Der Görresplatz 1956. Bild aus dem Stadtarchiv Koblenz via Google Gemini optimiert und koloriert.

Görresplatz
Südlich der Stadterweiterungsachse Firmungsstraße–Rheinstraße gelegener Platz, nach Joseph Görres benannt. Der Publizist und Gründer des „Rheinischen Merkur“ wurde 1776 in Koblenz geboren und starb 1848 in München.
Das Gelände, auf dem der Platz angelegt wurde, gehörte ursprünglich dem Stift St. Kastor. Später wurde die Westseite des früher von Gärten geprägten Areals an die Jesuiten abgetreten. Erste konkrete schriftliche Hinweise über die Bebauung des Areals stammen von 1706. 1748 kaufte die Stadt das Gelände. Im Laufe der Zeit begann die eigentliche Ausgestaltung durch das Anpflanzen von Linden. Ketten zwischen zwölf Pilaren sperrten das Innere der Fläche für den Verkehr. Später wurde im Zuge der Anbindung an die Neustadt über den südlich des Platzes gelegenen, zugeschütteten Graben bei der Schanzenpforte ein Fahrweg angelegt, dessen Verlängerung den Platz in zwei Hälften teilte.
In der Gründerzeit wurde der Paradeplatz nach dem kommandierenden General des Koblenzer VIII. Armeekorps in „Goebenplatz“ umbenannt. Man hat August Karl Friedrich Christian von Goeben (1816–1880) hier ein Denkmal gesetzt. Das Monument wurde am 26. September 1884 in Anwesenheit des Kaiserpaares eingeweiht. Die Bundeswehr hat das Denkmal übernommen; es steht seit Dezember 1960 auf dem Gelände der Falckenstein-Kaserne im Stadtteil Lützel.
Bis auf das Haus Nr. 8 wurde 1944 und bei Neubaumaßnahmen Anfang der 1970er-Jahre fast die gesamte Platzrandbebauung zerstört.

Görresplatz 8
- Geschichte: Wohn- und Geschäftshaus auf der Westseite des Görresplatzes. Zusammen mit den nicht mehr erhaltenen Nachbarbauten, die annähernd das gleiche Aussehen hatten (z. B. Nr. 12 und 18), wohl noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet.
- Beschreibung: Traufständiges, dreiachsiges Gebäude. Im Erdgeschoss modern mit mittigem Eingang. In den Obergeschossen zeigt sich eine schlichte Putzfassade. Die Fenster sind mit Putzrahmungen, Sohlbänken sowie schmiedeeisernen Brüstungsgittern des 19. Jahrhunderts versehen.
- Wie bei ursprünglich allen Häusern dieses Platzabschnittes schließt die Fassade mit einem geraden Zwerchhaus mit dreigeteiltem Fenster und überhöhtem, rundbogig abgeschlossenem Mittelteil ab; dort befindet sich ebenfalls ein schmiedeeisernes Brüstungsgitter. Profiliertes, ausladendes Traufgesims. Einfaches Satteldach, dessen Firsthöhe einst identisch mit denen der Nachbarhäuser war.
- Bemerkung: Letztes Beispiel einer einst platzprägenden Häusergruppe mit den für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts typischen, schlicht gestalteten Dreifensterhäusern.
