷⁷ Bei den Brunnen in Nieder- und Oberlahnstein handelte es sich zumeist um Sauerbrunnen. Die Stadt ließ deshalb immer wieder nach „süßen Quellen“ suchen. Seit 1738 ist auch eine Quelle am Spießborn im Stadtwald bekannt. 1855 wurde sie neu hergerichtet und in Gegenwart vieler Lahnsteiner vom Pfarrer eingesegnet. Für das Vieh legte man ebenfalls eine Leitung an. Auch wurde der Weiher wiederhergestellt.³⁷⁸
9.1 Wasserwerk Oberlahnstein
Nachdem die Bürger am Rhein-Lahn-Eck bereits ein Vierteljahrhundert lang das in der Wilhelmstraße erzeugte Gas zu Koch- und Beleuchtungszwecken benutzt hatten, erbaute 1889/90 der Ingenieur Max Hessemer aus Bad Ems im Auftrag der Stadt Oberlahnstein auf dem Hafendamm an der Lahnmündung ein Wasserwerk. Er betrieb es bis 1898 in eigener Regie.
Aus alten kolorierten Zeichnungen, die sich im Archiv der Stadt Lahnstein befinden und handschriftliche Sichtvermerke der Königlich Preußischen Regierungsbehörde in Wiesbaden tragen, wissen wir genau, wie diese Anlage damals aussah: Der Brunnen war neun Meter tief und in unmittelbarer Nähe des Rheines angelegt. Das Gebäude enthielt neben einer Werkstatt und einer Wohnung für den Maschinenmeister eine Halle mit einem 4,50 Meter tiefen, wasserdichten Schacht, über dem zwei Gasmotoren betrieben wurden. Die beiden Aggregate waren durch die Deutzer Gasmotorenfabrik geliefert worden und hatten eine Leistung von zehn „effektiven Pferdestärken“ bei 140 Umdrehungen in der Minute. Das für den Betrieb benötigte Leuchtgas wurde über eine 700 Meter lange Gussrohrleitung herangeschafft. Die ganze Anlage hatte für die damalige Zeit bereits eine enorme Leistungsfähigkeit. Sie konnte 60 Kubikmeter Wasser in den Hochbehälter am Friedhofsberghang pumpen. Dieser lag 2300 Meter entfernt und 60 Meter höher als das Wasserwerk am Hafen. Nicht ohne Grund waren die Stadtväter auf das Wasserwerk dermaßen stolz, dass sie 1896 aus Anlass des Nassauschen Städtetages, der in Oberlahnstein stattfand, eine Festschrift mit dem Titel „Die Pumpstation für das Wasserwerk in Oberlahnstein“ drucken ließen. Darin wurde die gesamte Anlage in allen Einzelheiten beschrieben.
9.2 Trinkwasser in Niederlahnstein
Über die Wasserversorgung in Niederlahnstein liegen nur wenige ausführliche Quellen vor. Fritz Michel erwähnt in seiner Stadtgeschichte, dass hier 1888 eine erste Wasserleitung angelegt wurde. Auch hier war Max Hessemer aus Bad Ems der ausführende Ingenieur. Im Gegensatz zu Oberlahnstein handelte es sich hier um eine Quellwasserleitung, die eine Quelle im Walddistrikt „Bug“ speiste. Erst als sich herausstellte, dass die neue Einrichtung wegen des steigenden Trinkwasserbedarfs nicht mehr genügte, entschied man sich für den Bau eines Grundwasserwerkes. Dieses wurde 1895 von der Ehrenbreitsteiner Firma Lenarz an der Lahn „Unter Bee“ errichtet.
Die Quelle Bug befindet sich oberhalb der Ruppertsklamm und trägt wegen ihrer guten Wasserqualität – wenn auch in bescheidenem Maße – auch heute noch zur Wasserversorgung von Lahnstein bei. Die Gemarkung „Unter Bee“ deutet darauf hin, dass der Standort dieses ersten Niederlahnsteiner Wasserwerkes derselbe ist, an dem noch in jüngerer Vergangenheit das Wasserwerk an der Emser Landstraße betrieben wurde.
9.3 Friedrichssegen
Über die Ursprünge der Wasserversorgung im Ortsteil Friedrichssegen gibt es nur spärliche Informationen. Der Ort bestand im vergangenen Jahrhundert aus vier kleinen Ansiedlungen, die durch den Bergbau in diesem Seitental der Lahn entstanden waren. Der Grubenbetrieb bestimmte hier das Leben der Menschen. Bereits 1882 wurde eine Wasserversorgung eingerichtet, bei der das Wasser von den Quellfassungen über zwei Sammelbehälter in das Ortsnetz eingespeist wurde. Welche Quellen benutzt wurden und wo der Standort der Sammelbehälter lag, ist nicht festgehalten. Jedoch ist es durchaus denkbar, dass die in Friedrichssegen stillgelegten Wasserversorgungseinrichtungen in der oberen Erzbachstraße mit den historischen Anlagen identisch sind.
9.4 Die weitere Entwicklung
Seit dem 1. Januar 1943 liegt die Betriebsführung der Oberlahnsteiner Wasserversorgung in den Händen der Energieversorgung Mittelrhein. Schon vorher, und zwar 1938, war die alte Pumpstation an der Lahnmündung infolge der Hafenveränderung geschlossen worden. Erst 1956 folgte der Abbruch. In der Nähe der Martinsburg entstand ein neuer Brunnen. Ebenfalls 1956 wurde in der Grenbach über einem 1938 errichteten Schachtbrunnen ein weiteres Pumpwerk gebaut. Die Entwicklung der Wasserversorgung hielt Schritt mit der Ausdehnung der beiden Städte diesseits und jenseits der Lahnmündung. Dies bedurfte oftmals großer Anstrengungen. So wurden im Laufe der Jahre einige neue Brunnen niedergebracht, um den Wasserbedarf der Bevölkerung zu decken. Gebäude und Anlagen wurden errichtet, um das gewonnene Wasser aufzubereiten, neue Hochbehälter gebaut, um den Bürgern auch an entlegenen Stellen der Stadt frisches Trinkwasser mit ausreichendem Druck anbieten zu können.
Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch an den Wasserversorgungsanlagen in Oberlahnstein seine Spuren. Viele Leitungen wurden zerstört und mussten unter damals schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen oftmals notdürftig repariert werden. Neben den Kriegsschäden machten sich auch allmählich Alterserscheinungen an den Hauptrohren bemerkbar. Vor allem in den 50er- und 60er-Jahren standen die Sanierungsarbeiten im Vordergrund. Fast das ganze Ortsnetz wurde im Laufe der Jahre durch neue Leitungen ersetzt. Mit dem Zusammenschluss der beiden Städte Ober- und Niederlahnstein zur Stadt Lahnstein erfolgte auch die Verbindung der Wasserleitungssysteme durch eine Brückenleitung. Auch die Ortsversorgung von Friedrichssegen wurde über eine Zubringerleitung an den Stadtteil Oberlahnstein angeschlossen. Diese Maßnahme war nur im Zuge der Erschließung des Kurgebietes auf der Lahnhöhe möglich. Gemeinsam mit dem Ausbau der Wasserversorgung für diesen hoch gelegenen Stadtteil wurde der Hochbehälter „Lahnhöll“ mit 800 Kubikmetern Inhalt errichtet, der auch Trink- und Brauchwasser für den Stadtteil Friedrichssegen vorhält. Mit einer Trinkwasserleitung durch den „Süßgrund“ und zwei Druckminderschächten wurde die Wasserversorgung sichergestellt (1973/74).
Anmerkungen
- ²⁶⁷ LHA Ko-655,43, 888: Vertrag, 1. Juli 1884.
- ²⁶⁸ LHA Ko-655,43, 680: Wasserleitung Vallendar.
- ²⁶⁹ LHA Ko-655,43, 680: Brief, 31. Juli 1897.
- ²⁷⁰ LHA Ko-655,43, 680: Niederschrift der Vallendarer Bürgerversammlung vom 25. Juli 1897.
- ²⁷¹ LHA Ko-655,43, 680: Beschreibung des neuen Wasserwerks der Stadt Vallendar durch den Ingenieur Steinkamm, 23. Oktober 1897.
- ²⁷² LHA Ko-655,43, 680: Brief des Bürgermeisters an die Bezirksregierung und den Landrat, Dezember 1897 (Konzept).
- ²⁷³ LHA Ko-655,43, 680: Ergebnis der am 5. Juli (1905?) vorgenommenen Besichtigung der Wasserleitung zu Vallendar.
- ²⁷⁴ Erläuterungsbericht zum Entwurfe einer Erweiterung des Wasserwerks der Stadt Vallendar. Heinrich Scheven. Technisches Bureau. Projektierung und Ausführung von Zentralwasserversorgungs-, Kanalisations- und Beleuchtungsanlagen. Spezialität: Filtration und Enteisung von Trink- und Nutzwasser. Begründet 1874 in Bochum. Düsseldorf, Hohenzollernstraße 23, 13. April 1907.
- ²⁷⁵ Vgl. Erläuterungsbericht Wasserwerk Vallendar, S. 2 ff.
- ²⁷⁶ Vgl. Erläuterungsbericht Wasserwerk Vallendar, S. 6 ff.
- ²⁷⁷ LHA Ko-655,43, 872: Sitzung der Stadtverordneten, 25. November 1912.
- ²⁷⁸ LHA Ko-655,43, 872: Mahnung Langenbachs 1919 und 1920.
- ²⁷⁹ LHA Ko-403, 15479, S. 71: Aufstellung vom 24. Dezember 1929.
- ²⁸⁰ LHA Ko-539,1, 1051: Vermerk Bürgermeister, 29. August 1930.
- ²⁸¹ LHA Ko-403, 15479, S. 69: Aufstellung, 24. Dezember 1929.
- ²⁸² LHA Ko-539,1, 1049: Verwendungsbescheinigungen, 14. Oktober 1930 und 6. Juli 1931.
- ²⁸³ LHA Ko-539,1, 1051: Abschrift der Bezirksregierung, 12. Juli 1934.
- ²⁸⁴ LHA Ko-655,43, 872: Denkschrift 1906.
- ²⁸⁵ LHA Ko-655,43, 872: General-Anzeiger. Ausschnitt des Artikels vom 15. November 1912.
- ²⁸⁶ LHA Ko-655,43, 872: General-Anzeiger. Ausschnitt des Artikels vom 15. November 1912.
- ²⁸⁷ LHA Ko-655,43, 872: Gutachten des Ingenieurs Breitung, 27. November 1920.
- ²⁸⁸ LHA Ko-539,1, Nr. 647: Kanalisierungen in Vallendar.
- ²⁸⁹ EVM-Hausakten: Prüfungsbemerkungen der Königlichen Versuchs- und Prüfanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung Berlin, 17. Juni 1908.
- ²⁹⁰ EVM-Hausakten: Der offizielle Vertragsabschluss erfolgte erst am 17. Mai 1909.
- ²⁹¹ EVM-Hausakten: Auszug aus dem Verhandlungsbuch des Gemeinderates, 15. Mai 1908; Entwurf des Antrages auf Genehmigung von Provinzialbeihilfen, 20. Mai 1908.
- ²⁹² EVM-Hausakten: „Gutachten über die Möglichkeit der Wasserversorgung der Gemeinden Urbar und Vallendar. Johannes Sponagel, Wasserversorgung Andernach, 24. April 1908.“
- ²⁹³ EVM-Hausakten: Regierungspräsident an den Landrat am 2. Mai 1908: „Reisebericht über die am 2. April stattgefundene Besichtigung der Vorarbeiten und der Quelle für die Wasserleitung Urbar.“
- ²⁹⁴ EVM-Hausakten: Reisebericht des Regierungsrates von Guerard, des Regierungs- und Baurates Lieber, des Bürgermeisters von Ehrenbreitstein und des Bachmeisters Scheer, 28. April 1908.
- ²⁹⁵ EVM-Hausakten: Auszug aus dem Verhandlungsbuch des Gemeinderates von Urbar.
- ²⁹⁶ EVM-Hausakten: Regierungspräsident August von Hövel, 31. August 1908.
- ²⁹⁷ EVM-Hausakten: Schuldschein, 19. April 1908.
- ²⁹⁸ EVM-Hausakten: Regierungspräsident an Landrat Franz Andreas von Barton, 30. April 1909.
- ²⁹⁹ EVM-Hausakten: Präsident der Rheinprovinz, Dr. Clemens Freiherr von Schorlemer-Lieser, an Landeshauptmann der Rheinprovinz, 27. Mai 1909.
- ³⁰⁰ EVM-Hausakten: Auszug aus dem Verhandlungsbuch des Gemeinderates von Urbar; Brief des Bauwartes Kraft an Bürgermeister Vacano zu Ehrenbreitstein, 23. September 1909.
- ³⁰¹ EVM-Hausakten: Brief des Bauwarts Kraft an Bürgermeister Vacano, 6. November 1909.
- ³⁰² EVM-Hausakten: Auszug Gemeinderatsprotokoll, 31. Mai 1910.
- ³⁰³ EVM-Hausakten: Briefe des Hauptmanns an das Bürgermeisteramt Ehrenbreitstein, 30. August 1912, und Konzept für die Erwiderung auf das Schreiben (undatiert).
- ³⁰⁴ EVM-Hausakten: Brief der Gemeinde Simmern an die Amtsbürgermeisterei Ehrenbreitstein, 6. August 1912.
- ³⁰⁵ EVM: Geologisches Gutachten zur Wasserversorgung von Urbar, 8. Oktober 1912.
- ³⁰⁶ EVM-Hausakten: Gutachten vom 29. Oktober 1912.
- ³⁰⁷ EVM-Hausakten: Auszüge aus den Verhandlungsbüchern des Gemeinderates, 3./17. Oktober 1912; Erläuterungsbericht, 14. Januar 1912.
- ³⁰⁸ EVM-Hausakten: Vertrag, 24. August 1896.
- ³⁰⁹ EVM-Hausakten: „2. Ausfertigung des Vertrages zwischen dem Herrn Bürgermeister Vacano zu Ehrenbreitstein und dem Ortsvorsteher Klee von Arenberg im Landkreise Coblenz einerseits und dem Militär-Bauamt Koblenz I im Auftrage der königlichen Intendantur des VIII. Armeekorps zu Koblenz, vorbehaltlich deren Genehmigung andererseits, 20. Februar 1909.
- ³¹⁰ EVM-Hausakten: Bezirksregierung an Bürgermeister Stadt und Amt Vallendar, 24. Juni 1949.
- ³¹¹ EVM-Hausakten: Vertrag zwischen den Gemeinden Arenberg und Immendorf, 30. Oktober 1907.
- ³¹² LHA-539,1, 548: Die Kanalisation von Immendorf.
- ³¹³ EVM-Hausakten: Vertrag zwischen der Gemeinde Arenberg und dem Dominikanerinnenkloster (undatierte Abschrift).
- ³¹⁴ Zur Geschichte der Blei- und Zinkgrube: Schäfer, Helmut M., Die Grube Mühlenbach bei Koblenz-Arenberg, Koblenz 1991.
- ³¹⁵ EVM-Hausakten: Vertrag zwischen der Gemeinde Arenberg und der „Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen zu Aachen“, 13. Juni 1900.
- ³¹⁶ LHA Ko-403, 7758: Die Anlage von Wasserleitungen 1908/1909: Schreiben des preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten an das Oberpräsidium in Koblenz vom 9. März 1909.
- ³¹⁷ LHA Ko-539,1, 1051: Wasserwirtschaftsamt an die Bezirksregierung Koblenz, 11. Januar 1932.
- ³¹⁸ LHA Ko-539,1, 1051: Wasserwirtschaftsamt Koblenz an die Bezirksregierung Koblenz, 15. April 1944.
- ³¹⁹ LHA Ko-539,1, 1051: Amtsbürgermeisterei an die Bezirksregierung Koblenz, 8. März 1944; EVM-Hausakten, Brief, 8. März 1944.
- ³²⁰ EVM-Hausakten: Vertrag zwischen der Gemeinde Arzheim und der Stadt Koblenz, 16. Juli 1938 bzw. 31. Juli 1938. EVM-Hausakten: Niederschrift, 26. Januar 1944: Die Stadt hatte damals an die Gemeinde Arzheim 4000 Mark für die Schürfrechte bezahlt.
- ³²¹ EVM-Hausakten: Aktennotiz, 5. Mai 1943.
- ³²² EVM-Hausakten: Brief des Bürgermeisters der Stadt und des Amtes Vallendar, Hillebrand, an Direktor Ficke von der Stolberg-Zink AG, Bad Ems, 29. September 1943.
- ³²³ EVM-Hausakten: Brief der EVM an Stadtverwaltung Koblenz vom 25. Oktober 1943.
- ³²⁴ LHA Ko-539,1, 1051: Amtsbürgermeisterei Vallendar an Bezirksregierung, 8. März 1944. EVM-Hausakten: Notiz, 15. Dezember 1943.
- ³²⁵ EVM-Hausakten: Brief des Bürgermeisters von Stadt und Amt Vallendar, Hillebrand, an den Direktor Arbeitsamt Koblenz, 20. Juli 1944.
- ³²⁶ LHA Ko-403, 8800, S. 34 f.: Aufstellung der Königlichen Regierung Koblenz, 30. April 1907.
- ³²⁷ LHA Ko-539,1, 1051: Wasserversorgung rechtsrheinischer Gebiete. Aufstellung ohne Datum (wahrscheinlich Oktober 1944).
- ³²⁸ LHA Ko-403, 14480, S. 507: Auflistung Rechnungsjahr 1928.
- ³²⁹ LHA Ko-539,1, 1049: Verwendungsbescheinigung vom 12. September 1929.
- ³³⁰ LHA Ko-403, 15539, S. 110 f.: Aufstellung, 10. Januar 1929.
- ³³¹ LHA Ko-539,1, 1051: Verwendungsbescheinigung, 9. August 1929.
- ³³² LHA Ko-539,1, 447: Die Wasserversorgungsanlagen des Zweckverbandes Kaltenengers.
- ³³³ Die Angaben stammen aus den Hausakten der EVM.
- ³³⁴ LHA Ko-403, 15539, S. 134 f.: Aufstellung, 10. Januar 1929.
- ³³⁵ LHA Ko-655,18, 829: Stadtverwaltung Koblenz an die Bürgermeisterei Koblenz-Land, 22. Februar 1901.
- ³³⁶ LHA Ko-655,18, 1129: Bericht des Bürgermeisters Koblenz-Land vom 19. April 1912.
- ³³⁷ LHA Ko-655,18, 1129: Bericht des Bürgermeisters Koblenz-Land vom 19. April 1912.
- ³³⁸ LHA Ko-655,18, 1129: Gemeinderatsbeschluss, 15. März 1913.
- ³³⁹ LHA Ko-655,18, 1129: „Bitte der Einwohner um die Unterstützung in der Bestrebung nach Beschaffung einer eigenen Wasserleitung und um Schutz gegen Zwangsmaßregeln wegen dem Anschluß an eine fremde Wasserleitung“, 7. Mai 1913.
- ³⁴⁰ LHA Ko-655,18, 1129: Genehmigung, 9. Juni 1913. Auszüge aus den Gemeinderatsprotokollen, 28. März und 2. April 1913.
- ³⁴¹ Coblenzer Volkszeitung, 1. August 1913.
- ³⁴² Coblenzer Volkszeitung, 1. August 1913.
- ³⁴³ Coblenzer Volkszeitung, 1. August 1913.
- ³⁴⁴ Coblenzer Volkszeitung, 1. August 1913.
- ³⁴⁵ LHA Ko-403, 15479, S. 425: Zusammenstellung für den Regierungsbezirk Koblenz für das Rechnungsjahr 1931.
- ³⁴⁶ LHA Ko-539,1, 1051: Brief des Landrates an den Vorsitzenden des Kreisausschusses, 31. Dezember 1929. Die Provinzial-Versicherungsanstalt hatte einen Zuschuss von 3000 Mark bewilligt.
- ³⁴⁷ LHA Ko-539,1, 1051: Brief des Direktors der Staatlichen Schlösser und Burgen an das Wasserwirtschaftsamt Koblenz, 11. Februar 1944.
- ³⁴⁸ LHA Ko-655,18, 1130: Beratung der Gemeindeältesten in Kapellen-Stolzenfels, 11. Januar 1935.
- ³⁴⁹ LHA Ko-655,18, 522: Bericht des Staatlichen Medizinal-Untersuchungsamtes Koblenz, 29. April 1930.
- ³⁵⁰ Zur wirtschaftlichen Situation in Metternich: Kleber, Hans-Peter, Vom Dorf zum Industriestandort, in: Metternich im Spiegel der Jahrhunderte. Beiträge zur Ortsgeschichte. Hg. von den Heimatfreunden Metternich, Koblenz 2002, S. 277–311.
- ³⁵¹ Vgl. Engelke, Quellen, S. 274.
- ³⁵² Vgl. Engelke, Quellen, S. 275.
- ³⁵³ Vgl. Engelke, Quellen, S. 276.
- ³⁵⁴ LHA Ko-655,18, 1302: Gutachten des Medizinalrates Dr. Steinebach, 26. April 1929.
- ³⁵⁵ LHA Ko-539,1, 1049: Verwendungsbescheinigung, 23. Januar 1932.
- ³⁵⁶ LHA Ko-538,1, 1051: Brief des Bürgermeisters Koblenz-Land an das Kulturbauamt, 20. Januar 1932; LHA-655,18, Nr. 1302: Erläuterungsbericht für die Erweiterung der Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Metternich.
- ³⁵⁷ LHA Ko-539,1, 1051: Brief des Bürgermeisters Koblenz-Land an das Kulturbauamt, 20. Januar 1932.
- ³⁵⁸ LHA Ko-539,1, 1051: Brief Gemeindeverwaltung, 20. Januar 1932.
- ³⁵⁹ Vgl. Kleber, Industriestandort, S. 217 ff.
- ³⁶⁰ EVM-Hausakten, Hauszeitschrift 21/89.
- ³⁶¹ LHA-539,1, 549: Die Kanalisation in Güls.
- ³⁶² LHA Ko-403, 7753: Verzeichnis der Anträge auf Gewährung von Beihilfen zum Bau von Wasserleitungen, 1903/1904.
- ³⁶³ LHA Ko-403, 7763: Verzeichnis der von den Regierungspräsidenten beantragten Beihilfen zur Anlage von Wasserleitungen, S. 160 ff.
- ³⁶⁴ Vgl. Möhlig, Karl, Die Gemeindebrunnen in Alt-Güls, in: Brunnenbuch. Hg. anlässlich der Eröffnung des Gülser Dorfbrunnens. Ein Beitrag zur Geschichte des Stadtteils Güls, Koblenz 1989, S. 27 ff.
- ³⁶⁵ Die Details über die Geschichte der Gülser Wasserversorgung wurden entnommen aus: Heuser, Trinkwasser, S. 7 ff.
- ³⁶⁶ LHA Ko-403, 7753: Verzeichnis der Anträge auf Gewährung von Beihilfen zum Bau von Wasserleitungen.
- ³⁶⁷ LHA Ko-403, 15480, S. 513: Auflistung Rechnungsjahr 1928.
- ³⁶⁸ LHA Ko-539,1, 1049: Bewilligungsbescheide, Dezember 1929 bis Februar 1930; LHA-539,1, 1049: Brief des Amtsbürgermeisters in Winningen an die Vorgängerbehörde des späteren Wasserwirtschaftsamtes, 28. November 1929.
- ³⁶⁹ LHA Ko-655,18, 1072: Gesuch, 8. März 1888.
- ³⁷⁰ LHA Ko-403, 7757: Anlage von Wasserleitungen 1907/1908, S. 275.
- ³⁷¹ LHA Ko-403, 7757, S. 227.
- ³⁷² Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 24. Juli 1951.
- ³⁷³ Rhein-Post, 31. Januar 1952.
- ³⁷⁴ Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 16. August 1951.
- ³⁷⁵ Rhein-Post, 3. März 1952.
- ³⁷⁶ Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 7. März 1952.
- ³⁷⁷ Alle Angaben zur Lahnsteiner Wasserversorgung wurden übernommen aus: Lahnstein, 125 Jahre Gasversorgung, 100 Jahre Wasserversorgung.
- ³⁷⁸ Zur Geschichte der Wasserversorgung in Lahnstein: Geschichte der Stadt Lahnstein. Von Fritz Michel, weitergeführt von Peter Bucher. Hg. im Auftrag der Stadt Lahnstein von Franz-Josef Heyen, Lahnstein 1982, S. 123 und 222 f.; Geschichte der Stadt Niederlahnstein. Von Fritz Michel, Niederlahnstein 1954, S. 71.
.
