Blick vom Verwaltungshochhaus der Stadt auf das ehemaligen Jesuitenkolleg. Im Hintergrund: Die Bebauung der Firmungstraße, die auch die Nordseite des Jesuitenplatzes bildet.
Jesuitenplatz
Platz am Eingang zum östlichen mittelalterlichen Stadterweiterungsgebiet vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg. Der Jesuitenplatz erhielt erst in der Regierungszeit des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen ab 1773 seine heutige Gestalt.
Ursprünglich befanden sich auf dem Gelände ein Friedhof, das im Auftrag des Geistlichen Hermann Steffes um 1600 errichtete „Hermanneum“ sowie drei weitere kleine Häuser. 1944 wurden die Westseite und Teile der Nordseite des Platzes zerstört; der Wiederaufbau erfolgte in historisierender Form (Jesuitenplatz 1–3, Firmungsstraße 38–42).
Im Zuge der Altstadtsanierung wurde der Platz 1985/86 neu gestaltet und das Johannes-Müller-Denkmal in der Platzmitte wieder an seinen Ursprungsort zurückgebracht. Heute ist der Jesuitenplatz derjenige Platz in der Koblenzer Altstadt, der trotz der zum Teil erheblich veränderten Bausubstanz am ehesten das Bild der späten Barockzeit vermittelt.
Jesuitenplatz 1/3
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Alte Hausnummern (Vorgängerbauten): 487–488
- Geschichte: Die Vorgängerbauten stammten aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. Sie wurden jedoch im Jahre 1901 vollständig umgestaltet. Der Wiederaufbau der im Krieg völlig zerstörten Wohn- und Geschäftsgebäude unter einem gemeinsamen Dach erfolgte zwischen 1950 und 1955.
- Das heutige dreigeschossige Gebäude mit Putzfassade besitzt ein Mansarddach. Das Erdgeschoss wird durch segmentbogige Schaufenster betont.
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Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 277 (Geschichte der Vorgängerbauten); Akten der Bauaufsicht; StAK, Fach 15.
Ehemaliges Jesuitenkolleg
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Alte Hausnummern: 486 + 498 1/2
- Heute städtisches Rathaus. Die ehemalige Jesuitenkirche wurde in den Jahren 1958 und 1959 wiederaufgebaut.
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Siehe: Historisches Rathaus und Denkmaltopographie Koblenz-Innenstadt, S. 72–78.
Jesuitenplatz 4
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Alte Hausnummer: 486
- Geschichte: Das Gebäude wurde zusammen mit dem Eckhaus Firmungsstraße 27 um 1770 nach Plänen von Johann Peter Hoemberger erbaut.
- Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.
- Beschreibung: Traufständiges, dreigeschossiges und siebenachsiges Gebäude des Spätbarock. Das ehemalige Vikarienhaus der Jesuiten hat ein schiefergedecktes, flaches Satteldach (Dachstuhl 1961 erneuert) und drei Dachhäuschen. Die Fassade wird lediglich durch einen Basaltsockel und ein auskragendes Traufgesims gegliedert.
- Auf der linken Seite befindet sich eine Eingangsnische. Rechts fällt eine hohe korbbogige Toreinfahrt auf, die durch profilierte Basaltgewände und einen mit dem Ordensmonogramm versehenen Schlussstein betont wird. Auf der linken Seite befand sich wahrscheinlich ursprünglich ein weiteres Tor; der heutige Eingang und das rechts daneben befindliche Fenster wurden nachträglich eingebaut. Alle Fenster haben Gewände mit segmentbogigen Abschlüssen und Schlusssteinen.
- Dem Gebäude wurde auf der rechten Seite der Treppenturm der ehemaligen Jesuitenkirche angegliedert.
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Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; Akten der Bauaufsicht; LHA Ko, Best. 117, Nr. 531 (Pläne von 1770); Michel, Kunstdenkmäler, S. 277.

