An die Shoa und die Vielzahl weiterer Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert seit 2001 das Mahnmal auf dem Reichensperger Platz. Das Denkmal wurde am 23. August eingeweiht. Ermöglicht wurde es vom Förderverein Mahnmal Koblenz und seinen Unterstützern.
Die dunklen Seiten der Stadtgeschichte
Nur die wenigsten Koblenzer ahnten, dass die Erfolge der Nationalsozialisten auf tönernen Füßen standen. Dabei zeichnete sich schon 1937 ab, dass das
„System Hitler“
finanziell am Ende war. Es kam nicht von ungefähr, dass schon damals hinter den Kulissen offen über Krieg gesprochen wurde. Gleichzeitig begann die Hochrüstung der Wehrmacht.
Um eine schlagkräftige Truppe zu erhalten, schreckte das System auch nicht vor dem offenen Rechtsbruch zurück: So ist wenig bekannt, dass viele Polizisten im Rahmen von
„Nacht-und-Nebel-Aktionen“
zwangsverpflichtet wurden und ihren Dienst sofort in der Wehrmacht leisten mussten. Darauf weist die Witwe von Herbert Staschick hin, die in Baden-Baden lebt. Auch ihr Mann, der in Westfalen für den Polizeidienst ausgebildet worden war und nach dem Krieg zu den ersten Mitarbeitern der noch jungen Rhein-Zeitung gehören sollte, musste sich fügen.
Aber auch im Zivilleben machten die Nationalsozialisten Druck. Die NSDAP mischte sich überall ein und stellte selbst bei Kleinigkeiten unangenehme Fragen. So achtete die Partei genau auf das Personal des Kemperhofs – und dessen Gesinnung.
Wie die Krankenhauschronik zeigt, konnte schon das kleinste Vergehen dramatische Folgen haben. Es reichte schon, wenn sich die Borromäerinnen, die damals noch die Einrichtung betreuten, gegen das Aufhängen eines Hitlerbildes wehrten und sich zum Kreuz bekannten.
„Braune Schwestern“ zogen ein
Solche „Vergehen“ wurden direkt an die Geheime Staatspolizei (Gestapo) gemeldet, die die sofortige Suspendierung von Schwestern einleitete, die dann durch linientreues Personal ersetzt wurden. So berichten die handschriftlichen Aufzeichnungen vom 16. Juli 1936, dass die Krankenpflegeschule des Kemperhofs schon damals von den politisch besonders geschulten
„braunen Schwestern“
geführt wurde. Dieser kleine Ausschnitt aus dem damaligen Alltag zeigt, dass eine Mischung aus Druck und Angst die Voraussetzungen dafür schuf, das bis dahin Unvorstellbare möglich zu machen: die gnadenlose Verfolgung von Mitbürgern aus „rassenhygienischen“ Motiven.
Zwar hatten die Nationalsozialisten die ersten diskriminierenden Gesetze schon früh auf den Weg gebracht, doch symbolisiert die Reichspogromnacht nach wie vor den Beginn einer ganzen Reihe von Maßnahmen, an deren Ende der industriell organisierte Massenmord stand. Natürlich klirrten auch in Koblenz in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 die Scheiben, doch herrschte danach oberflächlich Ruhe. Derweil holte das System zum nächsten Schlag aus.
Dabei spielte die von Otto Wittgen auf Linie gebrachte Stadtverwaltung eine wenig rühmliche Rolle. Die Historikerin Petra Weiß betont, dass im Zuge der Judenverfolgung der unteren Verwaltungsebene zahlreiche neue Aufgaben übertragen worden waren. Dazu gehörte zum Beispiel die Preisüberwachung bei der „Arisierung“ von Immobilien und die Einweisung von Juden in
„Judenhäuser“,
die auch im Stadtgebiet eingerichtet wurden. Auch die Stadt selbst profitierte. So wurde der als Synagoge genutzte Bürresheimer Hof am Florinsmarkt Ende 1938 entschädigungslos in kommunales Eigentum überführt.[1] In anderen Fällen kaufte die Stadt Immobilien weit unter Wert an. Beispiel ist die Privatklinik von Dr. Richard Reich in der Schlossstraße.
Dies alles vollzog sich für viele überraschend. Entsprechend groß war das Entsetzen in vielen Familien, als sich am 1. September 1939 eine weitere Katastrophe anbahnte: Mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen begannen schreckliche Jahre, in denen viele Koblenzer ihr Leben lassen sollten.
Der erste Luftangriff
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte auch gravierende Veränderungen für Koblenz. Nicht nur die militärischen Einrichtungen, sondern auch zivile Anlagen wurden für den Krieg vorbereitet. So wurden der Kemperhof und das Bürgerhospital als Reservelazarette vorgehalten. Da sie aber weiter auch Zivilisten behandelten, waren sie nicht mit einem roten Kreuz gekennzeichnet. Diese Regelung sah die Genfer Konvention nur für Militärlazarette vor. Und so kam es, dass in der Nacht vom 17. zum 18. Juni 1940 ausgerechnet das Kemperhofgelände zum Ziel des ersten alliierten Luftangriffs wurde.
Angesichts der Erfolge der Wehrmacht im Westen sollte es noch Monate bis zum zweiten Luftangriff dauern. Erst am 6. April 1942, dem Ostermontag, folgte ein nächtlicher Bombenabwurf, der die Schloßstraße traf und elf Menschen aus dem Leben riss.
Ungeachtet dessen liefen die menschenverachtenden Maßnahmen des Regimes weiter. So waren in Koblenz der Kemperhof, das Evangelische Stift und das private Elisabeth-Krankenhaus für Zwangssterilisationen zuständig, die das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 vorgegeben hatte.
Im Stift zählte Dr. Fritz Michel zu den Hauptverantwortlichen – also jener Arzt, der später wegen seiner zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Geschichte und Kunstgeschichte zum Ehrenbürger der Stadt gemacht wurde. Auch am Kemperhof wurden dunkle Kapitel der Stadtgeschichte geschrieben. So wurden hier nicht nur Zwangsarbeiter eingesetzt, sondern auch behandelt. Denn das heutige Klinikum war eines der zentralen Krankenhäuser im Bereich des Landesarbeitsamtsbezirks Rheinland für deren Versorgung. Dazu gehörten auch die Zwangsabtreibungen bei den Ostarbeiterinnen, die das Arbeitsamt eingewiesen hatte. Zwischen 1942 und 1944 sind, so Petra Weiß, 124 Fälle nachweisbar.
Bunker wurden gebaut
Koblenz wurde nach dem ersten Bombenangriff auch eine
„Stadt der Bunker“.
Denn die strategisch und verkehrsgünstig gelegene Provinzhauptstadt hatte in den Planungen der Reichsregierung schon früh eine Sonderstellung. Bunker, Stollen und Luftschutzkeller sollten eine Maximalkapazität von 235.000 Plätzen erhalten, weil die Planer nicht nur an die rund 90.000 Koblenzer, sondern auch an die Durchreisenden dachten. Zumindest erfüllten die Bunker ihre Aufgabe: Einige wurden zwar beschädigt, doch es gab keine Toten. Diese Feststellung gilt jedoch nicht für die zahlreichen notdürftig hergestellten Schutzräume und Stollen, die im damaligen Stadtgebiet und den heutigen Stadtteilen eingerichtet wurden.[2]
Eine Karte in Wolfgang Gückelhorns Buch über die Koblenzer Bunker zeigt insgesamt 28 größere Anlagen. Dazu kommen zahlreiche Keller, die zu provisorischen Luftschutzräumen umgebaut waren.
Grundlage des Programms, das Stadtvorstand und Rat immer wieder beschäftigte, war ein sogenannter
„Führerbefehl“
vom 10. Oktober 1940, in dem es eben nicht nur um den Schutz der Industrie, sondern eben auch um das Leben der Zivilbevölkerung ging. Für den Koblenzer Historiker Dr. Helmut Schnatz ist diese Anordnung ein bemerkenswertes und frühes Eingeständnis Hitlers, dass der Krieg Deutschland doch härter treffen würde, als in der Propaganda immer wieder verkündet.
In Koblenz waren die Vorbereitungen besonders intensiv, sodass es am Ende für fast alle der damals 90.000 Koblenzer Schutzräume gab. Allerdings konnten nur 7500 Bürger bomben- und gassicher geschützt werden. Für den Großteil der Koblenzer gab es lediglich einen Schutz vor Trümmern. Wie das grundlegende Buch von Wolfgang Gückelhorn zeigt, sind die Anlagen in den Quellen sehr gut dokumentiert.
Eine Ausnahmeerscheinung ist der Bunker unter der Festung Ehrenbreitstein – genauer gesagt unter dem Abschnitt Helfenstein. Obwohl es sich um den mit Abstand größten Koblenzer Bunker handelt, fließen die Quellen spärlich. Was bislang bekannt ist, haben Erich Engelke und Petra Weiß in einem ungedruckten Manuskript für Burgen, Schlösser, Altertümer unter dem Dach der Generaldirektion Kulturelles Erbe zusammengetragen. Die Koblenzer Historiker haben nicht nur schriftliche Quellen ausgewertet, sondern auch mit Zeitzeugen gesprochen, die das Leben im Bunker aus eigener Anschauung kennen.
Dennoch kann die entscheidende Frage nach den Erbauern der Anlage nicht eindeutig beantwortet werden. Sicher ist nur, dass der Bau von der Organisation Todt[3] geplant und überwacht wurde. Die uniformierte Bautruppe stellte auch die Ingenieure. Wer jedoch die
„Knochenarbeit“
leistete, ist bis heute unklar. Zwar werden immer wieder Arbeiter aus der Umgebung genannt, doch angesichts der Dimensionen der von 1941 bis 1943 erbauten Anlage wird klar, dass der Bedarf an Arbeitskräften enorm war. Deswegen kann nicht ausgeschlossen werden, dass Zwangsarbeiter oder sogar Gefangene aus Konzentrationslagern beim Vortrieb eingesetzt wurden.
Ausgelegt war der Festungsbunker für 3000 Menschen. Obwohl die Anlage nie ganz fertiggestellt wurde, konnten aber bis zu 10.000 Personen Zuflucht finden, weil die Anlage nur temporär Schutz bieten sollte. Die Nutzer stammten entweder aus Ehrenbreitstein oder waren Durchreisende, die nach einer Angriffswarnung schnell vom Bahnhof in den Stollen gelangen konnten. Auf jeden Fall war die Anlage für die alte Residenzstadt unverzichtbar. Abgesehen von einem Bunker im Bereich der Brentanostraße gab es für die Ehrenbreitsteiner sonst keinen wirksamen Schutz. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum viele Bürger oft tagelang in den Festungsstollen ausharrten, die sie mit ihrem eigenen Mobiliar ausstatteten.
Massenmord wurde vorbereitet
Die Vorbereitung der systematischen Ermordung von Koblenzer Juden begann mit der ersten Deportation am 22. März 1942. So mancher Altstädter wurde Zeuge des streng bewachten Marsches zum Lützeler Bahnhof, den 338 jüdische Männer, Frauen und Kinder und sogar ein 18 Monate alter Säugling antreten mussten. Weniger auffällig gewesen war die allererste Fahrt in den Tod, die bereits am 17. Mai 1940 in Koblenz begann und 78 Roma und Sinti betraf.
Die im ehemaligen Reichsbankgebäude „Im Vogelsang“ 1–3 ansässige Gestapo war bemüht, die Aktionen, die in Lützel oder am Hauptbahnhof begannen, „human“ aussehen zu lassen. Die erste Etappe auf der Fahrt in den Tod erfolgte in normalen Personenwagen. Zudem wurden für die erste Judendeportation zwei städtische Fürsorgerinnen angefordert, die sich um Frauen und Kinder kümmern sollten. Die Arbeit der Helferinnen, so Petra Weiß, missfiel der Gestapo allerdings – weil sie Mitleid zeigten.
Weitere Deportationen folgten schnell: Nach Angaben des Fördervereins für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz waren bereits am 30. April insgesamt 105 Juden betroffen. Die dritte Deportation vom 15. Juni 1942 richtete sich gegen 342 Personen, die vor allem aus der Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt in Bendorf-Sayn stammten. Ziel der vierten Deportation vom 27. Juni waren vor allem ältere Mitbürger. 79 von ihnen verschwanden für immer.
Nach einer mehrmonatigen Pause folgten schließlich die Deportationen vom 28. Februar 1943 und 16. Juni 1943. Diese galten den wenigen bislang noch verschont gebliebenen Koblenzer Juden. Zurück blieb nur das Hab und Gut der insgesamt 870 von Deportationen betroffenen Menschen.
War am Anfang noch Eigentum von Juden unkontrolliert in fremde Hände gelangt und sogar in Altstadtkneipen verkauft worden, schritt nun der Staat ein. Rechtliche Grundlage wurde die 13. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 1. Juli 1943. Darin hieß es:
„Nach dem Tode eines Juden verfällt sein Vermögen dem Reich.“
Und die nichtjüdischen Familien? Die meisten waren mit sich selbst beschäftigt. Viele Söhne standen im Felde, zudem ahnten sie, dass ihnen das Schlimmste noch bevorstand. Denn es wurden nicht nur Schutzräume eingerichtet, sondern auch Löschteiche angelegt.
Der Widerstand
Immer wieder wird gefragt, warum der Widerstand gegen das Regime nicht größer war. Eine Antwort auf die Frage dürfte in der Tatsache liegen, dass vor allem die Eliten in Politik, Wirtschaft, Kirchen und Wehrmacht die Nationalsozialisten lange völlig unterschätzten – und viele erst aufwachten, als Gegenwehr nur noch mit Gefahren für Leib und Leben verbunden war. Schon eine unbedachte Bemerkung konnte katastrophale Folgen haben.
Dennoch gab es viele, die sich auf ihre Art dem totalitären Staat widersetzten. Auch ältere Koblenzer können über manche Zeitgenossen berichten, die den Mut hatten, Uniformierten Paroli zu bieten und sogar ihr Leben riskierten, indem sie Zwangsarbeiter, Juden und andere vor dem Zugriff der SS oder der Geheimen Staatspolizei schützten. Viele Geschichten über den alltäglichen Widerstand sind mündlich überliefert – und laufen damit Gefahr, für immer vergessen zu werden.[4]
Wenn über den Widerstand in Koblenz gesprochen wird, ist fast immer von Vertretern der katholischen Kirche die Rede, die sich vor allem in ihren Predigten vom Regime distanzierten – das die Kirchen am Anfang nicht entschieden genug bekämpft hatten. Trotz der mahnenden Worte von Kurie und deutschen Bischöfen, die 1936/37 den Kampf des Regimes gegen die katholische Kirche angeprangert hatten, war es in der Folgezeit jedoch nur eine Minderheit von Geistlichen, die es wagte, die Diktatur herauszufordern. Dazu gehörte Kurt Esser (1909–1981), der ab dem 30. Juli 1937 als Kaplan in der Gemeinde St. Kastor wirkte, die damals rund 10.000 Mitglieder hatte, und sich nach dem Krieg vor allem in der Jugendarbeit Verdienste erwarb. Noch deutlicher wurde der langjährige Pfarrer von Herz Jesu, Johannes Metzdorf (1883–1953), der wegen seiner mutigen Predigten sogar in Haft genommen wurde, heute vor allem aber wegen seiner Verdienste um die Opfer der Luftangriffe und des Wiederaufbaus seiner Gemeinde verehrt wird.
Interessant ist vor allem der Blick auf die damals tief gespaltene evangelische Kirche. Während viele Repräsentanten der wilhelminisch geprägten
„Deutschen Christen“
dem Regime lange mit Sympathie begegneten, distanzierte sich die
„Bekennende Kirche“
bereits in ihrer Barmer Theologischen Erklärung vom Mai 1934 von allen Totalitätsansprüchen des Staates. Dennoch war der offene Widerstand von evangelischen Pfarrern in den meisten Fällen das Ergebnis persönlicher Entwicklungen.
In Koblenz gilt der aus Wuppertal stammende Pfarrer Wilhelm Winterberg (1907–1991) als prominentester protestantischer Kritiker des Regimes. Wegen seiner Predigten war er gleich mehrmals von der Gestapo inhaftiert worden. Ein zweiter Repräsentant der Bekennenden Kirche am Rhein ist Wilhelm Rott, der aber erst 1946 nach Koblenz kam und 13 Jahre später Superintendent des Kirchenkreises wurde. Rott war enger Mitarbeiter des Theologen Dietrich Bonhoeffer, der sich früh im Kirchenkampf gegen die „Deutschen Christen“ und die „Judenpolitik“ engagierte und dafür schließlich mit seinem Leben bezahlte.[5]
Anmerkungen
[1] Die Stadtverordnetenversammlung beschloss in ihrer Sitzung am 4. September 1947 einstimmig die kostenfreie Rückübertragung an die Jüdische Kultusgemeinde. Stadt und Kultusgemeinde schlossen am 20. Dezember 1949 vor der Wiedergutmachungskammer des Landgerichts Koblenz einen entsprechenden Vergleich.
[2] Das Standardwerk über den örtlichen Luftschutz: Wolfgang Gückelhorn, Die Koblenzer Luftschutzbunker im alliierten Bombenhagel. Luftschutzmaßnahmen und -anlagen von Koblenz im Zweiten Weltkrieg und ihre Wirkung, Aachen 2008.
[3] Die nach ihrem Führer Fritz Todt benannte Organisation Todt wurde 1938 gegründet. Sie war eine militärisch organisierte und uniformierte Bautruppe, die vor allem in den besetzten Gebieten bei der Realisierung von Schutz- und Rüstungsprojekten eingesetzt wurde.
[4] Der Verein Mahnmal Koblenz hat im Internet Material und Literatur zum Thema zusammengetragen. Die Adresse: www.mahnmal-koblenz.de.
[5] Dazu: Gegen den Strom geschwommen: Die Koblenzer Pfarrer Wilhelm Winterberg (1907–1991) und Wilhelm Rott (1908–1967). Herausgegeben vom Evangelischen Kirchenkreis Koblenz und dem Evangelischen Gemeindeverband Koblenz, Koblenz 2007.
📌 CHRONIK: DAS TOTALITÄRE SYTEM II
1938
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1. Januar: Jüdischen Kulturvereinigungen wird der Status von Körperschaften öffentlichen Rechts aberkannt.
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4. Februar: Adolf Hitler bildet die Regierung und die Spitze des Militärs um.
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2. März: Der Führer der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller, wird nach Verbüßung seiner Haftstrafe in ein KZ gebracht; er gilt als Hitlers „persönlicher Gefangener“.
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12. März: Die Deutsche Wehrmacht marschiert in Österreich ein.
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13. März: Einen Tag später lässt Hitler das Gesetz zum Anschluss Österreichs verkünden.
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31. März: US-Präsident Franklin D. Roosevelt lehnt eine Allianz mit europäischen Staaten gegen Hitler ab, da die amerikanische Öffentlichkeit das Eingreifen in einen möglichen Krieg (noch) ablehnt.
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26. Mai: Hitler legt vor einem Aufgebot von 70.000 Menschen den Grundstein für ein Volkswagenwerk im damaligen Dorf Wolfsburg.
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12. Juni: Jüdische Zahnärzte werden aus den Krankenkassen ausgeschlossen.
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22. Juni: Hermann Göring ordnet Zwangsarbeitsverpflichtungen zum Bau des Westwalls an.
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1. Juli: Die Arbeitszeit der Beamten wird auf 51 Stunden erhöht; in Großstädten gilt ein Limit von 48,5 Stunden.
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24. Juli: Die deutsche Legion Condor stoppt eine Großoffensive der spanischen Republikaner.
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19. August: Katholische Bischöfe verabschieden in Fulda einen Hirtenbrief, der sich gegen die Antikirchenpolitik des NS-Regimes richtet.
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1. September: In Italien wird die Neuansiedlung von Juden verboten; die nach 1918 eingewanderten Juden werden ausgewiesen.
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28. bis 30. September: In der Münchener Konferenz wird die Abtretung des Sudetengebietes an das Deutsche Reich zum 1. Oktober beschlossen; die Wehrmacht marschiert sofort ein.
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5. Oktober: Die Pässe deutscher Juden werden mit einem großen „J“ gestempelt.
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9. November: Im ganzen Reich beginnen die Pogrome; Anlass ist das Attentat auf den deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath in Paris.
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3. Dezember: Polizeichef Heinrich Himmler entzieht allen Juden den Führerschein.
1939
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30. Januar: Hitler kündigt vor dem Reichstag die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ im Kriegsfall an.
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1. März: Ab sofort können nur noch Mitglieder der NSDAP Beamte werden.
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15. März: Die Wehrmacht besetzt die „Rest-Tschechei“; Frankreich und Großbritannien ziehen ihre Botschafter aus Berlin ab.
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28. April: Hitler kündigt den Nichtangriffspakt mit Polen und das Flottenbegrenzungsabkommen mit Großbritannien auf.
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8. Mai: Nach dem Sieg der Faschisten in Spanien tritt das Land aus dem Völkerbund aus.
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22. Mai: Das Deutsche Reich und Italien schließen den „Stahlpakt“.
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4. Juli: Alle Juden im Reich müssen sich zur Reichsvereinigung der Juden in Deutschland zusammenschließen.
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1. August: Eine Allianz der Westmächte mit der Sowjetunion scheitert, weil Polen den Durchzug russischer Truppen ablehnt.
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23. August: Das Deutsche Reich kontert mit dem Nichtangriffspakt mit der UdSSR (Hitler-Stalin-Pakt).
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1. September: Der Zweite Weltkrieg beginnt.
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7. September: Sechs Tage nach Kriegsbeginn rücken französische Truppen ins Saarland ein.
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6. Oktober: Die Westmächte lehnen ein Friedensangebot Hitlers ab, das die Revision des Versailler Vertrags fordert.
1940
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1. Januar: Für Studenten wird ein kriegswirtschaftlicher Zwangsdienst während der ersten drei Semester eingeführt.
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12. März: Finnland und die Sowjetunion schließen einen Friedensvertrag, der den Finnen umfangreiche Gebietsabtretungen auferlegt.
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9. April: Die Wehrmacht marschiert in Dänemark und Norwegen ein.
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10. Mai: Die Westoffensive beginnt mit dem Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Länder Niederlande, Belgien und Luxemburg.
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10. Mai: Am selben Tag wird Winston Churchill britischer Premierminister.
