Eisfeld – Meiningen

  Wunderbar radelbar Eisfeld – Meiningen Etappe 8 der Tour Von West nach Ost 2026. Die Werra in Henfstädt, nahe bei Themar. Von Eisfeld nach Meinungen, 20. Juli 2026 (61,7 km) Streckenführung via Komoot: Eisfeld-Meiningen Nach einem guten Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Meiningen. Die gut ausgeschilderte Route, die über weite Strecken […]

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Wunderbar radelbar

Eisfeld – Meiningen

Etappe 8 der Tour Von West nach Ost 2026.

Die Werra in Henfstädt, nahe bei Themar.

Von Eisfeld nach Meinungen, 20. Juli 2026 (61,7 km)

Streckenführung via Komoot: Eisfeld-Meiningen

Nach einem guten Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Meiningen. Die gut ausgeschilderte Route, die über weite Strecken durchs südliche Werratal führt, ist mit reizvollen Orten gespickt. Auch hier kann man problemlos seinen Urlaub über mehrere Tage ausdehnen, zumal die thüringische Küche, zumindest aus Sicht aller Freunde gut-bürgerlichen Gerichte sehr gut ist.

Eisfeld, Altstadt.
Eisfeld, Altstadt.

Was auffällt: Trotz der vielen malerischen Orte und Plätze ist es sehr ruhig. Selbst in den Ortszentren begegnet man nur wenigen Menschen. Und Touristen werden nicht in dem Ausmaß gesichtet, wie es am Main die Regel ist. Woran es liegt?  Ich weiß es nicht. Offenbar hat die negative Berichterstattung über den Landkreis Hildburghausen, der angeblich voller „Nazis“ ist, ganze Arbeit geleistet. So kann man eine touristische Infrastruktur, die vor allem von   gut ausgebauten Radwegen geprägt ist, gezielt kaputtmachen. Dabei ist es hier richtig schön,  Individualisten können entspannt Urlaub machen. Und wer seinen Wohnsitz verlagern möchte, findet hier historische Häuser zum Selbstausbau.

Eisfeld, Schloss mit Museum.
Eisfeld, Schloss mit Museum.

Zurück nach Eisfeld. Die Stadt mit ihren rund 7200 Einwohnern ist eigentlich sehr hübsch. Das  gastronomische Angebot, das Gäste anziehen könnte, hält sich in Grenzen. Wer dort lebt, findet in Eisfeld allerdings fast alles, was er zum Leben braucht. Dennoch war die Altstadt am Morgen menschenleer. Dabei wird das Museum im Schlossvon Besuchern gelobt.

Nachdenklich machte ich mich auf den Weg in Richtung Hildburghausen. Auch hier das gleiche Bild: Das Zentrum der Kreisstadt ist herausgeputzt, trotzdem huschten nur wenige Menschen über den Marktplatz. Dabei sieht es so aus, dass der örtliche Einzelhandel gut aufgestellt ist – auch in Hildburghausen kann man alles kaufen, was man zum Leben braucht.

Hildburghausen.
Hildburghausen.

Wenn man nach Themar fährt, wird es richtig merkwürdig. Niemand war zu sehen. Und das an einem Montag. Auch in diese Landstadt mit ihren rund 2700 Einwohnern wurde kräftig investiert. Wenn man den Medien Glauben schenkt, müsste man in diesem Städtchen regelrecht über Neonazis stolpern. Fakt ist: Das letzte, von den Anwohnern kritisch beäugte, Rechtsrock-Festival fand 2018 statt.

Auf der Suche nach Antworten sollte man sich die Wirtschaftsstruktur an der südlichen Werra anschauen. Wer mit dem Fahrrad nicht durch die Landschaft rast, wird feststellen, dass ohne das breit aufgestellte Handwerk nichts laufen würde. Größere Betriebe mit vielen Beschäftigten sind selten, die mit der Wiedervereinigung einhergehenden wenig segensreichen Arbeit der „Treuhand“ ist bis heute zu spüren.

Weiter ging es über Wasungen und Schwallungen nach Meiningen. Auch hier das gleiche Bild: Neben vielen Beispielen mustergültiger Sanierung gibt es auch heruntergekommene Objekte, die vor allem eins offenbaren: Hier gibt es einfach zu wenige Menschen! Es bleibt zu hoffen, dass der neue Trend zum Handwerk mit entsprechender Nachfrage bei Jugendlichen auch im Werratal eine Wende bringt.

Schloss Meiningen.
Schloss Meiningen.

Meiningen habe ich problemlos erreicht. Der Weg dorthin ist gut ausgebaut und hat seine Reize. Angekommen, habe ich erst einmal beim Italiener am Schloss Elidabethenburg zu Mittag gegessen. Das Restaurant war wenigstens geöffnet, andere hatten Ruhetag.

Meiningen, Blick auf die "Fronveste".
Meiningen, Blick auf die „Fronveste“.

Auch wenn es in Meiningen an diesem Montag ein wenig lebhafter war, drängt sich die Frage auf, ob da nicht noch mehr geht. Immerhin hat die „Hauptstadt“ des Kreises Schmalkalden-Meiningen rund 25.000 Einwohner. Genächtigt habe ich übrigens in der „Fronveste. Das Alte Knasthaus“. Der Name ist durchaus wörtlich zu nehmen. War dieser Ort doch im 19. Jahrhundert tätsächlich ein Gefängnis. Inzwischen aufwendig renoviert, kann man sich hier gut einquartieren.

Blick auf die Meininger Innenstadt.
Blick auf die Meininger Innenstadt.

Vom obersten Geschoss, hier wird auch das Frühstücksbüffet angeboten, hat man einen schönen Blick auf Meiningen. Die Zimmer sind winzig, aber auf dem neuesten Stand. Und der Service ist sehr freundlich. Ich kann das Hotel mit gutem Gewissen empfehlen.