Blick von Lützel zum Peter-Altmeier-Ufer und dem ehemaligen Gasthaus Deutscher Kaiser.
Kastorstraße
An der Kastorgasse lag auch der Hospitalplatz, der seinen Namen vom Bürgerhospital (heute Kemperhof in Moselweiß) hat.
In west-östlicher Richtung verlaufender Straßenzug. Wichtigste Achse der mittelalterlichen Stadterweiterung, die das spätrömisch-frühmittelalterliche Steinkastell mit den jüngeren bebauten Gebieten und den Gebäuden des Stifts St. Kastor sowie der 836 geweihten Kirche verband.
Frühe urkundliche Erwähnung der Straße 1279 und 1287 als großer, zum Stift führender Weg; spätestens 1476 als „Castersgasse“ genannt. Nach der französischen Beschießung von 1688 in weiten Teilen unversehrt, war sie deshalb bis 1944 die Straße mit der ältesten profanen Bausubstanz in Koblenz.
Nach den alliierten Luftangriffen brannte der Straßenzug jedoch bis auf die Keller und straßenseitigen Fassaden aus. Ausnahmen bildeten das später eingestürzte Haus Nr. 2 und das heute freistehende Gebäude Nr. 3 (Gasthaus „Deutscher Kaiser“). Die Ruinen des Franziskanerklosters blieben bis 1960 erhalten.

Das hochwassergefährdete Areal wurde zu Beginn der 1960er-Jahre eingeebnet, aufgeschüttet und neu bebaut; es wird seitdem von moderner Mietshausarchitektur geprägt. Das Gelände wurde 1975 durch den ebenfalls in West-Ost-Richtung (in Verlängerung der „Danne“) verlaufenden Straßenzug „Am Alten Hospital“ ergänzt.

Kastorstraße 3
(ehemaliges Gasthaus Deutscher Kaiser)
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Alte Hausnummer: 154
- Geschichte: Das Gebäude wurde Ende des 15. Jahrhunderts unter Einbeziehung der Bausubstanz eines Vorläufers im Auftrag des Koblenzer Schöffen und erzbischöflichen Münzmeisters Konrad von Lengefeld (gestorben 1520) erbaut.
- Über das historische Bürgerhaus sind keine aussagefähigen älteren Bauunterlagen mehr erhalten. Alte Fotos zeigen, dass an das heute freistehende, turmartige Haus ursprünglich weitere Bauten grenzten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts hat man vor allem im Dachbereich Veränderungen vorgenommen.
- Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.
- Beschreibung: Fünfgeschossiges, dreiachsiges spätgotisches Wohnhaus mit Gastwirtschaft. Das Gebäude hat ein schiefergedecktes Walmdach. Auffallend ist das vorkragende Hauptgesims mit Dreipassfries aus Sandstein; direkt darüber befindet sich ein Zinnenkranz. Der vorkragende Schornstein ruht auf einer Konsole mit Kielbogen, welcher in ein Quadrat eingeschrieben ist (spätgotisches Maßwerk).
- Fenster und Tür im Erdgeschoss haben segmentbogige Abschlüsse. Dagegen sind die Fenster in den oberen Etagen viereckig (im vierten Obergeschoss gekuppelt). Auf der östlichen Seite des Hauses steht auf Höhe des Erdgeschosses ein eingeschossiger Vorbau mit Flachdach. Im Erdgeschoss (Gastwirtschaft) befindet sich ein spätgotisches Sterngewölbe.
- Bemerkung: Im Zuge der Sanierung des historischen Gebäudes wurden zwei moderne Anbauten hinzugefügt.
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Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 288–291 (ausführliche Beschreibung); Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde.
