Unumstritten war das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck eigentlich nie. Doch auch seine schärfsten Kritiker müssen einräumen, dass das Monument den Tourismus an Rhein und Mosel fördert. Wir blicken zurück zu den Anfängen.
Bis zum späten 19. Jahrhundert gab es in der Koblenzer Alt- und Innenstadt noch die Hausschlachtereien. Die Folgen für die Stadthygiene waren verheerend. Bis endlich ein Schlachthof vor den Toren der Festung seinen Betrieb aufnehmen konnte, sollten 80 Jahre voller Diskussionen vergehen. Der Weg zum städtischen Schlachthof: Das ist nicht unbedingt ein rühmliches Kapitel der Koblenzer Stadtgeschichte.
Über Prostitution und die Folgen wird ungern gesprochen. Auch heute noch. In der Garnisonsstadt Koblenz nahm das Phänomen dramatische Dimensionen an. Mit allen gesundheitlichen und sozialen Folgen.
Gewaltige private und staatliche Investitionen haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Stadtbild nachhaltig verändert. Das ist trotz der dramatischen Folgen des Zweiten Weltkrieges bis heute spürbar.
Der Weg für die Koblenzer Stadterweiterungen wird endgültig frei.
Die neuen Möglichkeiten für Investoren im neuen südlichen Stadtteil bedeuteten nicht, dass das Interesse an der Altstadt nachließ. Ganz im Gegenteil: Die Projekte der damaligen Zeit prägen heute noch das Bild des Stadtzentrums.
Wasser und Wärme direkt ins Haus: Für uns ist das eine Selbstständigkeit. Für die Koblenzer im späten 19. Jahrhundert war das nicht unbedingt der Fall. Die von der Stadt eingeleiteten Maßnahmen beeindrucken noch heute.
Die deutschen Städte wachsen. Und damit auch die Probleme in der Entsorgung. Auch in Koblenz bestand erheblicher Handlungsbedarf. Die Stadtväter legen den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte.
Koblenz gilt als eines der Zentren des politischen Katholizismus. Klare Sache: Auch an Rhein und Mosel waren die Gegensätze zwischen Staat und Kirche deutlich zu spüren. Die Folgen sind in allen Lebensbereichen zu spüren, vor allem auch in der Baukunst.
Koblenz wächst. Damit folgt die Notwendigkeit, die medizinische Versorgung zu professionalisieren. Das hat vor allem Folgen für das Bürgerhospital im Kastorviertel.
