Bad Staffelstein – nach Eisfeld

Wunderbar radelbar Bad Staffelstein – nach Eisfeld Etappe 7 der Tour Von West nach Ost 2026. Blick auf Eisfeld. Im Schloss befindet sich heute ein Museum. Von Bad Staffelstein nach Eisfeld. 19. Juli 2026 (40/53 km). Streckenführung via Komoot:Abtei Banz-Eisfeld Auf den ersten Blick muten die ausgewiesenen 40 Kilometer wirklich überschaubar an. Doch diese Etappe […]

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Wunderbar radelbar

Bad Staffelstein – nach Eisfeld

Etappe 7 der Tour Von West nach Ost 2026.

Blick auf Eisfeld. Im Schloss befindet sich heute ein Museum.

Von Bad Staffelstein nach Eisfeld. 19. Juli 2026 (40/53 km).

Streckenführung via Komoot:Abtei Banz-Eisfeld

Auf den ersten Blick muten die ausgewiesenen 40 Kilometer wirklich überschaubar an. Doch diese Etappe hatte es in sich: Zahlreiche Steigungen können einen schwächeren Motor durchaus an seine Grenzen bringen. Aber der Reihe nach …

Es stellte sich heraus, dass der Stadtteil Schönbrunn der ideale Ausgangspunkt ist, um die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten rund um Bad Staffelstein zu erkunden: die Wallfahrts- und Klosterkirche Vierzehnheiligen und das vor allem durch die CSU-Klausurtagungen bekannt gewordene Kloster Banz. Vor allem auf dem Weg dorthin werden Steigungen von bis zu 20 Prozent erreicht. Doch siehe da: Man kommt dort auch mit einem 70-Newtonmeter-Motor problemlos hoch. Für mich ein weiterer Hinweis darauf, dass das ständige Aufrüsten bei E-Bikes oft überflüssig ist. Doch die Nachfrage bestimmt den Markt – und viele wollen einfach ohne jede Anstrengung losrasen.

Ich schweife ab. An jenem Sonntag stand zunächst Vierzehnheiligen auf dem Programm. Der Weg dorthin führte genau in die entgegengesetzte Richtung meines eigentlichen Ziels. Das bescherte mir unterm Strich einen Umweg von rund 13 Kilometern, die in der direkten Streckenbilanz natürlich fehlen. Wie dem auch sei: Am Ende legte ich an diesem Tag, an dem es gefühlt immer kühler wurde, etwa 53 Kilometer zurück. Die vielen Anstiege machten sich natürlich auch beim Akkustand bemerkbar.

Heute bin ich froh, den inneren Schweinehund überwunden zu haben und nach Vierzehnheiligen hinaufgefahren zu sein. Hier entfaltet sich die ganze Pracht barocker Baukunst. Der berühmte Architekt Balthasar Neumann und herausragende Handwerker haben ganze Arbeit geleistet. Zudem ist dieser magische Ort bis heute ein lebendiges spirituelles Zentrum: Bereits auf dem Weg zum Parkplatz unterhalb der Kirche konnte ich eine kleine Prozession beobachten, und nur wenige Meter weiter liegt die Anlage der Franziskaner, die hier nach wie vor wirken.

Der Wallfahrtsort Vierzehnheiligen verfügt über einen sehr informativen Internetauftritt, sodass ich Details hier aussparen kann. Überrascht hat mich vor allem, dass sich der Besucherandrang in Grenzen hielt – an einem Sonntag hatte ich mit einem regelrechten Ansturm gerechnet. Stattdessen ging es völlig entspannt zu: Vor dem Eingang plauderte ein Franziskaner mit Gästen, während Ehrenamtliche Auskunft gaben und den Weg wiesen. Erstaunlich: Es wird nicht einmal Eintritt verlangt. Das Innere der Basilika ist ein Gesamtkunstwerk, das man so schnell nicht vergisst. Eigentlich müsste man einen ganzen Tag einplanen, um die Kunstwerke und die reichhaltige Symbolik wirklich zu erfassen. Hier zeigt sich der Nachteil einer straff durchgetakteten Radreise: Es bleibt schlicht zu wenig Zeit zum Verweilen, da das Tagesziel erreicht werden muss.

Weiter ging es durch eine malerische Landschaft zum Kloster Banz. Die ehemalige Benediktinerabtei, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, gehört heute der Hanns-Seidel-Stiftung. Im späten 17. und 18. Jahrhundert ausgebaut und neugestaltet, dient sie heute als Tagungsstätte und Zentrum für politische Bildung.

Die Abstecher hatten sich gelohnt. Nun ging es an das eigentliche Tagewerk: die Weiterfahrt nach Coburg. Die Strecke führte über ruhige Nebenstraßen sowie gut ausgebaute Asphalt- und Waldradwege – ein munteres Auf und Ab. Selbst in jüngeren Jahren hätte ich hier mit einem klassischen Trekkingrad wohl mehrmals schieben müssen. Die letzten zehn Kilometer bis Coburg verliefen schließlich flach und unspektakulär.

In Coburg angekommen, hielt ich Ausschau nach einer Ladestation. Da es in Richtung Eisfeld weiter bergauf gehen sollte, wollte ich sicherheitshalber nachladen. Da ich jedoch keine Lagemöglichkeit fand, fuhr ich auf gut Glück weiter. Um es vorwegzunehmen: Die Akkukapazität reichte problemlos bis Eisfeld – gut, dass ich mich auf bewährte Technik verlassen konnte.

Coburg, historischer Marktplatz mit dem Prinz-Albert-Denkmal. Es erinnert an Prinz Albert von Sachsen-Coburg, den Ehemann der britischen Königin Victoria.
Coburg, historischer Marktplatz mit dem Prinz-Albert-Denkmal. Es erinnert an Prinz Albert von Sachsen-Coburg, den Ehemann der britischen Königin Victoria.

Die Mittagspause verbrachte ich auf im Außenbereich des Café Schubart  am historischen Marktplatz. Warum dieses Café bei Google nur mit vier Sternen bewertet wird, erschließt sich mir nicht: Die Kuchenauswahl ist exzellent und der Service ausgesprochen freundlich. Dennoch begann ich zu frösteln. Der Himmel zog sich zu, und mitten im Hochsommermonat Juli fühlte es sich plötzlich wie Herbst an. Manchmal fragt man sich, wie viel Zeit Meteorologen draußen verbringen – ihre Computersimulationen stimmten an diesem Tag jedenfalls kaum mit der Realität überein.

Coburg verdient meiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit und muss sich hinter Städten wie Bamberg keineswegs verstecken. Die Hochschulstadt mit ihrer imposanten Veste ist absolut sehenswert; hier lässt es sich problemlos mehrere Tage aushalten.

Danach folgte der letzte Abschnitt nach Eisfeld. Ohne Motorunterstützung hätte ich mein Ziel an diesem Tag wohl erst am späten Abend erreicht. Die gut ausgebaute und beschilderte Teiletappe erinnert stellenweise an eine Almlandschaft. Wenn dann noch kühler Wind aufzieht, kann die Motivation schnell sinken. Dank E-Antrieb kam ich jedoch gut voran und wusste am Ende des Tages genau, was ich geleistet hatte.

Gedenkstätte Eisfeld.
Gedenkstätte Eisfeld.

Übernachtet habe ich im „Schlagerschloss Hotel“, das nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Bayern und Thüringen liegt – inklusive historischem Wachturm und Gedenkstätte. Streng genommen endete meine Etappe also rund vier Kilometer vor Eisfeld; dieses Reststück holte ich am Folgetag nach.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Hotels ist bemerkenswert: Die großzügigen Zimmer sind hervorragend ausgestattet, und das Restaurant überzeugt mit gutbürgerlicher wie italienischer Küche zu fairen Preisen. Nicht ohne Grund bin ich bereits Mitte August mit Freunden dorthin zurückgekehrt.

Seinem Namen macht das Hotel übrigens alle Ehre – nicht nur wegen der farbenfrohen Gestaltung, sondern auch durch regelmäßige Musikveranstaltungen. Wer es ruhiger mag, profitiert vor allem von der verkehrsgünstigen Lage als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Franken und Thüringen.