Der damalige Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (links) enthüllte via Roboter das neue Behördenschild. Das alte Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung ist damit Geschichte. Nachfolger ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.
Koblenz verwandelt – Stadt im Aufbruch
Der 2. Oktober 2012 war für Koblenz ein historischer Tag. Mit der offiziellen Übergabe des neu aufgestellten Sanitätsführungskommandos und des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) war selbst Skeptikern klar: Die alte Garnisonsstadt wird für das Verteidigungsministerium weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Denn gerade das BAAINBw hat als neue Oberbehörde der Bundeswehr deutlich mehr Kompetenzen als das inzwischen aufgelöste Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB). Begleitet das neue Bundesamt doch nicht nur die Anschaffung und Auslieferung des militärischen Geräts, sondern eben auch die Nutzung über die gesamte „Lebensdauer“.
Die neuen Strukturen zeigen: Während die Bundeswehrreform für die meisten rheinland-pfälzischen Standorte gravierende Einschnitte oder gar das Aus brachte, wurde das Oberzentrum der Region Mittelrhein im Vergleich zu anderen Standorten sogar aufgewertet. Wahr ist aber auch, dass Koblenz nicht mehr die größte deutsche Garnisonsstadt ist, sondern nach Strausberg bei Berlin nur noch die Nummer zwei.
Dazu kommt, dass sich die personelle Reduzierung der Bundeswehr gravierend auf den Standort ausgewirkt hat. Waren noch vor der Wende mehr als 20.000 Dienstposten der Bundeswehr und ihrer Verwaltung präsent, hat sich das Bild gravierend verändert. Hat das BAAINBw am Standort Koblenz–Lahnstein 5200 Mitarbeiter, werden unter dem Dach des neuen Sanitätskommandos in der Stadt gerade mal 2500 Dienstposten angesiedelt.
Die Entwicklung zeigt: Die Bundeswehr hat für die regionale Wirtschaft längst nicht mehr die einstige Bedeutung, zumal das Heer an Rhein und Mosel seine Zelte nach und nach abbrechen wird. Das Heeresführungskommando ist bereits aufgelöst. Und wenn das Heer die Falckenstein-Kaserne endgültig verlassen hat, wird auch eine 150-jährige Tradition enden. War doch die alte Festungsstadt eineinhalb Jahrhunderte Sitz führender Kommandoeinheiten des Heeres.
Die Verkleinerung des Bundeswehrstandortes Koblenz erfolgte jedoch nicht abrupt, sondern stufenweise. Bereits mit der Wiedervereinigung wurde klar, dass die Zusammenführung des Militärs beider deutscher Staaten einen gravierenden Abbau von Stellen mit sich bringen würde. Die Koblenzer hatten genügend Zeit, um sich auf die Veränderungen einzustellen. Sie haben ihre Chance genutzt.

Mehr als Beamten- und Behördenstadt
Koblenz hat gerade in den vergangenen Jahren sein Image als Beamten- und Behördenstadt abgelegt. Die Stärke des Oberzentrums ist heute, dass es keine wirtschaftlichen Monostrukturen gibt. Natürlich spielt die Verwaltung – zum Beispiel im öffentlichen Dienst oder beim Versicherungsriesen Debeka – nach wie vor eine wichtige Rolle, doch lässt sich für den großen Bereich der Fertigung Ähnliches sagen. So produzieren Unternehmen von Weltrang in der Stadt:
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Aleris (heute Novelis) liefert Aluminiumprodukte für die Luft- und Raumfahrt sowie für die Automobilindustrie,
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Corus (heute Kalzip) stellt beispielsweise den gewaltigen Wetterschutz für den Katastrophen-Reaktor,
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TRW (heute ZF) entwickelt und produziert hochwertige Sicherheitssysteme rund ums Auto,
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Stabilus ist Weltmarktführer bei der Herstellung von Gasdruckfedern für Pkw,
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Kennametal Stellite betreibt ein Werk, in dem extrem haltbare Speziallegierungen gegossen und verarbeitet werden – zum Beispiel für den Turbinenbau.
Das sind nur fünf von vielen Beispielen, die für einen gravierenden Wandel der Stadt stehen, die sich den weltwirtschaftlichen Entwicklungen nicht entziehen kann. Denn die großen Produzenten der Stadt sind alle in der Hand ausländischer Mutterkonzerne oder von großen internationalen Beteiligungsgesellschaften.
Ein Vorteil des Oberzentrums ist jedoch auch, dass der Großteil der örtlichen Wirtschaft in traditionellen mittelständischen Strukturen organisiert ist. Und auch das Handwerk spielt eine wichtige Rolle. Dazu kommt, dass viele Betriebe in der Region für die Region produzieren, was sich gerade in Krisenfällen als vorteilhafter „Puffer“ erwiesen hat.
Fakt ist: Die Wirtschaftskrisen der Jahre 2002/2003 und 2008/2009 hatten im nördlichen Rheinland-Pfalz und seiner „Hauptstadt“ weit weniger dramatische Folgen als andernorts. Dennoch zeigten die Entwicklungen, dass sich Planer und Wirtschaftsförderer nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen können. Ihre Aufgabe ist es, ständig neue Anreize zu schaffen und damit Neuansiedlungen oder Existenzgründungen zu ermöglichen.
Neu ist dieses Geschäft nicht, sondern reicht weit in die 1960er-Jahre zurück. Damals wurde der bereits in den 1920er-Jahren angedachte Bau des neuen Rheinhafens endlich realisiert. Die damit verbundene gute Verkehrsanbindung auf Straße, Schiene und Wasser ermöglichte große Ansiedlungsprojekte, was den Ausbau des neuen Industriegebietes Rheinhafen beschleunigte. Aus diesen Anfängen entwickelten sich neue Wachstumsmöglichkeiten, vor allem aber im Bereich der Logistik. Wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage kann die Stadt weiter zum echten Knotenpunkt ausgebaut werden.
Die Bemühungen, Koblenz zu einer Drehscheibe für die Logistikbranche auszubauen, waren bereits in den 80er-Jahren deutlich spürbar. Doch gab es immer wieder Rückschläge. So mancher Coup platzte, und es sollte noch Jahre dauern, bis die gewünschten Ansiedlungen im großen Stil erfolgten. Doch inzwischen haben die Freiflächen im Güterverkehrszentrum und im interkommunalen Gewerbegebiet an den Autobahnen 48 und 61 deutlich abgenommen. Die vorteilhafte Anbindung hat sich nämlich herumgesprochen. Nicht nur alteingesessene Unternehmen wie zum Beispiel die Rhein-Zeitung investierten beachtliche Summen in neue Standorte, sondern auch international aktive Unternehmen. Ein Beispiel ist der Logistiker Dachser.
Der bislang größte Erfolg ist jedoch die Ansiedlung des Internet-Kaufhauses Amazon, das erst kürzlich ein Logistikzentrum in Betrieb nahm. Rund 1000 feste Stellen sind dabei entstanden. Dazu kommen saisonbedingt bis zu 2000 Aushilfskräfte. Zwar ist das Großunternehmen in Gewerkschaftskreisen nicht unumstritten, doch bezweifelt niemand, dass die Ansiedlung für den lokalen Arbeitsmarkt einmal sehr wichtig werden kann. Die zum 1. Oktober 2012 fusionierte Arbeitsagentur Koblenz–Mayen spricht sogar von einem „Amazon-Effekt“.

Hochschulen und Neugründungen
Früchte trugen aber auch die Bemühungen um die Schaffung von Arbeitsplätzen für Hochqualifizierte. Die Aufgabe von Kasernen durch die Bundeswehr wurde nicht nur als Schicksal, sondern auch als große Chance begriffen. So wurde ab 1998 auf dem Areal der ehemaligen Metternicher Pionierkaserne der neue Campus der Universität auf- und ausgebaut. Für die Hochschule Koblenz, die ehemalige FH, wurde in zwei Bauabschnitten auf der Karthause ein neuer Mittelpunkt geschaffen. Die räumlichen Bedingungen für die rund 10.000 Studenten in der Stadt sind – trotz der vorübergehenden Engpässe – recht gut. In der akademischen Ausbildung klaffen jedoch noch Lücken, weil es zu wenig Personal gibt. Das Spargebot der Landesregierung dürfte dazu beitragen, dass sich die Situation auch in den kommenden Jahren nicht wesentlich verbessert.
Dennoch ist einiges passiert. Land und Kommune bemühen sich zum Beispiel, junge Gründer in den Bereichen Informationstechnologie zu fördern. Es kommt nicht von ungefähr, dass das neue Technologiezentrum in unmittelbarer Nähe zum Uni-Campus errichtet wurde. Die Nachbarschaft des Fachbereichs Informatik ist gewollt – sie soll Gründungen durch Studierende und Absolventen fördern. Es gibt bereits eine Reihe von Firmen, die mehrfach ausgezeichnet wurden und wirtschaftlich zunehmend auf eigenen Beinen stehen.
Und das Zentrum von Koblenz? Seit dem Abfluss von Bundesmitteln im Zuge des „Aufbaus Ost“ schien es fast so, als würde die Innenstadt vernachlässigt. Und in der Tat war mit der Zeit ein gewaltiger Sanierungsstau spürbar. Außerdem gab es mit dem Zentralplatz eine Fläche, die samt ihrer Bebauung einfach nicht dauerhaft funktionieren wollte. Dazu kam, dass Tourismus und das Tagungsgeschäft nur wenig Wachstumsperspektiven hatten. Letztendlich war der scharfe Wettbewerb mit den Kommunen in einem Umkreis von 100 Kilometern das Hauptargument, den ganz großen Wurf zu wagen.
Als sich schließlich die Chance bot, die Bundesgartenschau nach Koblenz zu holen, griff die Stadt zu. Allerdings waren der knappen Entscheidung des Rats angesichts der zu erwartenden immensen Kosten heftige Diskussionen vorausgegangen. Das Szenario wiederholte sich, als es um das Forum Mittelrhein ging, das wegen seiner Dimensionen und seiner Architektur sogar ein politisches Erdbeben auslöste, das die Zusammensetzung des Stadtrates stark veränderte.
Heute, vier Jahre nach der Bundesgartenschau, steht fest: Die Schau selbst war mit ihren knapp 3,6 Millionen Besuchern ein großer Erfolg. Und seit der Eröffnung des Forums Mittelrhein Ende September 2012 und des Forums Confluentes Ende Juni 2013 sieht es – obwohl die Großbauwerke nach wie vor umstritten sind – so aus, dass auch hier die Rechnung aufgegangen ist. Dennoch sind die Kritiker noch nicht verstummt. Sie befürchten, dass sich die ohnehin finanzschwache Stadt mit dem prestigeträchtigen Kulturbau wegen der womöglich auf Dauer zu hohen Betriebskosten völlig übernimmt.
Wie dem auch sei: Die Jahre von 2008 bis 2012 waren von gigantischen Investitionen geprägt. Der Buga-Geschäftsbericht 2012 nennt ein Volumen von insgesamt 439 Millionen Euro – die Kompletterneuerung der Rhein-Mosel-Halle inbegriffen. Letztere konnte aber nicht wie ursprünglich erhofft zur Eröffnung der Bundesgartenschau 2011 fertiggestellt werden, sondern erst am 26. September 2012.

Konzepte zur Stadtentwicklung
Ungeachtet der großen finanziellen Nöte soll Koblenz auch nach dem Abschluss der großen Baumaßnahmen in der Innenstadt weiterentwickelt werden. Dabei richtet sich der Blick nicht mehr auf das Zentrum, sondern auf das gesamte Stadtgebiet. Genau deswegen waren die ersten Jahre nach der Bundesgartenschau vor allem von Diskussionen über die Zukunft geprägt. Um diese Debatten von Anfang an zu kanalisieren, haben Rat und Verwaltung einen Masterplan auf den Weg gebracht, dem das Stadtparlament im Juli 2014 zustimmte. Dieses integrierte Stadtentwicklungskonzept umfasst alle raumrelevanten Themen – trifft es doch wichtige Zielaussagen in den Bereichen Wohnen, Verkehr, Wirtschaft, Freiraum, Tourismus, Kultur, Bildung und Soziales.
Gleichzeitig machten es private Investoren möglich, große Probleme zu lösen. Dazu gehört auch die Revitalisierung der historischen Gebäude, die durch den Umzug von Mittelrhein-Museum und Stadtbibliothek in das Forum Confluentes am Zentralplatz frei geworden waren. Der Koblenzer Unternehmer Martin Görlitz erwarb die insgesamt fünf Koblenzer Wahrzeichen am Florinsmarkt und in der Kornpfortstraße, um sie für sein hochschulnahes Institut zu sanieren und umzubauen. Die Sanierung des Eltz-Rübenacher Hofes (Dreikönigenhaus) wurde im Herbst 2015 abgeschlossen. Darin wurden auf rund 1200 Quadratmetern Büro- und Kommunikationseinheiten geschaffen, in denen Existenzgründer ihren Betrieb aufbauen können.
Der Ansatz ist, die Akteure in den Bereichen Umwelt, Technik und Wirtschaft ins Gespräch zu bringen, um gemeinsam Konzepte für eine nachhaltige Ökonomie zu entwickeln. Ihr gemeinsames Ziel: für die Hochschulen in Stadt und Region mit einer zentralen Anlaufstelle zu werben. Denn trotz der guten Entwicklung von Forschung und Lehre gibt es noch Defizite. Denn nicht wenige sind davon überzeugt:
Koblenz hat zwar Hochschulen, aber ist keine Hochschulstadt.
Vor allem junge Erwachsene kritisieren fehlende Verbindungen von städtischem und studentischem Leben. Dies zu ändern, wird in naher Zukunft eine wichtige Aufgabe der Stadtentwickler sein.
Trotz des gemeinnützigen Ansatzes war das Projekt nicht unumstritten – vor allem, weil der Bürresheimer Hof am Florinsmarkt zu einem Gästehaus umgebaut werden soll. Denn die Jüdische Kultusgemeinde wäre gerne in das Gebäude zurückgekehrt, das Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Synagoge umgebaut wurde, die bis 1938 bestand. Nach intensiver Debatte wurde in der Weißer Gasse ein Ersatzgrundstück gefunden. Ein Förderverein hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen, um die Finanzierung eines Synagogen-Neubaus zu unterstützen. Wann es so weit ist, stand Ende 2015 noch nicht fest.
Dennoch war zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich zu erkennen, wie stark sich das Bild der Straße verändern wird, die einst Teil der mittelalterlichen Stadterweiterung nach Westen war. Denn die Erdarbeiten für die „Weißer Höfe“ waren im Spätjahr weitgehend abgeschlossen. Damit waren die Grundlagen für den Bau von 145 Mietwohnungen und rund 340 Tiefgaragenplätzen geschaffen. Die Baumaßnahme soll ab 2017/18 dazu beitragen, den Mangel an Wohnungen und Stellplätzen in der Koblenzer Altstadt zu beseitigen.
Obwohl seit Jahren millionenschwere Investitionen im Herzen der Stadt erfolgen, müssen die eigentlichen Herausforderungen in den Stadtteilen bewältigt werden. Denn hier eröffnen ehemalige Liegenschaften der Bundeswehr die Chance, im großen Stil Wohnraum zu schaffen, der so dringend benötigt wird. Denn Koblenz gehört zu den Städten im Bundesgebiet mit steigenden Einwohnerzahlen.
Die Marke von 111.000 Einwohnern wurde 2015 überschritten. Grund hierfür war weniger der Zustrom von Zuwanderern und Flüchtlingen, sondern der erfolgreiche Strukturwandel weg von der Garnisons- und Verwaltungsstadt hin zum Zentrum für Forschung, Lehre, Informationstechnologie und Gesundheit. Mittelfristig stehen Flächen mit einer Größe von insgesamt 50 Hektar im Mittelpunkt des Interesses. Die Blicke der Planer im „Baurathaus“ richten sich dabei nicht nur auf die ehemalige Fritsch-Kaserne auf der Niederberger Höhe, sondern auch auf den Bereich des Lützeler Güterbahnhofs und das Areal der früheren Bundeswehr-Hundeschule in Bubenheim. In einem weiteren Schritt, der 2018 angegangen werden soll, wird sich die Stadt der frei werdenden Gneisenau-Kaserne und den Gebäuden am Konrad-Adenauer-Ufer widmen, die heute vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) genutzt werden. Auf lange Sicht könnte die Gesamtdimension der nutzbaren Konversionsflächen sogar auf 120 Hektar wachsen.
Auf dem Oberwerth wurde die Zeitenwende bereits eingeleitet: Auf dem ehemaligen Hochschulgelände werden bis 2020 rund 185 Wohnungen entstehen, die Bauarbeiten wurden bereits in Angriff genommen. Weitere Perspektiven könnten sich im Bereich des Moselbogens im Stadtteil Rauental ergeben: Hier hat die Stadt Koblenz bereits ein großes Grundstück für den Neubau eines Hallenbades reserviert. Damit drängt sich automatisch die Frage nach der städtebaulichen Neuordnung des gesamten Umfelds auf. Denn es besteht die Chance, das universitätsnahe Areal am Moselbogen in eine attraktive Wohngegend mit erschwinglichem Mietraum zu verwandeln.
Konzepte gibt es bereits, weil der Bund ein Programm auf den Weg bringen will, mit dem das Miteinander in der Stadtgestaltung gefördert werden soll:
Weg von der Trennung von Alt und Jung, Arm und Reich, Studenten und Arbeitnehmern, Einheimischen und Ausländern, Singles und Familien, Behinderten und Nichtbehinderten – das ist die Idee, die dem Förderprogramm zugrunde liegt.
Die Festung Koblenz und Ehrenbreitstein
Rund 1 Million Besucher wurden 2014 im landeseigenen Festungspark Ehrenbreitstein gezählt. Die eindrucksvolle Zahl zeigt: In der Aufwertung der Koblenzer Festungsanlagen steckt auch ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Da liegt es nahe, auch an die noch erhaltenen Relikte der ehemaligen Festung Koblenz-Ehrenbreitstein zu denken, die sich im Eigentum der Stadt Koblenz befinden – und nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geraten sind. Denn trotz der Bestimmungen des Versailler Vertrages ist vieles erhalten geblieben. Statt großflächiger Sprengungen gab es nämlich vor allem Rückbaumaßnahmen. Selbst die brachialen Eingriffe der 50er- und 60er-Jahre, die im Zuge der Auflösung von Elendsquartieren vorgenommen wurden, konnten das preußische Erbe nicht ganz auslöschen. Genau deshalb stellt sich die Frage, wie man mit diesem Erbe umgehen soll.
Rüdiger Dittmer, der frühere Werkleiter des Eigenbetriebs Grünflächen und Bestattungswesen, hatte sich deshalb erfolgreich dafür starkgemacht, dass die Anlagen zum Thema beim Peter-Joseph-Lenné-Preis 2014 wurden. Die erfolgreichen Teilnehmer präsentierten im Juli 2015 im Rahmen einer Veranstaltung der Buga-Freunde im Fort Konstantin ihre Arbeiten. Die Konzepte haben einen realistischen Ansatz: Sie gehen von einer schrittweisen Umsetzung und sparsam eingesetzten Mitteln aus. Den jungen Ingenieuren ging es vor allem darum, die Ist-Situation zu analysieren und den vorhandenen „Markenkern“ der Festungsstadt herauszuschälen – und das unter weitgehender Schonung des Grünbestandes bei Verbesserung der Sichtbezüge. Sie fassten die bestehenden Anlagen in Systemen zusammen, die über ein Wegesystem erkundet werden können. Vorgeschlagen wurde unter anderem eine Anbindung von Fort Asterstein an den Rheinsteig und eine große, „möblierte“ Freifläche vor der Feste Kaiser Franz.
Eine für die Stadt glückliche Entscheidung sollte schließlich dafür sorgen, dass die präsentierten Ideen auch in die konkreten Planungen einfließen können. Denn im Berliner Umweltministerium hat man die Bedeutung der Baudenkmäler in Koblenz und Umgebung erkannt. In vier jährlichen Raten werden bis 2019 nun 2,4 Millionen Euro in Maßnahmen fließen, die die touristische Erschließung der Anlagen verbessern sollen. Das bedeutet allerdings auch, dass die Stadt einen Eigenanteil von rund 265.000 Euro übernehmen muss. Ein weiterer Haken: Das Geld kann nicht in klassische Sanierungsarbeiten investiert werden. Das ist der entscheidende Unterschied im Vergleich zum älteren Förderprogramm des Bundes für die UNESCO-Welterbestätten.
Klar ist bereits, dass historische Sichtbezüge zwischen den einzelnen Anlagen und alte Anbindungen wiederhergestellt werden. Darüber hinaus sollen neue Wege gebaut und eine Beschilderung installiert werden. Damit wären große Teile einer alten Forderung erfüllt: ein Festungsrundweg, der Wanderer und Spaziergänger zu den Monumenten der Preußenzeit führen soll. Um eine konkrete Nutzung der Anlagen geht es vorerst nicht. Zunächst einmal soll eine Besucherfrequenz erzeugt werden, um herauszufinden, welche Nutzungen überhaupt sinnvoll sind. Dennoch gibt es erste Ideen, wie zum Beispiel ein Café auf dem Reduit Asterstein. Doch dafür muss erst einmal die erforderliche Anbindung geschaffen werden. Die Grundlagen hierfür sollen im Rahmen des Bundesprojektes entstehen.
Konzepte für den Nahverkehr
Anders als von manchem Experten vorhergesagt, steigen die Einwohnerzahlen wieder. Gewachsen ist auch die Zahl der Arbeitsplätze. Die Stadtverwaltung geht inzwischen von fast 100.000 Stellen aus. Das Wachstum kann aber auch größere Belastungen durch den Individualverkehr mit sich bringen. Ziel von Politik und Verwaltung ist es daher, Bus und Bahn attraktiver zu machen. Auf Grundlage des neuen Nahverkehrskonzeptes sollen Zukunftsstrategien entwickelt werden – auch deshalb, weil die Stadt in Spitzenzeiten im Individualverkehr zu ersticken droht.
Denn Koblenz hat landesweit den größten Bestand an privaten Kraftfahrzeugen. Auf 1000 Einwohner kommen 510 Pkw:
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Koblenz: 510 Pkw
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Kaiserslautern: 497 Pkw
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Ludwigshafen: 479 Pkw
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Mainz: 461 Pkw
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Trier: 455 Pkw (Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 533 Pkw.)
Schon bei den Vorbereitungen der Buga 2011 hatten die Planer auf die ungünstige Entwicklung reagiert: Der Schienenhaltepunkt Stadtmitte wurde gebaut, um Menschen aus der Region den Umstieg in die Bahn schmackhaft zu machen. Aus Sicht der Stadt war die Entscheidung trotz erheblicher Mehrkosten richtig. Im Tagesdurchschnitt 2014 wurden rund 2400 Fahrgäste gezählt. Dennoch liegt dieser Durchschnittswert noch unter den ursprünglichen Schätzungen von 3000 bis 3500 Fahrgästen.
Dem steht entgegen, dass 2014 im gesamten Stadtgebiet täglich rund 27.500 ein- oder aussteigende Fahrgäste das Angebot des Schienenpersonennahverkehrs nutzten. Das entspricht einem Zuwachs von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine „Kannibalisierung“ der Koblenzer Bahnhaltepunkte gab es also nicht. Gutachter empfehlen deshalb mittelfristig den Bau neuer Haltepunkte, zum Beispiel in der Nähe des Verwaltungszentrums, an der Horchheimer Brücke und im Bereich der August-Horch-Straße.

Die Perspektiven
Koblenz ist inzwischen zum Vorbild für eine ganze Region geworden – dank des unerwartet großen Erfolgs der Bundesgartenschau 2011 und den positiven Bewertungen in deutschlandweiten Ranglisten. Es kommt nicht von ungefähr, dass im Sommer 2015 intensiv über den Vorschlag des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz diskutiert wurde, 2031 in der gesamten Welterbe-Region Oberes Mittelrheintal eine weitere Bundesgartenschau auszurichten. Damit sollen Infrastruktur-Projekte ermöglicht werden, die dazu beitragen sollen, gravierende Probleme zu lösen und den Glanz vergangener Tage zurückzubringen.
Denn im Mittelrheintal sind Tausende Arbeitsplätze verschwunden, viele Rheinorte schrumpfen dramatisch und altern. Wenn es wirklich zu einer erfolgreichen Bewerbung kommen sollte, dürften in den Konzepten vor allem die Orte im Einzugsbereich der Loreley im Mittelpunkt stehen. Unklar ist noch, welche Rolle Koblenz dabei spielen würde. Fest steht jetzt schon: Im Falle einer zweiten Buga in der Region wird die Stadt zentrale Anlaufstelle für die Gäste von nah und fern sein, die, vom Oberzentrum ausgehend, das Mittelrheintal erkunden.
Fest steht auch, dass das Vorhaben nur funktionieren kann, wenn es schon jetzt gelingt, das Buga-Projekt zu einer breiten Bürgerbewegung zu machen. Die Koblenzer haben gezeigt, wie es laufen könnte. Ihr Interesse an der Stadtgestaltung ist im Zuge der Vorbereitungen der Buga 2011 erweckt worden und seitdem nicht mehr erloschen. Das zeigte sich auch beim Kampf um den Erhalt der Seilbahn von der Altstadt zur Feste Ehrenbreitstein. Diese hätte nach den Vorgaben der UNESCO eigentlich abgebaut werden müssen. Gemeinsam wurde erreicht, dass sie bis 2026 bleiben kann – und in verwandelter Form wohl auch zur Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal fahren wird.

Forum Confluentes und Forum Mittelrhein im Februar 2019. Beide Gebäude prägen heute den Zentralplatz.
📌 CHRONIK: DIE JAHRE VON 1988 BIS 2008
1988
Die Rote Armee verlässt am 14. April Afghanistan. Iran und Irak schließen am 20. August in Genf einen Waffenstillstand. Bei einer Flugschau in Ramstein sterben am 28. August 70 Menschen.
1989/90
Ungarn öffnet am 2. Mai seine Grenzen und leitet damit den Zusammenbruch des Ostblocks ein. In China kommt es am 4. Juni zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz). Am 9. November fällt in Berlin die Mauer. Litauen verkündet am 11. März 1990 seine Unabhängigkeit. Der Zerfall der Sowjetunion beginnt. Deutschland wird am 8. Juli Fußball-Weltmeister. Am 2. August marschieren irakische Soldaten in Kuwait ein. Islamisten übernehmen am 27. September die Macht in Kabul. Am 3. Oktober sind die beiden deutschen Staaten offiziell wiedervereint.
1991/92
Am 17. Januar beginnt der erste Golfkrieg. Am 27. Juni kommt es in Jugoslawien nach der Unabhängigkeitserklärung von Kroatien und Slowenien zu einem blutigen Krieg. In Maastricht unterzeichnen die EU-Mitgliedsstaaten am 7. Februar 1992 den gleichnamigen Vertrag. Am 21. August 1991 scheitert in Moskau der Staatsstreich gegen Michail Gorbatschow. Der UN-Sicherheitsrat beschließt am 21. Februar 1992, eine Friedenstruppe ins ehemalige Jugoslawien zu entsenden, um „ethnische Säuberungen“ zu verhindern.
1993
Bill Clinton wird am 20. Januar Präsident der USA. Am 24. Mai wird Eritrea unabhängig. Am 29. Mai erschüttert der rechtsextreme Brandanschlag von Solingen Deutschland: Zwei türkische Frauen und drei Mädchen sterben. Am 4. Oktober übersteht Boris Jelzin in Moskau die russische Verfassungskrise nach einem bewaffneten Konflikt um das Parlamentsgebäude.
1994
Der von Völkermord geprägte Konflikt zwischen Hutu und Tutsi in Ruanda löst weltweites Entsetzen aus. Am 26. April gewinnt der Afrikanische Nationalkongress die ersten allgemeinen und freien Wahlen in Südafrika. Am 6. Mai wird der Eurotunnel nach England eröffnet. Am 28. September sinkt die Ostseefähre Estonia; mehr als 850 Menschen sterben.
1995
Der israelische Premierminister Jitzchak Rabin wird am 4. November ermordet. Das Dayton-Abkommen beendet am 21. November die Kampfhandlungen in Bosnien und Herzegowina.
1996
Bei dem Bombenanschlag auf das Bundesgebäude in Oklahoma City sterben am 19. April 168 Menschen.
1997/98
Tony Blair wird nach einem Erdrutschsieg von Labour am 2. Mai 1997 britischer Premierminister. Prinzessin Diana stirbt am 31. August bei einem Autounfall in Paris. Bereits 1997 beginnt die Asienkrise, deren weltwirtschaftliche Folgen 1998 spürbar bleiben. Am 12. Juli 1998 wird Frankreich Fußball-Weltmeister. Das Ende der Ära Kohl: SPD und Bündnis 90/Die Grünen gewinnen die Bundestagswahl am 27. September. Neuer Bundeskanzler wird Gerhard Schröder.
1999
Der Euro wird am 1. Januar als Buchgeld die offizielle Währung der beteiligten Länder. Im Februar fordern Lawinenabgänge in den Alpen zahlreiche Menschenleben. Kosovokrieg: Die NATO beginnt am 24. März mit Luftschlägen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Das umgebaute Reichstagsgebäude in Berlin wird am 19. April eingeweiht.
2000/01
Ende September 2000 beginnt die Zweite Intifada. George W. Bush wird nach der Wahl vom 7. November zum 43. Präsidenten der USA gewählt. Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 verändern die Welt. Es beginnt eine Phase neuer Kriege und internationaler Verwerfungen; im Oktober 2001 marschieren die USA und Verbündete in Afghanistan ein.
2003/2004
Der Irakkrieg beginnt am 20. März 2003. In Madrid sterben am 11. März 2004 bei schweren Terroranschlägen auf Pendlerzüge 191 Menschen. Zum 1. Mai 2004 folgt die EU-Osterweiterung: Zehn neue Staaten treten der Europäischen Union bei. Eine verheerende Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe fordert am 26. Dezember 2004 rund um den Indischen Ozean etwa 230.000 Menschenleben.
2005
Nach der vorgezogenen Bundestagswahl am 18. September wird eine Große Koalition unter Angela Merkel gebildet. Sie wird 2009 in einer Koalition mit der FDP im Kanzleramt bestätigt.
2006/08
Montenegro erklärt am 3. Juni 2006 seine Unabhängigkeit. Im Juli 2006 tobt der zweite Libanonkrieg. Ex-Diktator Saddam Hussein wird am 30. Dezember 2006 hingerichtet. Der Kosovo erklärt am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit. Beim schweren Erdbeben in Sichuan (China) im Mai 2008 sterben fast 70.000 Menschen. Im August 2008 eskaliert der Kaukasuskrieg zwischen Russland und Georgien. Am 15. September 2008 leitet die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers die globale Finanzkrise ein.
📌 CHRONIK: DIE JAHRE VON 2009 BIS 2014
2009
Infolge der Finanzkrise wird das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut „Commerzbank“ am 8. Januar teilverstaatlicht. Am 20. Januar legt Barack Obama den Amtseid als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ab. Am 10. Februar löst der neue Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Shimon Peres bei den Parlamentswahlen in Israel ab. Am 23. Februar fällt der deutsche Börsenindex DAX infolge der Finanzkrise auf 3.936,45 Punkte und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2004. Am 3. März stürzt das historische Stadtarchiv in Köln in eine Baugrube der Stadtbahnlinie und reißt zwei Männer mit in den Tod. Am 1. April treten die Balkanländer Kroatien und Albanien der NATO bei. Am 23. Mai wird Horst Köhler zum Bundespräsidenten wiedergewählt. Am 4. September werden in der Nähe von Kundus auf Anforderung der Bundeswehr zwei von Taliban entführte Tanklastwagen bombardiert. 142 Zivilisten werden getötet. Am 23. September unterzeichnet Bundespräsident Horst Köhler die Begleitgesetze zum Lissabon-Vertrag und vervollständigt somit die Ratifizierung durch Deutschland. Am 27. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Die Große Koalition wird von einem Bündnis von CDU und FDP abgelöst.
2010
Bundespräsident Horst Köhler tritt am 31. Mai von seinem Amt zurück. Er begründet dies mit der Kritik im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und dem fehlenden Respekt vor dem Amt. Am 30. Juni wählt die Bundesversammlung Christian Wulff erst im dritten Wahlgang, dann aber mit absoluter Mehrheit, zum Nachfolger. Am 24. Juli kommt es auf der „Loveparade“ in Duisburg zu einer Massenpanik. 21 Menschen sterben, mehr als 500 werden verletzt. Am 8. August werden weite Teile von Polen, Tschechien und Sachsen überflutet. Am 28. September folgt ein weiteres Hochwasser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.
2011
Der Tod durch Selbstverbrennung des tunesischen Gemüsehändlers Bouazizi am 4. Januar führt zu Protesten. Diese lösen eine Revolution in Tunesien aus und werden als Beginn des „Arabischen Frühlings“ gesehen, der vom Sturz der Regierungen in Tunesien, Libyen und Ägypten begleitet wird. Die Hoffnungen auf eine Demokratisierung erfüllen sich nicht: In Libyen herrschen Chaos und Gewalt, in Syrien bricht ein blutiger Bürgerkrieg aus. Am 5. Februar tritt das START-Abkommen zwischen den USA und Russland in Kraft mit dem Ziel der atomaren Abrüstung. Am 11. März kommt es infolge von zwei starken Erdbeben und einem Tsunami zur Nuklearkatastrophe von Fukushima, die die Bundesregierung zu einer Kehrtwende in der Energiepolitik veranlasst. Am 19. März beginnt die NATO mit Militäraktionen in Libyen. Am 1. Juli tritt die Aussetzung der Wehrpflicht in Friedenszeiten in Kraft.
2012
Bundespräsident Christian Wulff tritt wegen des Vorwurfs der Vorteilsnahme im Amt am 17. Februar zurück. Am 4. März wird Wladimir Putin erneut zum Präsidenten von Russland gewählt. Die Opposition bemängelt Unregelmäßigkeiten; nach Demonstrationen in Moskau gibt es viele Festnahmen. Am 18. März wählt die Bundesversammlung Joachim Gauck zum Bundespräsidenten. Am 15. Mai wird François Hollande als Staatspräsident Frankreichs ins Amt eingeführt. Am 24. August wird der norwegische Attentäter Anders Breivik für schuldig befunden, am 22. Juli 2011 77 Menschen ermordet zu haben, und zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Am 10. Dezember wird der Europäischen Union (EU) „für über sechs Jahrzehnte Beitrag zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa“ der Friedensnobelpreis verliehen.
2013
Benedikt XVI. tritt am 28. Februar aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Papst zurück. Am 13. März wird der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio (Franziskus) zum Papst gewählt. Am 6. Mai beginnt in München der NSU-Prozess. Am 9. Juni gibt sich in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ der „Whistleblower“ und ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden zu erkennen. Das ist der Beginn des NSA-Skandals, der weltweite Kreise zieht. Am 21. November unterzeichnet der ukrainische Präsident Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht. Die Lage in der Ukraine spitzt sich dramatisch zu (Euromaidan).
2014
Der ukrainische Präsident Janukowitsch flieht und wird am 22. Februar abgesetzt. Die Situation im Land eskaliert nach der Annexion der Krim durch Russland bis zum Krieg im Donbass. Das gesamte Jahr ist weltweit von schweren Krisen und Konflikten geprägt.
Quelle: Lebendiges Museum Online
