Der Kemperhof Ende August 2012. Bildmitte: das alte Isolierhaus und das Bettenhaus.
Die großen Themen: Bildung und Gesundheit
Angesichts der enormen Investitionen in den Wohnungsbau und in die Verkehrs-Infrastruktur im Koblenz der 60er-Jahre werden gerne zwei weitere zentrale Herausforderungen vergessen: Bildung und Gesundheit. Dabei gab es in der Nachkriegszeit gerade in diesen Bereichen beachtliche Fortschritte – obwohl die Verantwortlichen unter einem enormen Druck standen. Galt es doch, angesichts steigender Einwohnerzahlen die Provisorien der Wiederaufbauzeit durch langfristig ausgelegte Lösungen zu ersetzen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene wurden ungeduldig.
Im Bildungsbereich zeigt ein eigentlich harmloses Ereignis am letzten Apriltag des Jahres 1962, worum es ging: Eine Klasse der Kaufmännischen Schulen streikte eine Stunde lang, weil die Schüler nicht in einer alten Baracke in der Hohenzollernstraße unterrichtet werden wollten. Die Rhein-Zeitung stellte damals fest:
„Koblenz gilt seit vielen Jahren als die schulbaufreudigste Stadt unseres Landes. Dennoch: Wo viel Licht, ist viel Schatten. Außer modernen Schulpalästen aus Beton und Glas gibt es noch windschiefe Baracken, in denen Schüler unterrichtet werden. Diese Gegensätzlichkeit, der scharfe Kontrast zwischen betonter Fürsorge und scheinbarer Vernachlässigung mag den kleinen Vorfall ausgelöst haben.“[1]
Wer weiterliest, erfährt schnell, dass gerade die an mehreren Standorten im Stadtgebiet verteilten kaufmännischen Schulen die Kapazitätsgrenzen längst überschritten hatten. Bereits 3000 Schüler wurden alleine an dieser Einrichtung gezählt. Genau deshalb waren am Tag des Kurzstreiks die Pläne für den späteren großen Neubau in der Cusanusstraße schon weit gediehen. Der Spatenstich des „4- bis 5-Millionen-Projektes“ war bereits für Ende 1962 geplant.
Den Schülern half diese Nachricht allerdings wenig: Zur Baracke hinter der Hohenzollernschule (heute Teil der Comenius-Schule) kamen zwei weitere dazu. Denn die Berufsschule musste ihre im – stufenweise – bis 1960 wiederaufgebauten Neusprachlichen Gymnasium[2] angemieteten Klassenzimmer räumen. Die Entwicklung zeigt: Auch viele andere weiterführende Schulen konnten den Ansturm der Schüler kaum bewältigen.
Und die politischen Ereignisse deuteten auf weitere stürmische Entwicklungen hin. Denn anders als von Repräsentanten der 68er-Bewegung gerne dargestellt, hatte der Kampf um gleiche Bildungschancen für alle schon wesentlich früher eingesetzt – und zwar auf Bundes- und Landesebene. Die Tatsache, dass der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Peter Altmeier bis zum Ende seiner langen Amtszeit (1969) für den Erhalt der Konfessionsschule kämpfte, darf nicht über die enormen Fortschritte jener Zeit hinwegtäuschen.
Volksschulen wurden abgeschafft
Die größte Reform war wohl die durch das Landesgesetz vom 9. Mai 1968 eingeleitete Auflösung der Volksschulen. Die Folge für Koblenz: Im Stadtgebiet wurden 24 Grundschulen und sieben Hauptschulen eingerichtet. Sie ersetzten 14 katholische und neun evangelische Volksschulen. Nur ein Jahr später wurde mit einer Änderung der rheinland-pfälzischen Verfassung eine weitere Tradition gebrochen: Die Konfessionsschulen wurden abgeschafft und durch „Christliche Gemeinschaftsschulen“ ersetzt.
Allein in diesem Bereich stiegen die Schülerzahlen rasant an: Wurden 1949 noch 6782 Schüler gezählt, waren es 1969 genau 9048. Und nach den Eingemeindungen stieg die Zahl sogar auf 12.170.[3]
Dass mit dieser Entwicklung auch massive Investitionen in die Schulbauten erforderlich waren, versteht sich von selbst. Wie die folgenden wenigen Beispiele zeigen, wurde auch in Mittelschulen und Gymnasien kräftig investiert:
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Bereits 1959 konnte die Clemens-Brentano-Realschule in der Weißer Gasse bezogen werden.
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1972 folgte die Realschule auf der Karthause. Im größten Stadtteil war bereits 1968 ein Gymnasium gegründet worden, das Kern des heutigen Schulzentrums ist.
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Und nicht vergessen werden sollte das 1978 bezogene Gebäude des Gymnasiums auf dem Asterstein, heute ebenfalls ein bedeutender Teil eines Schulzentrums.

Die Folgen des Berufsbildungsgesetzes
Gravierende Veränderungen gab es in der beruflichen Bildung. Ein historisches Ereignis war dabei das Inkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes am 1. September 1969.[4] Es machte den Weg für eine bundeseinheitliche, von der Wirtschaft getragene Berufsausbildung frei. Die rund 50 Jahre lang geführten Debatten wurden damit beendet, der Weg für das heute als weltweit vorbildlich geltende Duale Ausbildungssystem war frei. In Rheinland-Pfalz folgte 1973 ein Aktionsprogramm für die Reform der beruflichen Bildung. In diesem Zusammenhang steht auch der Bau des Schulzentrums für gewerbliche Berufe im Stadtteil Moselweiß (heute Carl-Benz-Schule und Julius-Wegeler-Schule).
In der Praxis kamen auf die Betriebe und die Wirtschaftskammern große Herausforderungen zu. Nicht nur Ausbildungsordnungen und Zuständigkeiten veränderten sich, es wurden auch von der Wirtschaft und ihren Organisationen hohe Investitionen verlangt. Das machte sich gerade auch im Handwerk bemerkbar. Um ihren Auftrag der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) und der Fortbildung zeitgemäß erfüllen zu können, errichtete die Handwerkskammer Koblenz in ihrem Geschäftsbereich mehrere neue Berufsbildungszentren:
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Den Anfang machten 1968/69 die Einrichtungen in der St.-Elisabeth-Straße[5] und 1973/74 in der David-Roentgen-Straße.
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In den 1980er-Jahren folgten das Bauzentrum sowie das Metall- und Technologiezentrum in der August-Horch-Straße.
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Auf dem Kammergelände im Industriegebiet Rheinhafen kam später das Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation dazu, das im November 2006 eröffnet wurde.
Verwandlung des Kemperhofs
Seit den späten 60er-Jahren veränderten sich auch die Krankenhäuser in der Bundesrepublik grundlegend. Denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen für umfassende Neubauprojekte wurden gerade in der Zeit der von Bundeskanzler Willy Brandt geführten sozialliberalen Koalition besser. Ein Meilenstein war das „Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Krankenhauspflegesätze – KHG“ vom 29. Juni 1972, das gerade auch den Ländern Planungssicherheit gab.
Die Folgen: Wurde ein Projekt erst einmal in den Krankenhausplan der Länder aufgenommen, stand einer Realisierung quasi nichts mehr im Wege. Denn die Krankenkassen waren nun verpflichtet, mit den neu zu erbauenden oder zu erweiternden Krankenhäusern Verträge zu schließen. Einen weiteren Vorteil zugunsten der Krankenhäuser brachte die Bundespflegesatzverordnung vom 25. April 1973. Mit dieser Verordnung wurden kostendeckende Pflegesätze für die bis dahin chronisch unterfinanzierten Krankenhäuser eingeführt. Die Kassen mussten zahlen.
Auch der Standort Koblenz profitierte von den neuen Regelungen, wobei der Schwerpunkt auf den großen Krankenhäusern lag, während die kleineren Einrichtungen mit der Zeit schließen mussten. So nahm das Evangelische Stift Anfang der 70er-Jahre sein neues Bettenhaus in Betrieb, die alten Gebäude in der Kurfürstenstraße verschwanden.
Nicht ganz so radikal war man am Kemperhof, dessen Ausbau hier beispielhaft beschrieben wird. Dort war bereits in den 50er-Jahren viel Geld für den Aufbau einer Radiologie und einer Isolierstation für Tuberkulosekranke investiert worden. Dennoch fehlten am Kemperhof die Kapazitäten, um den Anforderungen einer Großstadt gerecht zu werden. Deswegen fasste man sogar den kompletten Umzug ins Metternicher Lazarett ins Auge. Als die Franzosen ihre Einrichtungen an die Bundeswehr übergaben, war diese Variante vom Tisch. Schon vor dieser Entscheidung hatte die Stadt Benno Schachner eingeschaltet, um Alternativen zu entwickeln. Der Architekt und Spezialist für Krankenhausbau, der auch Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen war, wurde schließlich beauftragt, einen Plan aufzustellen, um das neue Klinikum zu realisieren.[6]
Am Anfang stand das neue Isolierhaus, das sich wegen der Kostenentwicklung zum Politikum ersten Ranges entwickeln sollte. Doch zunächst lief alles glatt. Bereits am 9. November 1960 vollzogen der neue Oberbürgermeister Willi Werner Macke und Beigeordneter Emil Bettgenhäuser den ersten Spatenstich. Korrekturen bei Planung und Ausführung führten schließlich dazu, dass das Gebäude erst am 19. Juni 1964 eröffnet wurde. Fast gleichzeitig legten Benno Schachner und die Architekten- und Ingenieurgruppe Witan & Securius einen Vorentwurf für den Neubau des gesamten Krankenhauses vor. Es sollte ein Klinikum der kurzen Wege werden und sogar Wohnmöglichkeiten für Ärzte und das medizinische Personal schaffen.
Unabhängig vom Neubau des eigentlichen Krankenhauses begann man zunächst mit dem Bau eines Ärztehauses und eines Schwesternwohnheims, das zudem Schwesternschule und Schwesternvorschule enthielt. 1968 wurde schließlich das Ärztehaus durch die Koblenzer Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft fertiggestellt. Ein Jahr später wurde das Schwesternwohnheim in Betrieb genommen. Im Juli 1969 war der Rohbau des Kemperhof-Neubaus fertiggestellt. Am 26. Juni 1973 übergab der damalige Ministerpräsident Dr. Helmut Kohl das Haus seiner Bestimmung.
Mit dem Festakt war es nicht getan, auch die folgenden Jahrzehnte waren von Aus- und Umbaumaßnahmen geprägt:
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Die Entwicklung begann 1976 mit der neuen Kinderklinik und führte über den Bau des neuen Operationstraktes (1998) in die Phase der Generalsanierung, in deren Mittelpunkt wiederum die Kinderklinik stand.
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Nach verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der fach- und intensivmedizinischen Versorgung steht in den kommenden Jahren die Sanierung des Bettenhauses bei laufendem Betrieb auf dem Programm.
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Vor diesem Hintergrund wird an der Stelle des Isolierhauses von 1964 zunächst ein Neubau entstehen.
Die stark vereinfachte Darstellung im Zeitraffer zeigt vor allem eines: Im Laufe der Zeit ist in Koblenz – wie überall in der Bundesrepublik – die medizinische Versorgung immer besser, aber auch teurer geworden. Um die Kostenentwicklung im Griff zu behalten, wurden die Budgets der Krankenhäuser bereits zum 1. Januar 1992 eingefroren. In der Folge verabschiedete der Deutsche Bundestag dann in seiner Sitzung am 9. Dezember 1992 das Gesundheits-Strukturgesetz, das am 1. Januar 1993 in Kraft trat. Die Veränderung hatte auch Auswirkungen auf die Landespolitik, die nicht nur die Bettenzahlen in den Kliniken, sondern die ganze Organisation auf den Prüfstand stellte.
Folgen waren die Bildung von Schwerpunktkliniken und Fusionen:
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Am 22. Juni 2005 segnete der Koblenzer Stadtrat die Fusion des Kemperhofs mit dem St.-Elisabeth-Krankenhaus in Mayen zum Gemeinschaftsklinikum ab. Vier Tage später folgte der Kreistag.
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Die beiden kommunalen Häuser standen übrigens nicht an der Spitze der Bewegung. Den Anfang in der Stadt machten der Marienhof und das Brüderhaus, die bereits am 1. Januar 2001 zum Katholischen Klinikum fusionierten. Dieses wurde 2011 durch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Montabaur erweitert.
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Auch das Evangelische Stift ist seit einigen Jahren Teil einer großen Einheit. Es fusionierte Anfang 2003 mit Häusern in Boppard und Nastätten zum Stiftungsklinikum.
Anmerkungen
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[1] Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 2. Mai 1962.
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[2] Gemeint ist das frühere Realgymnasium und das heutige Eichendorff-Gymnasium.
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[3] Fakten und Zahlen nach Erwin Schaaf, Das Schulwesen in Koblenz von 1794 bis heute, in: Geschichte der Stadt Koblenz, Bd. 2, Stuttgart 1993, S. 517–541.
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[4] Die Hintergründe: Handwerkskammer Koblenz, 100 Jahre und mehr, Koblenz 2001.
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[5] Dieses Zentrum wurde inzwischen durch einen Neubau ersetzt, der im Frühjahr 2012 eröffnet wurde.
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[6] Zur Frühgeschichte des Kemperhofs: 200 Jahre Dienst am Menschen. Der Kemperhof – Vom Bürgerhospital zum Stiftungsklinikum, Bd. 2, Koblenz 2007.
📌 CHRONIK: DIE JAHRE VON 1969 BIS 1975
1969
Die Mission „Apollo 11“ leitet eine neue Ära der Weltgeschichte ein: Neil Armstrong und Edwin Aldrin sind am 20. Juli die ersten Menschen, die den Mond betreten. Vom 15. bis 17. August wird das legendäre Woodstock-Festival gefeiert. Am 28. September wird in Bonn nach den Wahlen zum sechsten Deutschen Bundestag die erste sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt gebildet.
1970
Im afrikanischen Biafra, einer Ostprovinz Nigerias, wird am 12. Januar der Krieg beendet. Der Hunger bleibt. In Österreich beginnt am 1. März die Ära des Kanzlers Bruno Kreisky (SPÖ), der sich in der Außenpolitik besonders für einen Nahost-Frieden stark macht. In Chile wird der Marxist Salvador Allende am 4. September zum Präsidenten gewählt. Im Spätherbst reist Bundeskanzler Willy Brandt nach Polen. Sein Kniefall vor dem Mahnmal für die Opfer des Warschauer Gettos am 7. Dezember geht um die Welt.
1971
Idi Amin Dada wird nach einem Militärputsch am 25. Januar starker Mann in Uganda. Die Schreckensherrschaft des Diktators beginnt. Die Schweiz führt am 7. Februar das Frauenwahlrecht ein. Walter Ulbricht gibt am 3. Mai während einer Tagung des Zentralkomitees seinen Rücktritt als Erster Sekretär bekannt. Nachfolger wird Erich Honecker. Indien siegt über Pakistan. Die Folge: Bangladesch wird am 3. Dezember unabhängig.
1972
Blutsonntag im nordirischen Londonderry: Am 30. Januar schießen britische Fallschirmjäger auf Teilnehmer einer verbotenen Demonstration katholischer Bürgerrechtler. 13 Zivilisten sterben. US-Präsident Richard Nixon besucht am 21. Februar Peking und setzt auf Entspannung. Die deutsche Nationalmannschaft wird am 18. Juni Europameister. Die „heiteren Spiele“ von München werden am 5. September von einem Angriff palästinensischer Terroristen überschattet. Elf Mitglieder der israelischen Mannschaft werden erschossen.
1973
Der Vietnamkrieg geht zu Ende. Die USA unterzeichnen am 27. Januar in Paris ein Abkommen und ziehen sich zurück. Dagegen wüten in Kambodscha die Roten Khmer weiter. Der Bürgerkrieg kostet Hunderttausende das Leben. Mit dem Überfall auf Israel am 6. Oktober beginnt der Jom-Kippur-Krieg. Der Krieg endet nach einer Initiative des Weltsicherheitsrates. In Deutschland werden die Folgen der Ölkrise spürbar. Es gibt Sonntagsfahrverbote.
1974
In Portugal geht am 25. April nach dem weitgehend unblutigen „Nelkenputsch“ gemäßigter Militärs die 41-jährige Diktatur zu Ende. Die neue Junta will nur bis zu den ersten Wahlen regieren und lässt politische Gefangene frei. Bundeskanzler Willy Brandt stürzt über die Affäre um den Kanzlerreferenten Günter Guillaume, der als DDR-Spion entlarvt wird. Brandt tritt am 6. Mai zurück. Nachfolger wird Helmut Schmidt. In Paris gewinnt der gebürtige Koblenzer Valéry Giscard d’Estaing am 19. Mai die Präsidentschaftswahl. Die Mannschaft der Bundesrepublik wird am 7. Juli Fußball-Weltmeister. In den USA tritt Präsident Richard Nixon infolge des Watergate-Skandals am 8. August zurück. Invasion der Türkei auf Zypern: Am 15. August befindet sich der gesamte Nordosten der Insel in türkischer Hand. Am 12. September wird in Äthiopien Kaiser Haile Selassie abgesetzt.
1975
Das gesamte Jahr wird vor allem von blutigen Anschlägen linksterroristischer Gruppen in ganz Europa überschattet. Auch Deutschland wird hart getroffen.
