Mainz – Speyer

Wunderbar radelbar Mainz – Speyer Etappe 2 der Tour Von West nach Ost 2026. Speyer: Blick in die Maximilianstraße: Im Hintergrund der berühmte Dom. Von Mainz nach Speyer. 13. Juli 2026 (102 km) Streckenführung Komoot: Mainz-Speyer Ja, ich war schon mehrmals in Speyer, jedoch meistens nur auf der Durchreise. Dabei hat die Stadt mit ihren […]

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Wunderbar radelbar

Mainz – Speyer

Etappe 2 der Tour Von West nach Ost 2026.

Speyer: Blick in die Maximilianstraße: Im Hintergrund der berühmte Dom.

Von Mainz nach Speyer. 13. Juli 2026 (102 km)

Streckenführung Komoot: Mainz-Speyer

Ja, ich war schon mehrmals in Speyer, jedoch meistens nur auf der Durchreise. Dabei hat die Stadt mit ihren rund 49.000 Einwohnern viel zu bieten, nicht nur wegen ihrer reichen Geschichte. Man könnte hier locker eine Woche Urlaub mit vollem Programm machen, ohne dass es langweilig wird. Und das liegt nicht nur am Dom mit seinen Kaiser- und Königsgräbern, sondern vor allem auch an den örtlichen Museen: Das Historische Museum der Pfalz und das Technik Museum Speyer machen Speyer zu einem spannenden Reiseziel.

Vor allem erscheint die Stadt, die Teil der Metropolregion Rhein-Neckar ist, dem Besucher vor allem als eins: freundlich und einladend. Der Einzelhandel in der Innenstadt ist intakt, dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr. Obwohl alles überschaubar und vieles zu Fuß erreichbar ist, gibt es einen eng getakteten Bus-Linienverkehr. Angesichts dieser Vorzüge hatte ich schon bei der Planung beschlossen, eine Besichtigungspause von einem Tag einzulegen. Erholsam sollte dieser „freie“ Tag übrigens nicht werden. Ich bin so viel gelaufen, dass am Abend alle Gräten schmerzten.

Der Weg von Mainz nach Speyer war allerdings sehr beschwerlich. Der Tag war sehr heiß und drückend, da nutzte es auch wenig, dass die Radwege oft durch die reizvollen Rheinauen führten. Die von Dämmen geprägte Szenerie schien ausgedorrt zu sein. Immerhin wehte ein warmer Wind, der zumindest etwas Kühlung brachte. Ich denke, dass dieser Tag, wie angekündigt, Spitzentemperaturen von 32 bis 35 Grad brachte. Auf den kurzen Abstecher in die Wormser Altstadt habe ich deshalb ganz bewusst verzichtet. Bei normalen äußeren Bedingungen wäre die Nibelungenstadt Pflicht gewesen.

Über weite Strecken ist die Etappe gut ausgeschildert. Los geht es nahe der Mainzer Rheingoldhalle. Über den Winterhafen verlässt man die Landeshauptstadt in Richtung Süden – eine attraktive Strecke. Weiter geht es über Nackenheim, Nierstein und Oppenheim, die bekannten Weinorte und -städte. Man kann fast nichts falsch machen, doch man muss stellenweise mit baustellenbedingten Umleitungen rechnen. Trotzdem braucht man kein Navi. Das ändert sich im Raum Worms, wo die Dichte an Industriebetrieben allmählich zunimmt. Hier befinden sich auch die großen Getreidemühlen, von denen die Ludwigsmühle die bekannteste ist.

Weiter nach Ludwigshafen geht es überwiegend an dicht befahrenen Straßen entlang, wobei es allerdings Radwege gibt. Besonders schön ist das trotzdem nicht. Allerdings gibt es am Wormser Rheinufer eine schöne Anlaufstelle mit etlichen schattigen Plätzen: das italienische Restaurant „Al Fiume“ – sehr empfehlenswert.

Für den Nachmittag waren schwere Gewitter angekündigt worden. Inzwischen in Ludwigshafen angekommen, beschloss ich, keine Experimente zu machen und den kürzesten Weg nach Speyer zu nehmen. Es wurde gar nicht so schlimm wie gedacht. Auch die schnelle Variante hat einige interessante Seiten. Und das fängt schon in Ludwigshafen an. Ich fuhr durch die Viertel, die auch heute noch von historischen Arbeiterhäusern und den dazugehörigen Kleingartenanlagen geprägt sind.

Ein weiterer Punkt ist die Seenlandschaft bei Speyer mit vielen Bademöglichkeiten und Gastronomieangeboten. Los geht es bereits vor Schifferstadt. Nach einer kurzen Rast in der Gaststätte „Zur Fischerhütte“ am Bahnweiher fuhr ich die letzten Kilometer nach Speyer, wo ich im Hotel „Alt Speyer“ eincheckte. Auch hier hatte ich Glück mit dem Zimmer. Dazu kommt die gute Lage des Hotels in der Altstadt, das sich in einer alten Hofanlage befindet. Die Nacht kostet um die 70 Euro ohne Frühstück, man merkt, dass Speyer ein beliebtes Reiseziel ist. Eine richtig günstige Unterkunft habe ich bei den Planungen nicht gefunden. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte.

Den ersten Abend verbrachte ich in der Außengastronomie in der Maximilianstraße. Als überteuert empfand ich das Angebot nicht. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass werktags punkt  22 Uhr die Stühle hochgestellt werden. In Speyer legt man das entsprechende Landesgesetz strenger aus als zum Beispiel in Koblenz.

Der zweite Tag wurde, wie bereits geschildert, noch anstrengender. Den Vormittag und den frühen Nachmittag verbrachte ich im Technik Museum. Umfassende Beschreibungen erspare ich mir hier, das Internet gibt genug an Informationen her. Es sei darauf hingewiesen, dass die Dimensionen und die vielen Exponate beeindrucken. Ich hatte mir das Ganze wesentlich kleiner vorgestellt. Denkt man doch automatisch an die direkt an der Autobahn gelegene Schwestereinrichtung in Sinsheim. Aber: Die russische Raumfähre „Buran“ wird in Speyer präsentiert. Die folgende Fotogalerie vermittelt kommentarlos einige Eindrücke.

Ich hatte mir vorgestellt, das Technik Museum liege wesentlich weiter entfernt von der Innenstadt. Ich bin deshalb mit dem Bus gefahren. In Wirklichkeit ist die Entfernung vom Dom zum Museum so kurz, dass man es leicht zu Fuß schaffen kann. Auf dem Weg dorthin liegt der Festplatz, Schauplatz des bekannten Brezelfestes. Das findet immer im Juli statt. Dass ich ausgerechnet am Festmontag in Speyer war, ist dem Zufall geschuldet. Geplant hatte ich das nicht.

Zurück in der Altstadt, schaute ich mir natürlich die Domkirche St. Maria und St. Stephan zu Speyer an. Die Kathedralkirche der römisch-katholischen Diözese Speyer ist übrigens das größte romanische Gotteshaus weltweit. Und in der Krypta kann man die Grabmäler mittelalterlicher deutscher Herrscher bewundern. Ausführliche Informationen über den Dom gibt es hier und hier. An dieser Stelle mag ein aus meinen Dateien erzeugter KI-Flim genügen. Ein Tipp für die Entspannung „danach“: Direkt am Hotel-Restaurant „Zum Kaiserdom“ befindet sich der schöne Biergarten der Hausbrauerei Domhof mit typischen Pfälzer Gerichten und einem freundlichen Service.