Volkach – Bad Staffelstein

Wunderbar radelbar Volkach – Bad Staffelstein Etappe 6 der Tour Von West nach Ost 2026. Das Alte Rathaus ist das Wahrzeichen von Bamberg. Es wurde im späten 14. Jahrhundert auf einer „Insel“ in der Regnitz errichtet und von 1461 bis 1467 umgestaltet. Von Volkach nach Bad Staffelstein – 18. Juli 2026 (112 km) Streckenführung via […]

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Wunderbar radelbar

Volkach – Bad Staffelstein

Etappe 6 der Tour Von West nach Ost 2026.

Das Alte Rathaus ist das Wahrzeichen von Bamberg. Es wurde im späten 14. Jahrhundert auf einer „Insel“ in der Regnitz errichtet und von 1461 bis 1467 umgestaltet.

Von Volkach nach Bad Staffelstein – 18. Juli 2026 (112 km)

Streckenführung via Komoot: Volkach – Bad Staffelstein

Schon in der Nacht hatte sich ein Wetterwechsel angekündigt: Es zog zu, blieb aber sommerlich warm. Für diese Etappe hatte ich mir eigentlich eine Abkürzung vorgenommen. Vor allem wollte ich nicht wieder der Standardroute am Main entlang über Bamberg nach Bad Staffelstein folgen. Da ich diesen klassischen Flussradweg schon unzählige Male gefahren bin, suchte ich nach einer Alternative – und so ging es ab in die Berge, genauer gesagt in den nördlichen Steigerwald.

Bereits in Volkach weist die Beschilderung den Weg nach Gerolzhofen, das von vielen historischen Häusern und einen doppelten mittelalterlichen Mauerring geprägt wird. Von dort geht es weiter in Richtung Haßfurt und Sand am Main  – mit ordentlich Höhenmetern. Überrascht hat mich das hervorragend ausgebaute Radwegenetz in dieser Region. Die Route führte durch kleine, beschauliche Dörfer und an weiten Feldern vorbei – eine herrlich unaufgeregte Mittelgebirgslandschaft.

Das ging wunderbar so bis Knetzgau/Sand am Main. Über eine Brücke fuhr ich hinüber nach Zeil am Main, um von dort einen zweiten Anstieg in Richtung Bamberg in Angriff zu nehmen. Der Plan war gut gedacht, scheiterte jedoch an der Realität: Die Route führte unversehens durch die steile Unterführung eines Bahnhofs. Da ich wenig Lust verspürte, das schwere Pedelec die Treppen hinunter und wieder hinauf zu wuchten, kehrte ich kurzerhand um und wechselte doch auf den Main-Radweg. Das war auch der Hauptgrund, warum aus den ursprünglich geplanten 80 Kilometern am Ende stolze 112 wurden – zumal meine Unterkunft nicht direkt im Zentrum von Bad Staffelstein lag, sondern im Ortsteil Schönbrunn.

Bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke erreichte ich schließlich Bamberg. Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, als die Altstadt, die heute Unesco-Welterbe ist,  fast als Geheimtipp galt: malerische Kulisse, bodenständige Gastronomie, faire Preise. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Touristenmassen fluten die Altstadt, um die zweifellos beeindruckenden Baudenkmäler zu bestaunen. Gut für die lokale Wirtschaft, aber anstrengend für Individualreisende – in der Hauptsaison sollte man die Stadt daher besser meiden.

Entsprechend froh war ich, Bamberg hinter mir zu lassen und die letzten rund 32 Kilometer nach Bad Staffelstein anzutreten. Die Strecke verläuft größtenteils straßenbegleitend; vom nahen Main und der Seenlandschaft bekommt man leider wenig mit. Ein großer Pluspunkt ist jedoch die Nähe zu den vielen traditionsreichen Brauereien der Region (die sich praktischerweise auch über ein regionales „Bierportal“ im Netz finden lassen).

Statt in Bamberg um einen freien Platz in der Außengastronomie zu kämpfen, kehrte ich direkt in Oberhaid in der Brauerei Wagner ein. Ein halber Liter handwerklich gebrautes Bier für 3 Euro – das macht richtig Laune! Vor allem, weil hier eine Qualität geboten wird, an die man sich angesichts der allgegenwärtigen Industrie-Plörre kaum noch erinnert. Das Beste daran: In der Gaststube scheint seit den 1980er-Jahren die Zeit stillgestanden zu haben – herrlich urig und unaufgeregt. Nach all den austauschbaren, durchgestylten Trend-Lokalen war das wie eine erfrischende Zeitreise in eine gemütlichere Epoche.

Bad Staffelstein: Stadtturm. Abendstimmung.
Bad Staffelstein: Stadtturm. Abendstimmung.

Frisch gestärkt ging es ohne weitere Umschweife nach Bad Staffelstein, einem gepflegten Kurort mit sehenswerten historischen Gebäuden. Mein Quartier bezog ich in Adolph’s Frühstückspension: Mit einem Übernachtungspreis inklusive Frühstück von deutlich unter 50 Euro war das der absolute Preisknüller der gesamten Tour. Die Pension selbst war völlig in Ordnung und bot sogar einen kleinen (unbewirtschafteten) „Biergarten“ vor dem Haus.

Bad Staffelstein, Abendstimmung.
Bad Staffelstein, Abendstimmung.

Da es im Ortsteil Schönbrunn kein Restaurant gibt, hieß es am Abend: noch einmal 4 Kilometer zurück nach Bad Staffelstein radeln. „Ausgehungert“ landete ich schließlich bei einem Italiener – nicht sonderlich originell für eine Franken-Reise, aber ich hatte jetzt richtig Hunger. Erst bei der anschließenden Rundfahrt durch die Altstadt entdeckte ich Alternativen mit traditioneller fränkischer Küche. Tja, zu spät…

 

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