Die neu geschaffene Achse An der Moselbrücke/Hohenfelder Straße steht symbolisch für die gravierenden städtebaulichen Eingriffe in der westlichen Alttadt . Die Aufnahme entstand im Dezember 2025.
Neue Pläne für die junge Großstadt
Der 1. Juli 1962 ist ein ganz besonderer Tag in der Koblenzer Geschichte. An diesem Tag wurde nämlich mit Stefan Reinhold Zimmermann der 100.000. Einwohner eingetragen. Das alte Zentrum an Rhein und Mosel rückte damit in den Kreis der Großstädte auf. Und damals schien es so, dass das stürmische Wachstum weitergehen würde. Diejenigen, die mit den großen städtebaulichen Aufgaben jener Zeit betraut waren, sprachen ganz offen darüber, dass sie die Kapazitäten für rund 150.000 Menschen auslegten.[1]
Die Prognosen der Planer schienen lange zutreffend zu sein, zumal sich im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform eine deutliche Vergrößerung des Stadtgebietes abzeichnete. Und wirklich: Bis Ende des Jahres 1970 sollte die Einwohnerzahl auf 124.600 ansteigen. Das ist ein Wert, der seitdem nicht mehr erreicht wurde. Zum Vergleich: Ende September 2012 wurden 108.593 Einwohner gezählt.
Die Eingemeindungen
Ziel der großen Reform war es, die Zahl der kommunalen Verwaltungen in Rheinland-Pfalz um rund 50 Prozent zu verringern. Koblenz profitierte von diesem Ansatz. Bereits 1969 wurden Kapellen-Stolzenfels und Kesselheim eingemeindet. 1970 folgten Bubenheim, Rübenach, Güls (mit Bisholder), Lay, Arenberg-Immendorf und Arzheim.
Unabhängig von dieser Entwicklung hatte die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere große Bauprojekte abgeschlossen, die vor allem die Wohnsituation und die Verkehrsführung nachhaltig verbessern sollten. Die gravierendsten Folgen hatten die Neuplanungen, die zum Teil weit in die 1950er-Jahre hineinreichten, für die Koblenzer Innenstadt, vor allem für die Bereiche, die einst zur mittelalterlichen Stadterweiterung gehörten. Ein Schwerpunkt war dabei der Zentralplatz, auf dem Ende September 2012 das Forum Mittelrhein eingeweiht wurde.
Der „neue“ Zentralplatz
Die Geschichte dieses Platzes, der gewachsene Grundstücks- und Gebäudestrukturen endgültig zerschlug, reicht bis in die frühen 1950er-Jahre zurück. An seiner Südseite wurde 1950/51 für die französische Besatzung ein großer Gebäudekomplex errichtet, der einen Innenhof umschloss und bis Ende 2005 bestand. Der Bau wurde an der Stelle des im Krieg zerstörten ehemaligen preußischen Proviantmagazins zwischen Magazin- und Luisenstraße errichtet. In dem neuen Komplex wurden zunächst ein Einkaufs- und Erholungszentrum, ein Kino sowie Einrichtungen für die Sozial- und Gesundheitsfürsorge untergebracht. Nutzer waren die französischen Soldaten und ihre Angehörigen.
Bereits 1957 ging die gesamte Anlage an die Bundeswehr. Sie war dann Standort des Zentralen Instituts des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und des „Hauses der Begegnung“, das Räumlichkeiten für die örtlichen Vereine und die Volkshochschule bereitstellte. Zuletzt beherbergte der Komplex Kantine, Restaurant und Kino.[2]
Auf der Südostecke des neuen Zentralplatzes sollte an der Stelle des nach Plänen des Architekten Martin Ufer errichteten neuen Casinos, in dem es sogar einen Jazzkeller und eine Diskothek gab, ein großes Kaufhaus entstehen. Die großen Zeiten des nach Plänen des Nürnberger Architekten Harald Loebermann (1923–1996) erbauten und am 26. September 1968 eröffneten Stützpunkts des damaligen Quelle-Konzerns waren spätestens Ende der 80er-Jahre vorüber. Das Haus wurde schließlich am 1. März 1993 an Hertie übergeben. Unter dem neuen Eigner bestand das Kaufhaus noch bis Ende 1995. Danach wurde es in Einzelgeschäfte „zerlegt“ und bis Herbst 2010 abgebrochen.[3]
Auch an der Westseite des Zentralplatzes wurde neu gebaut: 1960 entstanden dort ein Bankgebäude der Raiffeisenbank und ein großes Kaufhaus (C&A). Letzteres wurde durch einen Neubau ersetzt, der nach 18-monatiger Bauzeit im April 1998 eröffnet wurde. Erhalten geblieben ist dagegen das 1969 an der Ecke Pfuhlgasse/Görgenstraße vollendete und später mehrfach umgebaute Großkaufhaus (heute SinnLeffers).

Ausbau und Randbebauung des Zentralplatzes waren schon damals umstritten. Vor allem an den für die Nordseite entwickelten Visionen entzündeten sich heftige Diskussionen. Und das lag nicht an der geplanten weitgehenden Überbauung der zerstörten Balduinstraße, sondern an der Nutzung. Zur Wahl standen zwei Varianten: die kulturelle Nutzung, etwa durch ein Museum und ein neues Stadttheater, oder die rein wirtschaftliche Verwertung des Areals. Die knappe Entscheidung für die letztgenannte Lösung fiel im März 1967 während einer öffentlichen Ratssitzung mit zahlreichen Zuhörern. Doch erst Ende 1970 sollte mit dem Beginn des Neubaus der Dresdner Bank (heute Commerzbank) und anderer Geschäftshäuser an der Ecke zur Görgenstraße ein Anfang gemacht werden.
Das wohl umstrittenste Projekt im nördlichen Abschnitt war das 1973 vollendete Gemeinschaftswarenhaus (GEWA), in dem mehrere Einzelhändler unter einem Dach gemeinsame Sache machten. Auch in diesem Objekt zeigten sich in den 1990er-Jahren Niedergangserscheinungen, sodass schließlich eine komplette Entkernung und Umnutzung erfolgte. Und auch der Name änderte sich: Mit der offiziellen Eröffnung am 30. November 2005 wurde auch die Umbenennung in „Schängel-Center“ vollzogen.
Dem weiteren Ausbau des Zentralplatzes wurde bereits 1967 die sogenannte Wasserturmsmauer geopfert, die zu den wenigen erhaltenen Abschnitten der mittelalterlichen Stadtmauer gehörte. Allerdings hatte es gegen den Abbruch zuvor massive Proteste in der Bevölkerung gegeben. Und auch nach der erbittert geführten politischen Debatte war die Entscheidung denkbar knapp: Am Ende plädierte der Stadtrat mit einer Mehrheit von lediglich einer Stimme für den Abbruch. Ausschlaggebend war wohl die Tatsache, dass die mittelalterliche Mauer der geplanten Tiefgarage im Wege stand.
Massive Veränderungen wurden auch im direkten Umfeld des neuen Zentralplatzes vorgenommen. Galt es doch, die autogerechten Planungen, die bereits in den frühen 1950er-Jahren deutliche Konturen angenommen hatten, endlich in die Tat umzusetzen.

Pfuhlgasse wird Durchgangsstraße
Die massiven Eingriffe betrafen vor allem die Pfuhlgasse, die vor dem Krieg von Fachwerkbauten und einer extrem engen Straßenführung dominiert worden war. Da die einstige Gasse in den ersten Nachkriegsjahren vor allem von „Notbauten“ geprägt wurde, fiel die Entscheidung für eine komplette Neuordnung leicht. Die Trasse wurde massiv verbreitert und in Richtung Wöllershof geführt, wo das mittelalterlich-frühneuzeitliche Grundstücksgefüge ebenfalls aufgegeben wurde, um Platz für die neue Verkehrsplanung zu machen.
Die letzte Stufe war dann zu Beginn der 1970er-Jahre der Ausbau des Saarplatzes. Der einst ebenerdige Kreisel wurde auf mehreren Ebenen ausgebaut, seine Anbindung an die heutige Europabrücke deutlich verbessert.
Ein weiterer Straßenzug, den es bis dahin nicht gegeben hatte, war die Hohenfelder Straße. Sie wurde ab 1969 angelegt, um das erhöhte Verkehrsaufkommen auf der Nord-Süd-Achse der westlichen Altstadt zu bewältigen und perspektivisch eine leistungsfähige Anbindung an die Balduinbrücke zu ermöglichen. Das Symbol für die gravierenden Eingriffe in diesem Bereich der Altstadt wurde bereits 1961 gebaut: das insgesamt 45 Meter hohe Provinzial-Hochhaus mit 13 Stockwerken und Anbau. Nutzer waren unter anderem das Bundesarchiv und das III. Korps der Bundeswehr. Der Hauptbau ist heute ein Standort der Sparkasse Koblenz.
Weitere gravierende Eingriffe
Die gravierenden Eingriffe betrafen nicht nur das Zentrum und seine westlichen Randbereiche. Auch am Rheinufer veränderte sich die Altstadt völlig. So entstand an der Stelle des einst international bekannten, im Krieg zerstörten Hotels Riesenfürstenhof Ende der 1960er-Jahre ein Hochhaus. In der Folgezeit wurden weitere Baulücken in der Rheinzollstraße und in der Kastorpfaffenstraße geschlossen.
Im Kastorviertel wurde der zerstörte Leyensche Hof bereits 1967 durch einen modernen Zweckbau für die Landesstraßenverwaltung ersetzt (heute Landesbetrieb Mobilität), wobei die spätgotische Jakobuskapelle integriert wurde. In dieser Zeit verschwand auch das alte Residenzbad in der Kastorpfaffenstraße, das den Krieg überstanden hatte, aber wegen seiner bescheidenen Dimensionen uninteressant geworden war. Es wurde 1966 durch das Stadtbad[4], das auf dem Gelände des früheren Bassenheimer Hofes errichtet worden war, ersetzt.
Auch rund um den Bahnhofplatz veränderte sich vieles. Nachdem bereits in den späten 1950er-Jahren der Busbahnhof und das spätere Lotto-Haus gebaut worden waren, folgte 1962 das seinerzeit modernste Postamt der Bundesrepublik.[5] Die Südostecke des Platzes wurde in den Jahren von 1966 bis 1969 durch mehrere Geschäfts- und Verwaltungsbauten geschlossen. Gesundheitsamt, Medizinal- und chemisches Untersuchungsamt fanden hier eine Unterkunft.
Zu den bedeutendsten Baumaßnahmen jener Zeit gehörte die nach Plänen des Berliner Architekten Wilhelm Neveling (1908–1978) errichtete Rhein-Mosel-Halle, die Veranstalter von der lange in der Stadt herrschenden Raumnot befreite. Das nüchterne Gebäude, das im Bereich der früheren, im Krieg bis auf die Umfassungswände zerstörten Festhalle entstand, wurde am 29. Dezember 1962 in Anwesenheit des damaligen Ministerpräsidenten Peter Altmeier eröffnet. Da sie mit der Zeit nicht mehr den energetischen und funktionalen Anforderungen entsprach, wurde die Halle später umgebaut und erweitert – und Ende September 2012 nach erheblichen Verzögerungen wiedereröffnet.
Beeindruckende Wiederaufbauleistungen
Die umfassenden Maßnahmen zur Neuordnung der Koblenzer Innenstadt dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die 1950er- und 60er-Jahre auch von bedeutenden Wiederaufbauleistungen geprägt waren. Nachdem die drei romanischen Hauptkirchen in der Altstadt bereits früh wiederhergestellt waren, folgte der Aufbau der bedeutenden Profanbauten.
Ein Beispiel ist der eng an den Originalen orientierte, fast komplette Neubau des Alten Kaufhauses, des Schöffenhauses und des Galeriebaus des Bürresheimer Hofes. Das Ensemble war 1944 bis auf die Umfassungswände zerstört worden. Erst 1965 konnten Rekonstruktion und Wiederaufbau der Gebäude komplett abgeschlossen werden.

Neue Satellitenstädte
Die stark zunehmende Bedeutung von Koblenz als Garnisons- und Behördenstadt machte neue Anstrengungen im Wohnungsbau erforderlich. So entstand auf der Horchheimer Höhe 1965 eine neue große Siedlung. Allein in dieser neuen Satellitenstadt entstanden 950 Wohnungen für 3.500 Menschen.
Die gravierendsten Veränderungen gab es jedoch auf der Karthause, die zum größten Stadtteil ausgebaut wurde. Die Karthause wurde lange von Festungs- und Kasernenbauten sowie einem großen Hofgut im südwestlichen Bereich geprägt. Erst um 1930 entstanden die ersten Villen entlang der Simmerner Straße. Gut zwei Jahre später folgten die ersten Einfamilienhäuser auf der Pionierhöhe. Damit war die erste geschlossene Siedlung im Höhenstadtteil vollendet.
Der Siedlergemeinschaft Karthause ist es zu verdanken, dass zügig der weitere Ausbau erfolgte. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges entstanden in den Bereichen Hüberlingsweg, Meisenlauf, Am Vogelschutzpark, Am Spitzberg und in der Alexanderstraße weitere Häuser. Doch damit nicht genug: Auch auf dem Areal der infolge des Versailler Vertrages geschliffenen Feste Alexander errichteten die Siedler weitere Gebäude – in den Straßen, die heute Vogelnamen tragen.
Trotz der kriegsbedingten gravierenden Einschnitte ging es auf der Karthause relativ zügig weiter. Bereits ab 1950 wurde am Westrand des Flugfeldes, also in der Zeisig-, Zeppelin- und Görtzstraße weitergebaut. Auch Am Vogelschutzpark sowie Im Meisenlauf entstanden neue Gebäude. Gebaut wurde ebenso in der Heinrich-Klerx-Straße, anschließend an das südliche Ende der Pionierhöhe.
Verdienste um den Neuaufbau erwarben sich die Mitglieder der Christlichen Siedlervereinigung Koblenz im Bereich zwischen Schwalben- und Kuckucksweg. Die Häuser entstanden in den Jahren 1954 und 1955 komplett in Eigenleistung und mit gegenseitiger Unterstützung. Gemeinsam wollten die christlichen Siedler die Vorstellungen des „Siedlervaters“ Dr. Nikolaus Ehlen (1886–1965) über familiengerechtes Wohnen verwirklichen. „Markenzeichen“ der in diesem Geist realisierten Siedlungen sind die aufgelockerte Bebauung mit großzügigen Grünflächen. Zur Koblenzer „Siedlergeschichte“ gehört auch die jüngere Bebauung der Kolpingsiedlung im Lerchenweg und im Hammpfad, die in den Jahren von 1967 bis 1971 bezugsfertig wurden.
Das größte Projekt der Nachkriegszeit auf der Karthause war jedoch die Bebauung des Flugfeldes. Hier sollte Wohnraum für rund 15.000 Menschen geschaffen werden. Die Bauarbeiten begannen mit dem symbolträchtigen ersten Spatenstich am 14. September 1965.[6] Ab 1968 folgte die Bebauung des seit dem frühen 20. Jahrhundert bestehenden Flugfeldes (das 1969/70 durch den neuen Flugplatz Winningen ersetzt wurde). Begonnen wurde zuerst im südlichen Abschnitt, wo die auch heute noch prägenden Hochhäuser errichtet wurden. Bemerkenswert: Die Geschosswände für diese Gebäude wurden im neuen Wallersheimer Hafen für die Fertigbauweise produziert und mit Spezialfahrzeugen auf die Karthause transportiert.
Die umfassenden Aktivitäten betrafen aber nicht nur das Flugfeld, sondern eben auch das benachbarte Areal des früheren Karthäuserhofes. Für dieses Gebiet wurde bereits im Sommer 1961 ein Bebauungsplan vorgestellt, der die Errichtung von 310 Eigenheimen, einer Schule und einer Kirche möglich machen sollte.[7]
Es war nur konsequent, dass in unmittelbarer Nachbarschaft der Bau einer wichtigen sozialen Einrichtung vorangetrieben wurde: Am 13. Juli 1968 folgte schließlich die Grundsteinlegung für das Alten-, Wohn- und Pflegeheim der „Geschwister de Haye’schen Stiftung“, das 1970 fertig wurde. Die neue Einrichtung sollte die Lücke schließen, die das Lützeler Josefinenstift hinterlassen hatte. Diese Einrichtung der Stiftung war bis 1963 von den Schwestern vom Heiligen Geist betreut worden. Wenige Jahre später folgte eine weitere soziale Einrichtung für den Stadtteil: das Blindenaltenheim am Berliner Ring, das 1973 fertiggestellt wurde.
Trotz der beachtlichen Dimensionen ist die Karthause nur ein Kapitel einer „Städtebaugeschichte“, die gerade in den 1960er-Jahren bis dahin unbekannte Dimensionen erreichte. Denn auch viele andere Bereiche wurden in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren erschlossen und bebaut. Beispiele sind die Niederberger Höhe, das Karthäuserhofgelände, die Siedlung Karl-Russell-Straße in Lützel und der Eulenhorst.
Darüber hinaus wurden nicht nur Siedlungen, sondern auch viele neue Bürogebäude errichtet, weil es in der Stadt immer mehr Arbeitsplätze geben sollte. Den Anfang machte in den Jahren 1968 und 1969 der Neubau für das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (das heutige Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr). Die Grundlage für das spätere Verwaltungszentrum im neuen Stadtteil Rauental war gelegt.
Anmerkungen
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[1] Einen Überblick über die Eingemeindungen und die zahlreichen Baumaßnahmen der 1960er-Jahre gibt: Hans Bellinghausen (Hg.), 2000 Jahre Koblenz. Geschichte der Stadt an Rhein und Mosel, Boppard 1971. Eine gründliche Gesamtdarstellung über die ersten Nachkriegsjahrzehnte in Koblenz steht nach wie vor aus.
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[2] Einen kompletten Überblick über die Bebauung dieses Bereichs im 19. und 20. Jahrhundert gibt: Peter Kleber, Der lange Weg zur Platzgestaltung, in: Schaufeln, Bagger, Schutt – Koblenz verändert sich. Eine Fotodokumentation der letzten 150 Jahre, Koblenz 2011, S. 31–41.
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[3] Zur Geschichte des Kaufhauses die preisgekrönte Reportage von Hartmut Wagner in: Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 14. August 2010.
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[4] Das Bad soll bald wegen Baufälligkeit abgerissen werden.
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[5] Dazu: Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 16. Mai 1962.
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[6] Einen Überblick über die Entwicklung der Karthause gibt folgende Festschrift: 50 Jahre Pfarrgemeinde St. Beatus, Koblenz-Karthause 1948–1998, Koblenz 1998.
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[7] Dazu: Rhein-Zeitung, Ausgabe Koblenz, 15./16. Juli 1961.
📌 CHRONIK: DIE JAHRE VON 1956 BIS 1962
1956
In Andernach rücken am 2. Januar die ersten 800 Freiwilligen der neuen Bundeswehr ein. Am 17. August wird die KPD verboten. Am 29. Oktober überschreiten israelische Truppen auf der Sinaihalbinsel die ägyptische Grenze. Einen Tag später bombardieren Frankreich und Großbritannien Ägypten. Beide Länder verstehen sich als Schutzmächte des Suezkanals, den Ägypten im Juli verstaatlicht hatte. In Ungarn wird am 4. November ein Volksaufstand niedergeschlagen.
1957
In Rom werden am 25. März die Römischen Verträge unterzeichnet. Die Bundesrepublik, die Beneluxstaaten, Frankreich und Italien werden Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Am 25. September erschüttern schwere Rassenunruhen die USA. Am 4. Oktober startet die UdSSR den Satelliten „Sputnik 1“. Damit beginnt die Ära der Weltraumfahrt.
1958
Staatskrise in Frankreich: In Algier putschen am 13. Mai französische Truppen gegen die Regierung in Paris. Diese wollen eine Rückkehr des Generals Charles de Gaulle an die Macht, was ab dem 29. Mai auch passiert. Er erhält vorübergehend Sondervollmachten. Der Ministerpräsident wird am 21. Dezember zum Staatspräsidenten gewählt. In China will Mao am 29. August mit seinem „Sprung nach vorn“ die Industrialisierung forcieren. Privateigentum wird abgeschafft. Das Programm beschwört eine Hungersnot herauf. Mit seinem Ultimatum vom 27. November, in dem er einen neuen Status für Berlin fordert, verursacht Nikita Chruschtschow die zweite Berlinkrise. Die Westmächte lehnen eine Veränderung des Viermächtestatus ab, die Krise verläuft im Sande. In der Bundesrepublik selbst eskaliert die Debatte um die mögliche atomare Aufrüstung der Bundeswehr.
1959
Rebellenführer Fidel Castro und seine Leute stürzen am 2. Januar den kubanischen Diktator Fulgencio Batista y Zaldivar und errichten ein kommunistisches Regime. Am 17. März muss der Dalai Lama nach Unruhen aus Tibet ins Exil fliehen.
1960
Frankreich, Großbritannien und Belgien entlassen im August 17 afrikanische Staaten in die Unabhängigkeit. Senator John F. Kennedy wird am 8. November zum 35. Präsidenten der USA gewählt.
1961
Sowjetmajor Juri Gagarin fliegt am 12. April als erster Mensch in den Weltraum. Am 17. April scheitert die vom US-Geheimdienst CIA initiierte Landung von Exilkubanern in der Schweinebucht. Mit dem Beginn des Baus der Berliner Mauer am 13. August erreicht das deutsch-deutsche Verhältnis einen neuen Tiefpunkt. Am 15. Dezember wird Adolf Eichmann, Hauptorganisator der „Endlösung“, in Jerusalem zum Tode verurteilt. Zuvor war der SS-Obersturmbannführer vom israelischen Geheimdienst aus Argentinien entführt worden.
1962
Norddeutschland wird am 17. Februar von der schwersten Sturmflut seit 1855 heimgesucht. Frankreich entlässt Algerien am 3. Juli in die Unabhängigkeit. Am 5. August stirbt Marilyn Monroe, im September erobert Sean Connery als James Bond erstmals die Kinos. Am 26. Oktober werden Redaktionsräume des „Spiegels“ durchsucht. Die Folge: Verteidigungsminister Franz Josef Strauß muss zurücktreten. Die Stationierung von Sowjetraketen auf Kuba beschwört die Gefahr eines nuklearen Weltkrieges herauf. Am 28. Oktober ordnet Chruschtschow die Demontage der Raketen an.
