Speyer – Mosbach

Wunderbar radelbar Speyer – Mosbach Etappe 3 der Tour Von West nach Ost 2026. Moosbach, Marktplatz. Bildmitte: Das Palmsche Haus, dessen Geschichte im frühen 7.Jahrhundert beginnt. Von Speyer nach Mosbach. 15. Juli 2026 (113 km) Streckenführung  Komoot: Speyer-Mosbach Das prognostizierte Donnerwetter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch blieb aus. Ein kleiner Schauer – und […]

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Wunderbar radelbar

Speyer – Mosbach

Etappe 3 der Tour Von West nach Ost 2026.

Moosbach, Marktplatz. Bildmitte: Das Palmsche Haus, dessen Geschichte im frühen 7.Jahrhundert beginnt.

Von Speyer nach Mosbach. 15. Juli 2026 (113 km)

Streckenführung  Komoot: Speyer-Mosbach

Das prognostizierte Donnerwetter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch blieb aus. Ein kleiner Schauer – und das war es. Immerhin waren die Temperaturen die Temperaturen am Morgen erträglicher, und auch den Rest des Tages konnte man nahezu von perfekten Rahmenbedingungen für Radler sprechen.

Rund 70 Kilometer standen auf dem Programm. Dass es letztendlich mehr wurden, lag daran, dass ich etwas umdisponiert hatte und dann eine Schleife über Schwetzingen fuhr. Zugegeben: Das wollte ich ursprünglich nicht, es stand ja der Odenwald-Madonnenradweg im Tagesplan.

Grundsätzlich ist die Strecke gut dokumentiert, im Internet gibt es sogar einen sehr schönen  Auftritt. Aber immer gibt es mit solchen Angeboten stets das gleiche Problem: Touristiker entscheiden sich immer für die vermeintlich leichteste Richtung, weil man ja die Besucher einer Ferienregion glücklich machen möchte. Wer die Wege jedoch aus entgegengesetzter Richtung fahren will, muss manchmal ein wenig suchen.

In Speyer kommt ein weiteres Problem: Man findet den Schilderwald im wahrsten Sinne des Wortes vor lauter „Bäumen“ nicht. Bekanntlich ist der Raum Rhein-Neckar aus Radfahrersicht hervorragend erschlossen.  Doch leider ist die dichte Beschilderung sehr kleinteilig. Direkt in Speyer war der Anfang der Route nach Heidelberg, eine erste Teiletappe das Odenwald-Madonnen-Radwegs, gut ausgeschildert. Direkt über den Rhein ging es dann weiter in Richtung Hockenheim und Walldorf. Fast immer fährt man über asphaltierte Feldwege, komfortable Waldwege oder wenig befahrene Straßen. Anders, als man vermuten könnte, gibt es nur wenige Steigungen, die eigentlich nicht erwähnenswert sind.

Das Problem ist etwa auf der Höhe von Walldorf die kleinteilige Beschilderung.  Das Einfachste wäre gewesen, einfach in Richtung Leimen und dann weiter nach Heidelberg zu fahren. Anstatt mich einfach rechts zu halten, fuhr ich einfach geradeaus weiter, um dann festzustellen, dass es sinnvoll gewesen wäre, zu wenden. Als ich dann die Beschilderung nach Schwetzingen entdeckte, war ich angefixt. Die Stadt mit ihren heute rund 22.000 Einwohnern wird immer noch von der einst kurfürstlichen Sommerresidenz und der imposanten Hauptstraße zum Schloss geprägt. Hier gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und Geschäfte. Übrigens: Wer es im Staatsdienst zu etwas bringen möchte, kommt um einen Lehrgang in Schloss Schwetzingen nicht herum.

Letztendlich bedeutete der Umweg über Schwetzingen für mich eine „Ehrenrunde“ von rund 30 Kilometern. Über Eppelheim erreichte ich schließlich aus ungewohnter Richtung am frühen Nachmittag Heidelberg.

Heidelberg, Schloss
Heidelberg, Schloss

Wenn man sich der berühmten Stadt aus einer „untouristischen“ Richtung nähert, fallen hier zuerst die vielen Bausünden der jüngsten Vergangenheit auf. Es scheint fast so, als wolle man reiche Geschichte Heidelbergs mit „Bauhaus-Zitaten“ erdrücken. Das Überangebot von großen „Kaninchenställen“ aus Beton ist wirklich nicht zu übersehen. Der weiße Anstrich überdeckt zwar das Schlimmste, aber mit „Bauhaus“ hat das streng genommen gar nichts zu tun. Das Bauhaus war filigran, die heute so beliebten Kuben sind es nicht. Punkt.

Und dann kam er doch:  Der angekündigte Regen, allerdings wieder nur in Form eines Schauers.  Aber immerhin sollte das Thermometer den ganzen Tag unter der 30-Grad-Marke liegen.

Heidelberg, Karl-Theodor-Brücke
Heidelberg, Karl-Theodor-Brücke

Weiter ging es in Richtung Neckargemünd, und zwar laut Beschilderung auf der rechten Seite des Flusses. Hier liegen auch die vielen schmucken Orte mit ihren berühmten Burgen. Das Problem ist, dass Radler entlang einer dicht befahrenen Uferstraße geführt werden. Platz ist genug, es ist völlig ungefährlich. Ob diese Variante begeistert, ist eine ganz andere Frage. Aus meiner Sicht ist es empfehlenswert, so früh wie möglich wieder auf die linke Neckarseite zu wechseln. Dort geht es zum Teil über gut befahrbare Waldwege. Man hat seine Ruhe. Ein weiterer Vorteil:  Von dort kann man Burgen und historische Orte viel besser fotografieren. Es gibt aber auch einen Nachteil: Das gastronomische Angebot ist überschaubar, es ist eigentlich über weite Strecken nicht vorhanden.

Neckarsteinach mit Burg Dilsberg und Ruine Hinterburg
Neckarsteinach mit Burg Dilsberg und Ruine Hinterburg

Die Teiletappe von Heidelberg bis Moosbach ist tatsächlich ein Teil des Odenwald-Madonnen-Radwegs und in diesem Abschnitt mit dem Neckar-Radweg identisch. Das Ziel erreicht man problemlos. Die Beschilderung ist so gut, dass ich es dieses Mal nicht geschafft habe, mich zu verfahren.

Hirschhorn am Neckar mit gleichnamiger Burg.
Hirschhorn am Neckar mit gleichnamiger Burg.

Übernachtet habe ich im Hotel „Goldener Hirsch“. Kleines, aber völlig ausreichendes Einzelzimmer mit preiswertem Frühstücksbüffet. Im Haus befindet sich auch ein Steak- und Burger-Restaurant. Nicht preiswert, aber gut. Ehrlich gesagt: Ich hatte auch keine Lust mehr, in der Stadt nach preiswerteren Alternativen zu suchen. In meinem Alter merkt man leider deutlich, wenn man die 100-Kilometer-Marke geknackt hat.