Kornpfortstraße

Projekt Koblenzer Altstadt Kornpfortstraße Kornpfortstraße Segmentbogig in Nord-Süd-Richtung verlaufender Straßenzug, im moselseitigen Teil der spätantik-frühmittelalterlichen Koblenzer Kernstadt. Ursprünglich nördlicher Abschnitt de…   Kornpfortstraße Segmentbogig in Nord-Süd-Richtung verlaufender Straßenzug im moselseitigen Teil der spätantik-frühmittelalterlichen Koblenzer Kernstadt. Ursprünglich bildete er den nördlichen Abschnitt des alten Stadtgrabens bis zur Mosel und die Fortsetzung der Achse Altengraben–Entenpfuhl, die ihren […]

Schlagwörter: Projekt Koblenzer Altstadt

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1 Die Dachhäuschen befinden sich (mit Ausnahme der linken Außenachse an der Görresstraße – hier wurde auf einen Dachaufbau verzichtet) oberhalb der
Fensterachsen.
2 Auf dem ursprünglichen Entwurf sind fünf Achsen eingetragen.

Kornpfortstraße 11

Alte Hausnummer: 158

Geschichte: Wilhelm Herbst reichte am 13. Juni 1890 das Gesuch zur Errichtung eines neuen Hauses anstelle eines älteren Gebäudes, das wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 18.
Jahrhunderts stammte, ein. Die Pläne für den Neubau zeichnete der Maurermeister Rath. Die alten Kellergewölbe blieben erhalten. Die Genehmigung des Antrages und der Zeitpunkt der Schlussabnahme gehen
aus den noch erhaltenen älteren Unterlagen nicht mehr hervor. Im Krieg wurde das dritte Obergeschoss und der Dachbereich zerstört. Die Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten erfolgten 1951/52. Das
heutige Aussehen des Bürgerhauses weicht erheblich vom ursprünglichen Zustand.

Konstruktion: Der Massivbau (im Erdgeschoss und im 3. Obergeschoss verputzt) wurde über-wiegend mit Klinkern verkleidet.

Beschreibung: Das traufständige und vierachsige Wohn- und Geschäftshaus (Gaststätte) erhielt nach dem Krieg anstelle der zerstörten Etage ein neues drittes Obergeschoss, das keine
stilistisch relevanten Besonderheiten aufweist. Das ebenfalls neue Satteldach hat einen fünfachsigen Aufbau, dessen Anordnung keinen Bezug auf die Achsen in den unteren Geschossen nimmt. Die
Viereckfenster im ersten und zweiten Obergeschoss haben rundstabverzierte Gewände und segmentbogige Abschlüsse. Die einzelnen Stockwerke sind durch Stock- und Sohlbankgesimse optisch voneinander
getrennt. An das Gebäude wurden nachträglich drei Balkone angefügt.

Länge Straßenfront (im Originalplan): 8,50 m

Tiefe des ursprünglichen Baukörpers (mit Seitenflügel): ca. 20 m

Geschosshöhen (laut Originalplan):

  • Erdgeschoss 4,25 m
  • 1. Obergeschoss 3,70 m
  • 2. und 3. Obergeschoss 3,30 m
  • Dachgeschoss 3,20 m
  • Dach 2,50.

Grundriss: Typ 3 (Variante Vierfensterhaus).

Bemerkung: Die Gestaltungsweise des Hauses erinnerte bis zu seiner Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg an die Gebäude Mehlgasse 9 und Entenpfuhl 12.

Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; Akten der Bauaufsicht; StAK, Fach 15.

Kornpfortstraße 13

Alte Hausnummer: 159

Geschichte: Das Haus wurde im Auftrage des Stadthauptmanns Meyß um das Jahr 1749 errichtet. Die noch vorhandenen älteren Unterlagen geben mit Ausnahme eines Antrages zur Umgestaltung
des Ladens im Erdgeschoss keine weiteren Informationen über bauliche Veränderungen.

Konstruktion: Das mit einer Putzfassade versehene Haus wurde in einer Mischbauweise er-richtet.

Beschreibung: Traufständiges, dreigeschossiges und fünfachsiges Bürgerhaus des Spätbarock. Das Wohn- und Geschäftsgebäude hat ein schiefergedecktes Mansarddach mit Zwerchhaus, das
von zwei Dachhäuschen (links ein-, rechts zweifenstrig, beide ohne Bezug zu den Fensterachsen in den Geschossen) flankiert wird. Im Erdgeschoss befindet sich ein Ladeneinbau mit fliesenverkleidetem
Sockel. Auffällig ist das profilierte, weit auskragende Traufgesims. Die Viereckfenster im ersten und zweiten Obergeschoss haben profilierte Sohlbänke, Putzgewände und gusseiserne Brüstungsgitter mit
Rankenwerk. Das mittige, zweigeschossige Zwerchhaus mit Drillingsfenster ist mit zwei Stockgesimsen, einem mehrfach geschwungenen sehr spitzen Dreiecksgiebel und einem Einzelfenster im Giebelfeld
versehen.

Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Zweistöckiges Wohnhaus, zweistöckiger Hinterbau, halb massiv.

Länge der Straßenfront (laut Plan von 1902): 8,53 m.

Tiefe des Baukörpers ohne Treppenhaus und Werkstätte (laut Plan von 1902): 9,95 m.

Geschosshöhen (laut Plan von 1902):

  • Erdgeschoss 3,56 m
  • 1. Obergeschoss 3,37 m
  • 2. Obergeschoss 3,12 m
  • 1. Dachgeschoss 2,88 m
  • 2. Dachgeschoss 2,30 m
  • Dach 2,00 m.

Bemerkung: Wie das Haus Firmungstraße 33 gehört das Gebäude zu den wenigen Bauten in der Altstadt, die bereits vor Mitte des 18. Jahrhunderts einen geschwungenen Zwerchgiebel
erhielten.

Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 311; Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 107; StAK, Fach 50; StAK, Best. 623, Nr. 9377: Instandsetzung des Daches
(1926–1933).

Kornpfortstraße 15

Alte Hausnummer: 160

Ehemaliger Eltz-Rübenacher Hof (Dreikönigenhaus)

Beschreibungen und Bemerkungen zur Baugeschichte des durch Bomben schwer be-schädigten, nach dem Krieg in seiner ursprünglichen Gestalt wieder aufgebauten Hauses brin-gen: Michel, Kunstdenkmäler,
S. 176–180; Vogts, Bürgerhaus, S. 240 und Denkmaltopographie Koblenz-Innenstadt, S. 164.



Der Eltz-Rübenacher Hof (Dreikönigenhaus) im März 2020. Im Hintergrund der Pfarrhof Liebfrauen, Florinspaffengasse 14, mit der Danne. Foto: Reinhard Kallenbach

Kornpfortstraße 17

Alte Hausnummer: 175

Ehemaliges Krämerzunfthaus. Beschreibungen und Bemerkungen zur Baugeschichte des durch Bomben schwer beschädigten, nach dem Krieg in seiner ursprünglichen Gestalt wieder aufgebauten Gebäudes
bringen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 217–219, Denkmaltopographie Koblenz-Innenstadt, S. 164.

Kornpfortstraße 19/21

Alte Hausnummern (Vorgängerbau): 176–177

Geschichte: Auf dem Grundstück Kornpfortstraße 19 errichtete man 1959 eine Lagerhalle. Das Wohn- und Geschäftshaus Kornpfortstraße 21 wurde 1969 abgebrochen und durch einen
dreigeschossigen Neubau ersetzt (fertiggestellt 1971).

Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 311 (Geschichte der Vorgängerbauten); Akten der Bauaufsicht.

Kornpfortstraße 23

Alte Hausnummern: 178–179

Geschichte: Das Gebäude wurde 1852 im Auftrag des Franz Selig unter Einbeziehung zweier kleinerer, dreistöckiger Häuser zusammengefasst. Die älteren Gebäude bestanden im
Erdgeschoss aus Stein, in den anderen Geschossen aus Fachwerk. Ab 1896 erfolgten Veränderungen des Ladenbereichs. Die Bauakten enthalten keine weiteren Informationen über bauliche Veränderungen und
Kriegsschäden. Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.

Beschreibung: Traufständiges, dreigeschossiges und dreiachsiges Gebäude. Das auf zwei Seiten freistehende Wohn- und Geschäftshaus besitzt ein Mansarddach (auf dem Plan von 1896
ist ein Pultdach dargestellt) mit vier Gauben. Oberhalb des mit zwei Eingängen und zwei Viereckfenstern versehenen, gefliesten Erdgeschosses wurde ein Stockgesims mit Kreuzblumen-fries angebracht.
Unter dem Sohlbankgesims im zweiten Obergeschoss befindet sich ein Spitzbogenfries (im zweiten Obergeschoss „genast”), unter dem Traufgesims Spitzbögen mit eingeschriebenen Kleeblattbögen. Die
Fassade gliedern zusätzlich schwach ausgebildete Ecklisenen. Die Viereckfenster in den Etagen haben rundstabverzierte Gewände und stilisierte „Ohren”. Die Brüstungsfelder des ersten Obergeschosses
wurden als Dreipassmaßwerk gestaltet. Im mittleren Feld befindet sich ein Wappen mit einem Band, auf dem die Inschrift „Erbaut 1852 Franz Selig” zu lesen ist.

Geschosshöhen (laut Plan von 1896):

  • Keller 3,60 m; Erdgeschoss 3,95 m
  • 1. Obergeschoss 3,92 m
  • 2. Obergeschoss 3,72 m
  • Dachgeschoss 2,82 m
  • Dach 3,45 m.

Quellen: Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde; StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 32; StAK, Best. 623, Nr. 5581, S. 202; StAK, Fach 50.

Kornpfortstraße 25

Alte Hausnummer: 180

Geschichte: Der Kern des nachträglich aufgestockten und umgestalteten Eckhauses stammt spätestens aus dem 18. Jahrhundert. Am Gebäude befand sich ursprünglich ein Schrein, der
eine sitzende Muttergottesfigur mit Kind enthielt (die sogenannte Schürgermadonna).1 Über weitere bauliche Veränderungen und über die Kriegszerstörungen geben die noch vorhan-denen älteren Unterlagen keine Auskunft.

Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.

Beschreibung: Viergeschossiges Haus an der Ecke Kornpfortstraße/Unterm Stern. An der Kornpfortstraße hat das Gebäude vier, an der Gasse Unterm Stern nur eine Achse. Erd- und
Dachgeschoss sind durch Gesimse optisch von den anderen Etagen abgesetzt. Die mit gusseisernen Brüstungsgittern (Rankenwerk) versehenen Fenster werden durch Putzfaschen betont. Der Bau hat ein
Pultdach. Über den drei Dachhäuschen befanden sich ursprünglich zwei Fledermausgauben. An das schmale Haus schließt sich in der Gasse „Unterm Stern” ein dreigeschossiges, dreiachsiges Barockhaus ohne
eigenen Eingang mit schmucklosem Zwerchhaus (die beiden Rechteckfenster sind übereinander angeordnet). Beide Bauten werden auf der Seite „Unterm Stern” durch einen einachsigen, fünfgeschossigen
Zwischentrakt (ohne Hausnummer) verbunden.

Länge der Straßenfront (laut Plan von 1925): 8,30 m

Tiefe des Baukörpers (laut Plan von 1925): ca. 10,50 m

Geschosshöhen (laut Plan von 1925):

  • Erdgeschoss 3,70 m
  • 1. Obergeschoss 3,80 m
  • 2. Obergeschoss 3,30 m
  • 3. Obergeschoss 2,96 m (über Dachgeschoss und Keller liegen keine Angaben vor).

Quellen: Michel, Kunstdenkmäler, S. 312; StAK, Fach 50.

1 Die wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert
stammende Plastik steht heute in einem Privathaus in Treis-Karden. Der Überlieferung zufolge wurde sie 1532 von Hafenarbeitern (Schürgern) aus der Mosel geborgen. Schrein und Figur befanden sich auch
nach dem Umbau des Ladens 1925 an der Hausecke. Die Konstruktion wurde kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges von einem amerikanischen Fahrzeug abgerissen (vgl. Koblenzer Schängel vom 18. Mai 1994).
Inzwischen wurde die Figur durch ein Duplikat ersetzt.

Kornpfortstraße 27

Geschichte: Über das Haus liegen keine älteren Bauunterlagen mehr vor. Die Fassadenge-staltung und die Stockwerkzahl des Gebäudes deuten jedoch auf eine Erbauungszeit um die
Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Die unterschiedlichen Fensterabstände könnten ein Hinweis darauf sein, dass der Kern des Gebäudes weit älter ist. An gleicher Stelle standen ursprünglich wohl zwei
Bauten. Im Zuge der Altstadtsanierung wurde das Haus vollständig entkernt und im Inneren völlig modern gestaltet (1983–1985), die Fassade blieb erhalten.

Konstruktion: Massivbau mit Putzfassade.

Beschreibung: Viergeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude (Gaststätte) an der Ecke Kornpfortstraße/Peter-Altmeier-Ufer. Das Haus hat an der Moselseite in jedem Geschoss fünf
Fen-ster, die jeweils zu einer Zweier- und einer Dreiergruppe zusammengefasst sind. Die Viereck-fenster werden von Putzrahmungen und Sohlbänken eingefasst. Ein Stockgesims im Erdgeschoss und ein
Konsolen-Traufgesims gliedern die Fassade. Das Satteldach mit Dachhäuschen wurde im Zuge der Sanierungsarbeiten neu errichtet.

Beschreibung laut Brandversicherungskataster (1821–1834): Dreistöckiges Wohnhaus, ein Stock Stein, zwei Stock Holz.

Bemerkung: Wie bereits das Gebäude Kornpfortstraße 25 gehört das Haus vermutlich zu den Bauten der Altstadt, die um 1850 aufgestockt und im klassizistischen Sinne umgestaltet
wurden.

Quelle: StAK, Best. 623, Nr. 2045, Blatt 66.